Kurz gefasstDer ATC-Code (Anatomical Therapeutic Chemical Classification) ist das von der Weltgesundheitsorganisation gepflegte Klassifikationssystem, das Arzneimittelwirkstoffe nach dem Organ oder Organsystem der Wirkung und nach therapeutischen sowie chemischen Eigenschaften in fünf hierarchische Ebenen einteilt.
Gepflegt wird das System vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology in Oslo, angesiedelt am Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit. Der vollständige Code ist siebenstellig und fasst eine anatomische Hauptgruppe, mehrere therapeutische und chemische Zwischenebenen sowie die einzelne Substanz in einem Schlüssel zusammen. An jeden ATC-Code kann eine definierte Tagesdosis (DDD) gekoppelt sein, die den Wirkstoffverbrauch vergleichbar macht. Für Deutschland gibt es zusätzlich eine amtliche ATC-Klassifikation mit DDD-Angaben, die an die hiesige Versorgungssituation angepasst ist.
Kurz: Ein ATC-Code hat sieben Stellen über fünf Ebenen: ein Buchstabe für die anatomische Hauptgruppe, zwei Ziffern für die therapeutische Untergruppe, je ein Buchstabe für die pharmakologische und die chemische Untergruppe, zuletzt zwei Ziffern für die einzelne Substanz. Metformin trägt so den Code A10BA02.
Jede Ebene grenzt den Wirkstoff weiter ein. Die erste Ebene ordnet ihn dem Organsystem zu, die letzte benennt die chemische Substanz eindeutig. Die folgende Tabelle zeigt den Aufbau am Beispiel Metformin.
| Ebene | Stelle(n) | Bedeutung | Beispiel A10BA02 |
|---|---|---|---|
| 1. anatomische Hauptgruppe | 1 Buchstabe | Organ oder Organsystem | A: Alimentäres System und Stoffwechsel |
| 2. therapeutische Untergruppe | 2 Ziffern | therapeutisches Hauptgebiet | 10: Antidiabetika |
| 3. pharmakologische Untergruppe | 1 Buchstabe | Wirkprinzip | B: blutzuckersenkende Mittel, exkl. Insuline |
| 4. chemische Untergruppe | 1 Buchstabe | chemische Klasse | A: Biguanide |
| 5. chemische Substanz | 2 Ziffern | einzelner Wirkstoff | 02: Metformin |
In der Praxis nutzen Fachkreise den ATC-Code für mehrere Aufgaben:
Kurz: Die DDD (Defined Daily Dose) ist die angenommene mittlere Erhaltungsdosis pro Tag für einen Wirkstoff in seiner Hauptindikation bei Erwachsenen. Je ATC-Code und Applikationsweg wird höchstens eine DDD vergeben, wodurch der Verbrauch verschiedener Präparate über eine gemeinsame Bezugsgröße vergleichbar wird.
Die DDD ist eine Mess- und Vergleichseinheit, keine Dosierungsempfehlung: die tatsächlich verordnete Dosis kann je nach Patient deutlich abweichen. Eine DDD wird nur für Wirkstoffe festgelegt, die bereits einen ATC-Code besitzen und in mindestens einem Land zugelassen und im Markt sind. Wie die DDD im Detail berechnet und angewendet wird, behandelt der Eintrag DDD (Defined Daily Dose).
Neben der internationalen WHO-Fassung existiert eine amtliche deutsche Fassung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt die amtliche ATC-Klassifikation mit DDD-Angaben seit 2004 auf Grundlage von § 73 Abs. 8 SGB V heraus. Sie wird jährlich fortgeschrieben und tritt jeweils zum 1. Januar in Kraft. Die Vorschläge dazu liefert der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). Die Klassifikation wird bei Bedarf an die Besonderheiten der Versorgungssituation in Deutschland angepasst, weshalb die amtliche deutsche Fassung von der reinen WHO-Fassung abweichen kann.
Der ATC-Code und die PZN (Pharmazentralnummer) beantworten verschiedene Fragen. Der ATC-Code klassifiziert den Wirkstoff nach Wirkort und Wirkprinzip und ist damit gruppenbildend: viele Handelsartikel teilen sich denselben ATC-Code. Die PZN identifiziert dagegen den einzelnen Handelsartikel in einer bestimmten Packungsgröße und Darreichungsform eindeutig. Der ATC-Code beschreibt also, was ein Mittel therapeutisch ist, die PZN, welches konkrete Produkt vor Ihnen liegt. Für eine belastbare Auswertung brauchen Sie beide Ebenen miteinander verknüpft.
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Eine faire Einordnung: pharmazie.com ist nicht die vergebende oder pflegende Stelle des ATC-Systems. Wer die amtliche ATC-Klassifikation im Originalformat und im offiziellen Aktualisierungsrhythmus benötigt, bezieht sie direkt bei BfArM und WIdO, die internationale Systematik beim WHO Collaborating Centre in Oslo. pharmazie.com bündelt den ATC-Code mit weiteren Feldern in einer Oberfläche und über eine Schnittstelle.
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Der ATC-Code (Anatomical Therapeutic Chemical Classification) ist das Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, das Arzneimittelwirkstoffe nach dem Organ oder Organsystem der Wirkung sowie nach therapeutischen und chemischen Eigenschaften in fünf hierarchische Ebenen einteilt. Der vollständige Code ist siebenstellig und identifiziert jeden Wirkstoff eindeutig in seiner Wirkstoffgruppe.
Die erste Ebene benennt die anatomische Hauptgruppe (Organsystem), die zweite die therapeutische Untergruppe, die dritte die pharmakologische Untergruppe, die vierte die chemische Untergruppe und die fünfte die einzelne chemische Substanz. Von oben nach unten grenzt jede Ebene den Wirkstoff weiter ein, bis er eindeutig bestimmt ist.
Ein vollständiger ATC-Code hat sieben Stellen: ein Buchstabe für die anatomische Hauptgruppe, zwei Ziffern für die therapeutische Untergruppe, je ein Buchstabe für die pharmakologische und die chemische Untergruppe und zwei Ziffern für die einzelne Substanz. Metformin trägt so den siebenstelligen Code A10BA02.
Das internationale ATC-System pflegt das WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology in Oslo, angesiedelt am Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit. Neue Einträge werden auf Antrag der Nutzer aufgenommen. Für Deutschland gibt das BfArM auf Grundlage von Paragraf 73 Abs. 8 SGB V eine amtliche Fassung heraus.
Der ATC-Code klassifiziert den Wirkstoff nach Wirkort und Wirkprinzip und ist gruppenbildend: viele Handelsartikel teilen sich einen ATC-Code. Die PZN identifiziert dagegen den einzelnen Handelsartikel in Packungsgröße und Darreichungsform eindeutig. Der ATC-Code beschreibt, was ein Mittel therapeutisch ist, die PZN das konkrete Produkt.
Die DDD (Defined Daily Dose) ist die angenommene mittlere Erhaltungsdosis pro Tag für einen Wirkstoff in seiner Hauptindikation bei Erwachsenen. Je ATC-Code und Applikationsweg wird höchstens eine DDD vergeben. So wird der Arzneimittelverbrauch verschiedener Präparate über eine gemeinsame Bezugsgröße vergleichbar, unabhängig vom einzelnen Handelsartikel.