Kurz gefasstIDMP (Identification of Medicinal Products) bezeichnet ein Set aus fünf ISO-Normen, das ein Arzneimittel in einer einzigen, maschinenlesbaren Datenstruktur abbildet. So lässt sich ein Präparat eindeutig identifizieren, unabhängig von Behörde, Sprache oder Landesgrenze.
IDMP löst eine über Jahrzehnte gewachsene, fragmentierte Identifikationslandschaft ab, in der jede Behörde eigene Codes und Formate pflegte. An ihre Stelle treten standardisierte Kennungen: der MPID (Medicinal Product Identifier), der PhPID (Pharmaceutical Product Identifier) und der PCID (Packaged Medicinal Product Identifier).
Rechtliche Grundlage in der EU ist die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 520/2012. Die Meldepflicht nach IDMP liegt bei den Zulassungsinhabern, die ihre Produktdaten strukturiert an die Behörden übermitteln. IDMP ist damit ein regulatorischer Standard für die Kommunikation zwischen Zulassungsinhaber und Behörde, kein Endkundenformat.
IDMP besteht aus den ISO-Normen 11615, 11616, 11238, 11239 und 11240. Jede Norm beschreibt einen Baustein des Arzneimittels, von der Substanz über die Darreichungsform bis zur Maßeinheit.
| ISO-Norm | Gegenstand |
|---|---|
| ISO 11615 | Regulierte Arzneimittelinformationen (Medicinal Product) |
| ISO 11616 | Regulierte pharmazeutische Produktinformationen (Pharmaceutical Product) |
| ISO 11238 | Substanzen und deren eindeutige Identifikation |
| ISO 11239 | Darreichungsformen, Aufmachung, Applikationswege, Verpackung |
| ISO 11240 | Maßeinheiten |
SPOR ist die operative Umsetzung von IDMP in der EU durch die EMA. Vier Stammdatendienste liefern die Referenzdaten: SMS für Substanzen, PMS für Produkte, OMS für Organisationen und RMS für Referenzlisten. RMS und OMS sind seit Juni 2017 verfügbar, PMS und SMS werden schrittweise ausgebaut.
Verwandte Begriffe: PZN, EU-Zulassungsnummer und REST-API-Webservice.
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IDMP steht für Identification of Medicinal Products und umfasst fünf ISO-Normen, die ein Arzneimittel in einer maschinenlesbaren Struktur beschreiben. Ziel ist die eindeutige, grenzüberschreitende Identifikation eines Präparats gegenüber Zulassungsbehörden. In der EU wird der Standard über die EMA-SPOR-Stammdatendienste umgesetzt und betrifft primär Zulassungsinhaber.
IDMP besteht aus fünf ISO-Normen. ISO 11615 regelt regulierte Arzneimittelinformationen, ISO 11616 pharmazeutische Produktinformationen, ISO 11238 Substanzen, ISO 11239 Darreichungsformen, Aufmachung, Applikationswege und Verpackung sowie ISO 11240 Maßeinheiten. Zusammen bilden sie ein Arzneimittel vollständig und maschinenlesbar in einer einheitlichen Datenstruktur ab.
SPOR ist das Programm der EMA, mit dem IDMP in der EU umgesetzt wird. Es umfasst vier Stammdatendienste: SMS für Substanzen, PMS für Produkte, OMS für Organisationen und RMS für Referenzlisten. RMS und OMS sind seit Juni 2017 verfügbar, PMS und SMS werden schrittweise ausgebaut.
MPID, PhPID und PCID sind die zentralen IDMP-Kennungen. Der MPID (Medicinal Product Identifier) identifiziert das Arzneimittel, der PhPID (Pharmaceutical Product Identifier) das pharmazeutische Produkt aus Wirkstoff, Stärke und Darreichungsform, der PCID (Packaged Medicinal Product Identifier) die konkrete Packung. Sie machen Produkte eindeutig referenzierbar.
Zur IDMP-Meldung verpflichtet sind die Zulassungsinhaber. Sie übermitteln ihre regulierten Produktdaten strukturiert an die Behörden, in der EU über die EMA-SPOR-Dienste. Rechtsgrundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 520/2012. IDMP ist damit eine regulatorische Pflicht der Industrie gegenüber Behörden, kein Datenformat für Apotheken oder Endkunden.
pharmazie.com hält strukturierte Arzneimittel-Stammdaten je PZN und mit Bezug zur jeweiligen Zulassung, einschließlich des ABDA-Artikelstamms, und liefert sie über eine REST-API aus. Damit lassen sich Produktdaten in eigene Systeme einbinden. pharmazie.com ist kein zertifiziertes IDMP- oder SPOR-System, die behördliche Meldepflicht verbleibt beim Zulassungsinhaber.