Arzneimitteldaten und Datenbanken
August 10, 2026
6 Minuten

Interaktion (Arzneimittelwechselwirkung)

Interaktion, auch Arzneimittelwechselwirkung, bezeichnet die gegenseitige Beeinflussung der Wirkung von Arzneimitteln untereinander oder mit Nahrung und Genussmitteln. Fachlich unterscheidet man pharmakodynamische und pharmakokinetische Interaktionen sowie Schweregrade von leicht bis kontraindiziert. In Arzneimitteldatenbanken werden Interaktionen strukturiert mit Schweregrad und Handlungsempfehlung erfasst und für Fachkreise abrufbar gemacht.

Inhaltsverzeichnis
    Kurz gefasst
    • Eine Interaktion (Arzneimittelwechselwirkung) ist die gegenseitige Beeinflussung der Wirkung von Arzneimitteln untereinander oder mit Nahrung und Genussmitteln.
    • Nach dem Mechanismus unterscheidet man pharmakodynamische (am Wirkort) und pharmakokinetische (Resorption, Verteilung, Metabolismus, Ausscheidung) Interaktionen.
    • Nach klinischer Relevanz werden Interaktionen in Schweregrade eingeteilt, von leicht bis schwerwiegend oder kontraindiziert, jeweils mit Handlungsempfehlung.
    • In Datenbanken werden Interaktionen strukturiert je Wirkstoff und je PZN mit Schweregrad und Maßnahme erfasst.
    • pharmazie.com bietet Interaktionschecks per Web-App und REST-API als Entscheidungsunterstützung für Fachkreise, ohne Patientenberatung.

    Eine Interaktion, im Deutschen Arzneimittelwechselwirkung, ist die gegenseitige Beeinflussung der Wirkung zweier oder mehrerer Arzneimittel oder die Beeinflussung eines Arzneimittels durch Nahrung, Genussmittel oder Begleiterkrankungen. Die Folge kann eine verstärkte, abgeschwächte, verlängerte oder verkürzte Wirkung sein.

    Fachlich werden Interaktionen nach ihrem Mechanismus in zwei Gruppen eingeteilt. Pharmakodynamische Interaktionen entstehen am Wirkort selbst, etwa wenn zwei Wirkstoffe denselben Effekt verstärken oder einander entgegenwirken. Pharmakokinetische Interaktionen betreffen den Weg des Arzneistoffs durch den Körper, also Resorption, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung. Besonders häufig ist die Hemmung oder Induktion von Enzymen des Cytochrom-P450-Systems, die den Abbau eines zweiten Wirkstoffs beschleunigt oder verlangsamt.

    MerkmalPharmakodynamische InteraktionPharmakokinetische Interaktion
    AnsatzpunktAm Wirkort, gleicher oder gegensätzlicher EffektAuf dem Weg durch den Körper: Resorption, Verteilung, Metabolismus, Ausscheidung
    Typischer MechanismusAdditive, synergistische oder antagonistische WirkungHemmung oder Induktion von Enzymen (z. B. Cytochrom P450) oder Transportern
    Beispielhafte FolgeVerstärkte Wirkung oder Wirkverlust bei gleicher DosisVeränderter Wirkstoffspiegel trotz unveränderter Dosis

    Wie werden Interaktionen nach ihrer klinischen Relevanz eingeteilt?

    Nach Schweregrad, von leicht über mäßig bis schwerwiegend oder kontraindiziert, jeweils verbunden mit einer konkreten Handlungsempfehlung.

    Nicht jede dokumentierte Wechselwirkung ist gleich bedeutsam. Für die Praxis zählt die klinische Relevanz: Ein leichter Schweregrad erfordert oft nur Aufmerksamkeit, ein mittlerer eine Überwachung oder Dosisanpassung, ein schwerwiegender das Meiden oder engmaschige Kontrollieren der Kombination. Der höchste Grad ist die Kontraindikation, bei der die Kombination unterbleiben muss. Jede Einstufung ist mit einer Handlungsempfehlung hinterlegt, damit Fachkreise schnell priorisieren können.

    Wie werden Interaktionen in Arzneimitteldatenbanken abgebildet?

    Strukturiert je Wirkstoff und je PZN, mit Schweregrad, Handlungsempfehlung und Verweis auf die zugrunde liegende Quelle.

    Damit eine Interaktion am Arbeitsplatz nutzbar wird, muss sie kodiert vorliegen. In Arzneimitteldatenbanken wird jede Meldung mit einem Schweregrad, einer Maßnahme und ergänzenden Angaben zu Symptomen und Risikofaktoren erfasst, kodiert unter anderem aus der SmPC (Fachinformation). So lassen sich mehrere Präparate zu einem Interaktionscheck kombinieren, der neben dem C.A.V.E.-Risikocheck läuft. Auf pharmazie.com stehen diese Daten Fachkreisen strukturiert zur Verfügung.

    • Feld: Interaktionen mit Schweregrad und Handlungsempfehlung, kodiert aus dem lizenzierten ABDA-Datenbestand
    • Granularität: je Wirkstoff und je PZN, kombinierbar zum Interaktionscheck über mehrere Präparate
    • Quelle: ABDATA Pharma-Daten-Service (ABDA-Datenbank), kodiert unter anderem aus der Fachinformation
    • Aktualität: regelmäßig aktualisiert, mit Quellen- und Datumsstempel je Detailseite
    • Zugang: Web-App und REST-API, im Artikel eingebettet neben dem Risikocheck als „CAVE / Interaktionen“

    Der Interaktionscheck ist eine Entscheidungsunterstützung für Fachkreise. Er zeigt dokumentierte Wechselwirkungen aus den kodierten Produktdaten, ersetzt aber nicht die fachliche Bewertung im Einzelfall und keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.

    Möchten Sie Interaktionen strukturiert nach Schweregrad prüfen und per REST-API in Ihre Systeme einbinden? Fordern Sie einen Zugang zu pharmazie.com an.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ist eine Arzneimittelwechselwirkung?
    Was ist der Unterschied zwischen pharmakodynamischer und pharmakokinetischer Interaktion?
    Wie werden Interaktionen nach Schweregrad eingeteilt?
    Wann ist eine Interaktion kontraindiziert?
    Können auch Nahrung und Genussmittel Interaktionen auslösen?
    Wie bildet pharmazie.com Interaktionen ab?

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