Arzneimitteldaten und Datenbanken
August 3, 2026
7 Minuten

BTM (Betäubungsmittel)

BTM steht für Betäubungsmittel, den deutschen Rechtsbegriff für einen kontrollierten Stoff. Ein Arzneimittel gilt nur dann als BTM, wenn sein Wirkstoff in Anlage I, II oder III des Betäubungsmittelgesetzes gelistet ist. Die Anlage entscheidet über Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit, Verschreibung und Höchstmengen regelt die BtMVV.

Inhaltsverzeichnis
    Kurz gefasst
    • BTM ist der deutsche Rechtsbegriff für einen kontrollierten Stoff nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
    • Nur Wirkstoffe der Anlage I, II oder III sind Betäubungsmittel; die Anlage entscheidet über Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit.
    • Verschreibung, BtM-Rezept und Höchstmengen regelt die BtMVV, die Aufsicht liegt bei der Bundesopiumstelle im BfArM.
    • Die Zuordnung gilt je Stoff, Kennzeichnung und Handhabung aber je Fertigarzneimittel, also je PZN.
    • In pharmazie.com steht das BTM-Kennzeichen je PZN im Rechtsinformationen-Tab, Quelle ABDATA, per Web-App, REST-API oder Datenexport.

    BTM ist die Abkürzung für Betäubungsmittel, den deutschen Rechtsbegriff für einen kontrollierten Stoff. Ein Arzneimittel ist rechtlich nur dann ein BTM, wenn sein Wirkstoff in Anlage I, II oder III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgeführt ist.

    Die Zuordnung erfolgt auf Stoffebene. Das BtMG unterscheidet drei Anlagen, die über Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit entscheiden. Die konkrete Verschreibung, das BtM-Rezept und die zulässigen Höchstmengen regelt die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV). Die Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs liegt bei der Bundesopiumstelle im BfArM.

    Woran erkenne ich, ob ein Arzneimittel ein BTM ist?

    Kurz: Maßgeblich ist der Wirkstoff, nicht die Darreichungsform. Steht der Stoff in Anlage II oder III des BtMG, ist das Präparat BTM-pflichtig. Praktisch prüfen Sie das je Fertigarzneimittel über die PZN, denn Kennzeichnung, Lagerung und Dokumentation hängen am konkreten Artikel, nicht allein am Stoff.

    Die drei Anlagen des BtMG im Überblick

    AnlageRechtsstatusBeispiele
    Anlage Inicht verkehrsfähigHeroin, LSD (keine regulären Arzneimittel)
    Anlage IIverkehrsfähig, nicht verschreibungsfähigbestimmte Grund- und Ausgangsstoffe
    Anlage IIIverkehrs- und verschreibungsfähigMorphin, Fentanyl, Methadon

    Nur Stoffe der Anlage III sind ärztlich verordnungsfähig, und zwar über ein BtM-Rezept nach den Vorgaben der BtMVV. Von der BTM-Verschreibung zu unterscheiden ist das T-Rezept für bestimmte teratogene Wirkstoffe. Die allgemeine Verschreibungspflicht ist nicht gleichbedeutend mit BTM-Pflicht: Viele verschreibungspflichtige Arzneimittel sind keine Betäubungsmittel.

    Ist Morphin ein BTM?

    Kurz: Ja. Morphin ist in Anlage III des BtMG gelistet und damit verkehrs- und verschreibungsfähig. Die Verordnung erfolgt über ein BtM-Rezept, für das die BtMVV eigene Höchstmengen und Dokumentationspflichten vorgibt. Der BTM-Status gilt für den Wirkstoff, die konkrete Kennzeichnung aber je Fertigarzneimittel und damit je PZN.

    Genau hier liegt die praktische Hürde: Das BtMG ordnet auf Stoffebene, geprüft und dokumentiert wird aber je Artikel. In pharmazie.com finden Fachkreise das BTM-Kennzeichen je PZN im Rechtsinformationen-Tab des Artikels. Datenquelle ist der ABDATA-Artikelstamm. Der Abruf erfolgt wahlweise über die Web-App, die REST-API oder den Datenexport. Besonders für die Krankenhausapotheke lässt sich der BTM-Status so artikelgenau prüfen und in eigene Systeme übernehmen.

    Datensteckbrief: BTM in pharmazie.com

    • Merkmal: BTM-Kennzeichen je Fertigarzneimittel (PZN)
    • Fundort: Rechtsinformationen-Tab des Artikels
    • Datenquelle: ABDATA-Artikelstamm
    • Bezugswege: Web-App, REST-API, Datenexport
    • Rechtsgrundlage: BtMG (Anlagen I bis III), BtMVV
    • Primär relevant für: Krankenhausapotheke

    Prüfen Sie den BTM-Status artikelgenau. Sehen Sie in pharmazie.com, wie Sie das BTM-Kennzeichen je PZN abrufen und per REST-API in Ihre Prozesse einbinden. Grundlagen zur Artikelnummer finden Sie im Glossar unter PZN.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ist ein Betäubungsmittel (BTM)?
    Welche Rolle spielen die Anlagen I, II und III des BtMG?
    Was regelt die BtMVV?
    Woran erkenne ich den BTM-Status eines Arzneimittels?
    Welche Rolle spielt die Bundesopiumstelle?
    Wie finde ich das BTM-Kennzeichen in pharmazie.com?

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