Arzneimitteldaten und Datenbanken
August 10, 2026
5 Minuten

Darreichungsform

Die Darreichungsform, auch galenische Form (englisch dosage form), bezeichnet die Zubereitungsform, in der ein Arzneimittel angewendet wird, etwa Tablette, Kapsel, Lösung oder Salbe. Standardisierte Begriffe pflegt die EDQM in den Standard Terms. In den deutschen Artikeldaten ist sie ein artikelidentifizierendes Merkmal und über den DAR-Schlüssel codiert.

Inhaltsverzeichnis
    Kurz gefasst
    • Die Darreichungsform (galenische Form, dosage form) ist die Zubereitungsform eines Arzneimittels, etwa Tablette, Kapsel oder Lösung.
    • Standardisierte Bezeichnungen liefern die EDQM Standard Terms, EU-weit und mehrsprachig.
    • In den deutschen Artikeldaten ist sie über den DAR-Schlüssel codiert und artikelidentifizierend.
    • Eine Änderung der Darreichungsform führt zu einer neuen PZN.
    • pharmazie.com führt die Darreichungsform je Arzneimittel und PZN, abrufbar per REST-API und Datenexport.

    Die Darreichungsform (galenische Form, englisch dosage form) ist die Zubereitungsform, in der ein Arzneimittel am oder im Körper angewendet wird. Sie beschreibt den physikalischen Zustand des Fertigarzneimittels, etwa als Tablette, Kapsel, Lösung oder Salbe, und bestimmt Applikationsweg und Handhabung.

    Europaweit sind die Bezeichnungen nicht frei wählbar. Die EDQM (European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare) pflegt mit den Standard Terms eine mehrsprachige Referenzliste für Darreichungsformen, Applikationswege und Behältnisse. Diese Begriffe wurden im Auftrag der Europäischen Kommission für Zulassungsanträge, Fachinformationen (SmPC) und die Etikettierung erstellt.

    Warum ist die Darreichungsform ein artikelidentifizierendes Merkmal?

    Weil die Form darüber entscheidet, was der Anwender tatsächlich erhält. In den deutschen Artikeldaten zählt die Darreichungsform zu den artikelidentifizierenden Merkmalen. Ändert sie sich, wird eine neue PZN vergeben, damit jede Nummer dauerhaft denselben Artikel bezeichnet.

    Technisch ist die Darreichungsform über den DAR-Schlüssel codiert, ein standardisiertes Kürzel je Form. Zusammen mit der Normgröße und weiteren Merkmalen ergibt sich die eindeutige Identität eines Fertigarzneimittels. Wird ein Merkmal geändert, verweist die Nachfolge-PZN auf den aktualisierten Artikel; Grundlage bleibt die PZN.

    Welche Darreichungsformen sind gebräuchlich?

    Die EDQM Standard Terms umfassen mehrere Hundert Bezeichnungen. Die folgende Auswahl ordnet gängige Formen dem Aggregatzustand und dem typischen Applikationsweg zu.

    DarreichungsformAggregatzustandTypischer Applikationsweg
    Tablettefestoral (peroral)
    Hartkapselfestoral (peroral)
    Lösung zur Injektionflüssigparenteral
    Salbehalbfestkutan (topisch)
    Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungfest, zu rekonstituierenparenteral

    Datensteckbrief: Darreichungsform in den Artikeldaten

    • Standard: EDQM Standard Terms (mehrsprachig, EU-weit)
    • Deutsche Codierung: DAR-Schlüssel je Darreichungsform
    • Status: artikelidentifizierendes Merkmal
    • Änderung: führt zu einer neuen PZN (Nachfolge-PZN)
    • Bezug auf pharmazie.com: je Arzneimittel und PZN geführt, per REST-API und Datenexport abrufbar

    Benötigen Sie die Darreichungsform samt DAR-Schlüssel strukturiert je PZN? Sprechen Sie mit unserem Team über den Zugriff via REST-API oder Datenexport.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ist eine Darreichungsform?
    Wer legt die Bezeichnungen für Darreichungsformen fest?
    Was ist der DAR-Schlüssel?
    Führt eine geänderte Darreichungsform zu einer neuen PZN?
    Worin unterscheiden sich Darreichungsform und Applikationsweg?
    Wie stellt pharmazie.com die Darreichungsform bereit?

    Weitere Begriffe

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