Arzneimitteldaten und Datenbanken
August 10, 2026
5 Minuten

DDD (Defined Daily Dose)

DDD (Defined Daily Dose, definierte Tagesdosis) bezeichnet die von der WHO angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis eines Wirkstoffs für seine Hauptindikation bei Erwachsenen. Sie ist eine technische Messgröße für den Arzneimittelverbrauch, keine Dosierungsempfehlung. Je ATC-Code und Applikationsweg wird genau eine DDD vergeben, gepflegt vom WHO Collaborating Centre in Oslo.

Inhaltsverzeichnis
    Kurz gefasst
    • Die DDD ist die von der WHO angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis eines Wirkstoffs für die Hauptindikation bei Erwachsenen.
    • Sie ist eine statistische Messgröße für den Arzneimittelverbrauch, keine Dosierungs- oder Therapieempfehlung.
    • Je ATC-Code und Applikationsweg wird genau eine DDD vergeben, gepflegt vom WHO Collaborating Centre in Oslo.
    • In Deutschland gibt das BfArM die amtliche Fassung heraus, unter Mitwirkung des WIdO im GKV-Arzneimittelindex.
    • pharmazie.com führt DDD und ATC je Wirkstoff und PZN, abrufbar über REST-API und Datenexport.

    Die DDD (Defined Daily Dose, definierte Tagesdosis) ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis eines Wirkstoffs für seine Hauptindikation bei Erwachsenen. Sie ist eine statistische Messgröße für den Arzneimittelverbrauch und ausdrücklich keine Therapie- oder Dosierungsempfehlung.

    Gepflegt wird die DDD vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology in Oslo, das jährlich eine aktualisierte Fassung des ATC/DDD-Index veröffentlicht. Der Zweck ist die Messung und der Vergleich des Arzneimittelverbrauchs über Länder, Regionen und Zeiträume hinweg. Für Deutschland gibt das BfArM auf Grundlage von § 73 Abs. 8 SGB V jährlich eine amtliche Fassung der ATC-Klassifikation mit DDD heraus, an der das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Rahmen des GKV-Arzneimittelindex mitwirkt.

    Warum ist die DDD keine Dosierungsempfehlung?

    Weil die DDD eine rechnerische Vergleichseinheit ist, nicht die für einen einzelnen Patienten verordnete oder empfohlene Dosis. Die tatsächliche Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht, Indikation, Schweregrad und pharmakokinetischen Faktoren und kann deutlich von der DDD abweichen. Die WHO weist ausdrücklich darauf hin, dass DDD-Werte keine therapeutisch äquivalenten Dosen verschiedener Wirkstoffe darstellen und daher nicht für Preis- oder Erstattungsvergleiche geeignet sind.

    Wie hängt die DDD mit dem ATC-Code zusammen?

    Je ATC-Code und Applikationsweg wird genau eine DDD vergeben. Die DDD ist damit fest an die anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikation gekoppelt: Ein Wirkstoff erhält pro Verabreichungsform, etwa oral oder parenteral, eine einzige definierte Tagesdosis. So lässt sich der Verbrauch standardisiert ausdrücken, häufig als Anzahl DDD je 1.000 Versicherte und Tag.

    Ein Beispiel für die Kopplung von ATC-Code, Applikationsweg und DDD:

    EbeneInhaltFunktion
    ATC-CodeCode je Wirkstoffeindeutige Klassifikation
    Applikationswegz. B. oral, parenteralbestimmt die zugeordnete DDD
    DDDeine Menge je Code und WegBezugsgröße für den Verbrauch

    Von der DDD zu unterscheiden ist die Wirkstärke einer konkreten Darreichungsform sowie der Wirkstoff selbst, der API (Active Pharmaceutical Ingredient).

    Datensteckbrief

    • Begriff: DDD, Defined Daily Dose, definierte Tagesdosis
    • Herausgeber international: WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology, Oslo
    • Amtliche Fassung DE: BfArM nach § 73 Abs. 8 SGB V, unter Mitwirkung des WIdO (GKV-Arzneimittelindex)
    • Bezugseinheit: genau eine DDD je ATC-Code und Applikationsweg
    • Zweck: Messung und Vergleich des Arzneimittelverbrauchs
    • Keine: Therapie-, Dosierungs- oder Äquivalenzempfehlung
    • Aktualisierung: jährlich

    Auf pharmazie.com führen wir DDD und ATC-Code je Wirkstoff und PZN und stellen sie strukturiert über REST-API und Datenexport bereit. Möchten Sie prüfen, wie sich ATC/DDD in Ihre Systeme einbinden lässt? Sprechen Sie mit unserem Team.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ist die DDD (definierte Tagesdosis)?
    Ist die DDD eine Dosierungsempfehlung?
    Wie hängt die DDD mit dem ATC-Code zusammen?
    Wer legt die DDD fest?
    Wofür wird die DDD verwendet?
    Worin unterscheiden sich DDD und Wirkstärke?

    Weitere Begriffe

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