Arzneimitteldaten und Datenbanken
August 6, 2026
6 Minuten

T-Rezept

Das T-Rezept ist das nummerierte amtliche Sonderformular, das in Deutschland für die Verordnung der teratogenen Wirkstoffe Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid vorgeschrieben ist. Rechtsgrundlage ist Paragraf 3a der Arzneimittelverschreibungsverordnung. Das BfArM gibt die Formulare aus und führt das T-Register, das jede Verordnung und Abgabe dieser fruchtschädigenden Arzneimittel lückenlos überwacht.

Inhaltsverzeichnis
    Kurz gefasst
    • Das T-Rezept ist das nummerierte Sonderformular für Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid, geregelt in § 3a AMVV.
    • Das BfArM gibt die Formulare aus und führt das T-Register; Apotheken melden die Abgaben wöchentlich.
    • Die Verordnung ist nur sechs Tage gültig; die Höchstmenge beträgt vier Wochen (gebärfähige Frauen) bzw. zwölf Wochen.
    • pharmazie.com führt das T-Rezept-Kennzeichen je PZN im Tab „Rechtsinformationen“, per REST-API und Datenexport.

    Das T-Rezept ist das nummerierte amtliche Sonderformular, auf dem in Deutschland ausschließlich die teratogenen Wirkstoffe Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid verordnet werden dürfen. Rechtsgrundlage ist § 3a der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).

    Das T-Rezept ist die schärfste Verschreibungsstufe im deutschen Arzneimittelrecht. Es geht auf den Contergan-Skandal zurück: Thalidomid, in den 1950er- und 1960er-Jahren als Schlaf- und Beruhigungsmittel vertrieben, führte bei Ungeborenen zu schweren Fehlbildungen. Heute werden die drei Wirkstoffe vor allem beim Multiplen Myelom eingesetzt, und zwar unter einem europaweit vorgeschriebenen Schwangerschafts-Präventionsprogramm.

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt die durchnummerierten Formulare auf schriftliche Anforderung an berechtigte Ärztinnen und Ärzte aus und führt das T-Register. Apotheken sind verpflichtet, die Durchschläge der eingelösten T-Rezepte wöchentlich an das BfArM zu übermitteln. So werden Verordnung und Abgabe dieser fruchtschädigenden Wirkstoffe lückenlos kontrolliert.

    Welche Wirkstoffe brauchen ein T-Rezept?

    Genau drei Wirkstoffe unterliegen der T-Rezept-Pflicht. Alle drei sind teratogen und werden überwiegend in der Hämato-Onkologie verordnet.

    WirkstoffEU-ZulassungTypischer Einsatz
    ThalidomidApril 2008Multiples Myelom
    LenalidomidJuni 2007Multiples Myelom und weitere hämatologische Indikationen
    PomalidomidSeptember 2013Multiples Myelom

    Welche Fristen und Höchstmengen gelten beim T-Rezept?

    Ein T-Rezept ist nur wenige Tage gültig, und die verordnungsfähige Menge ist eng begrenzt. Die zentralen Regeln im Überblick:

    1. Gültigkeit der Verordnung: bis zu sechs Tage nach dem Tag der Ausstellung (§ 3a Absatz 4 AMVV).
    2. Höchstmenge für gebärfähige Frauen: Bedarf für höchstens vier Wochen (§ 3a Absatz 3 AMVV).
    3. Höchstmenge in allen übrigen Fällen: Bedarf für höchstens zwölf Wochen (§ 3a Absatz 3 AMVV).
    4. Meldepflicht der Apotheke: wöchentliche Übermittlung der Rezeptdurchschläge an das BfArM.

    Wo finden Fachkreise den T-Rezept-Status bei pharmazie.com?

    pharmazie.com führt das T-Rezept-Kennzeichen als eigenes Flag im Tab „Rechtsinformationen“ jedes Artikels, direkt neben dem Verschreibungsstatus und weiteren rechtlichen Klassifizierungen. So erkennen Sie je PZN, ob ein Präparat der T-Rezept-Pflicht unterliegt, ohne das behördliche Register manuell abzugleichen.

    • Feld: T-Rezept-Kennzeichen und Verschreibungsstatus im Tab „Rechtsinformationen“
    • Granularität: je PZN
    • Quelle: ABDA-Artikelstamm (ABDATA Pharma-Daten-Service)
    • Stand: tagesaktuell, mit Quellen- und Datumsstempel auf jeder Detailseite
    • Zugang: Web-App, REST-API, Datenexport

    Eine ehrliche Einschränkung: Das Kennzeichen zeigt die T-Rezept-Pflicht je Artikel, es ersetzt aber nicht das behördliche T-Register des BfArM. Die Anforderung der Formulare und die wöchentliche Meldepflicht bleiben ein Vorgang gegenüber dem BfArM.

    Verwandte Begriffe im Glossar: das BTM (Betäubungsmittel) als benachbarte Kontrollstufe und die allgemeine Verschreibungspflicht, auf der das T-Rezept aufsetzt.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ist ein T-Rezept?
    Welche Wirkstoffe brauchen ein T-Rezept?
    Wie lange ist ein T-Rezept gültig?
    Welche Höchstmengen gelten beim T-Rezept?
    Wer gibt T-Rezepte aus und was ist das T-Register?
    Wo sehe ich den T-Rezept-Status eines Präparats bei pharmazie.com?

    Weitere Begriffe

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