Datenintegration und APIs
August 17, 2026
10 Min.

Impfstoffliste mit PZN: Warum es die offizielle Datei nicht gibt und welcher Weg trägt

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Schutzimpfungen, abgerechnet wird ein Artikel mit PZN. Zwischen beiden Ebenen liegt eine Zuordnung, die keine Behörde als Datei bereitstellt. Der tragfähige Weg führt über den deutschen Artikelstamm: die Warengruppe der Impfstoffe filtern, PZN, Handelsname, Anbieter, Darreichungsform, Packungsgröße und Vertriebsstatus mitliefern und die Liste zyklisch als Datei oder per API abholen.

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Inhaltsverzeichnis
    Zusammenfassung
    • Eine amtliche, maschinenlesbare Liste der empfohlenen Impfstoffe mit PZN existiert nicht und wird nicht kommen.
    • Grund: § 20 Abs. 2 IfSG lässt die STIKO Schutzimpfungen empfehlen, also Impfungen gegen Krankheiten, nicht Präparate.
    • Der tragfähige Weg dreht die Richtung um: die Warengruppe der Impfstoffe im deutschen Artikelstamm über die ATC-basierte Klassifikation filtern.
    • Umfang derzeit rund tausend Artikel, Änderungstakt zwei Wochen, außer Vertrieb gesetzte Artikel bleiben rund sechs Monate abrufbar.
    • Pflichtfelder: PZN, Handelsname, Anbieter, Darreichungsform, Packungsgröße, Vertriebsstatus, Zulassungsnummer soweit vorhanden.
    • Im Vorgang den Wert festschreiben, nicht die Referenz, sonst werden abgeschlossene Vorgänge unlesbar, sobald ein Artikel aus der Liste fällt.
    • Bezug als Datei im festen Takt oder als zyklischer API-Abruf mit JSON-Antwort, bei Weitergabe getrennt je Lizenznehmer.

    Kurz vorweg: Eine amtliche, maschinenlesbare Liste der empfohlenen Impfstoffe mit Pharmazentralnummer gibt es nicht, und sie wird auch nicht kommen. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission beschreibt Schutzimpfungen, also die Impfung gegen eine Krankheit. Abgerechnet und dokumentiert wird dagegen ein konkreter Artikel: eine Packung eines bestimmten Anbieters mit einer achtstelligen PZN. Zwischen beiden Ebenen liegt eine Zuordnung, die keine Behörde als Datei bereitstellt. Der praktikable Weg führt deshalb nicht über das Auslesen von Behördenseiten, sondern über den deutschen Artikelstamm: Warengruppe Impfstoffe filtern, Felder mitliefern, zyklisch abholen.

    Warum die Suche nach „der offiziellen Impfstoffliste" ins Leere läuft

    Die Frage taucht immer in derselben Form auf: „Wo bekommen wir die Liste der Impfstoffe mit PZN her?" Dahinter steckt eine nachvollziehbare Annahme. Wenn eine Kommission beim Robert Koch-Institut festlegt, welche Impfungen empfohlen sind, und wenn genau diese Impfungen abgerechnet werden dürfen, dann müsste es doch eine Datei geben, in der beides zusammenkommt.

    Die Annahme scheitert an der Konstruktion. § 20 Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes richtet die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut ein und gibt ihr den Auftrag, „Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen" auszusprechen (§ 20 IfSG). Der Gegenstand der Empfehlung ist die Impfung, nicht das Präparat. Welche Packung eines welchen Anbieters am Ende in den Oberarm geht, ist keine Frage der Empfehlung, sondern eine Frage von Verfügbarkeit, Zulassung und Wirtschaftlichkeit.

    Dieselbe Trennung setzt sich in der Leistungsebene fort. Der Gemeinsame Bundesausschuss überführt die Empfehlungen in die Schutzimpfungs-Richtlinie, die den Anspruch der Versicherten regelt. Auch sie beschreibt Impfungen und Indikationen, keine Artikelnummern. Und das Paul-Ehrlich-Institut, bei dem die zugelassenen Impfstoffe geführt werden, veröffentlicht seine Impfstoff-Übersichten als Webseiten, gegliedert nach Erreger, verschachtelt über viele Unterseiten und ohne PZN.

    In der Praxis heißt das: Die Information liegt verteilt auf drei Institutionen, in drei Darstellungsformen, und an keiner Stelle in der Form, in der ein Fachverfahren sie braucht. Der Versuch, die Seiten automatisiert auszulesen, scheitert regelmäßig nicht am Werkzeug, sondern an der Struktur. Man kann eine Seite parsen, die eine Tabelle enthält. Man kann keine Liste aus einer Navigation gewinnen, die pro Erreger, pro Hersteller und pro Zulassung erneut abzweigt und dabei keinen einzigen Identifikator führt, der zum Warenwirtschaftssystem passt.

    Der Use-Case: impfen, dokumentieren, abrechnen

    Der Bedarf entsteht überall dort, wo geimpft wird und die Leistung anschließend gegenüber einem Kostenträger abgerechnet werden muss. Der öffentliche Gesundheitsdienst ist dafür das schärfste Beispiel, weil dort beide Enden zusammenfallen: Es darf nur geimpft werden, was empfohlen ist, und abgerechnet werden kann nur, was mit dem tatsächlich eingesetzten Impfstoff samt PZN dokumentiert ist.

    Praktisch sieht der Vorgang so aus. Eine Person wird geimpft. In der Fachanwendung wird ein Vorgang angelegt. Dort muss der eingesetzte Impfstoff ausgewählt werden, und zwar so, dass die Auswahl später als Abrechnungsposition trägt: mit Handelsnamen, damit der Vorgang lesbar bleibt, und mit PZN, damit er maschinell verarbeitbar ist. Wer diese Auswahl aus einer manuell gepflegten Liste speist, hat drei Probleme gleichzeitig. Die Liste veraltet, weil im Artikelstamm alle zwei Wochen Artikel hinzukommen und wegfallen. Sie ist unvollständig, weil ein einziger geläufiger Impfstoffname für ein gutes Dutzend PZN steht, sobald Packungsgrößen und Anbieter mitgezählt werden. Und sie ist nicht belastbar, weil im Zweifel niemand nachweisen kann, dass ein bestimmter Artikel zum Zeitpunkt der Impfung im Handel war.

    Hinzu kommt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Die Auswahl darf sich nicht auf einen Handelsnamen beschränken, sondern muss die Anbieterebene sichtbar machen, damit überhaupt zwischen wirtschaftlichen Alternativen gewählt werden kann. Genau dafür braucht es den Artikelbezug, nicht den Impfungsbezug.

    Ein Impfstoffname, viele Artikel

    Wer die Liste zum ersten Mal sieht, ist meist überrascht, wie viele Zeilen auf einen einzigen geläufigen Namen entfallen. Das ist kein Fehler in den Daten, sondern die Abbildung dessen, was im Markt tatsächlich existiert. Vier Achsen erzeugen diese Vervielfachung.

    Kombination. Gegen dieselbe Krankheit kann einzeln oder in Kombination geimpft werden. Eine Kombinationsimpfung deckt mehrere Empfehlungen mit einem Artikel ab und taucht damit in mehreren fachlichen Zuordnungen auf. Umgekehrt gibt es zu vielen Kombinationen weiterhin Einzelimpfstoffe.

    Darreichungsform. Fertigspritze, Durchstechflasche, Suspension zur Injektion: derselbe Wirkstoff, unterschiedliche Handhabung, unterschiedliche Artikel. Für die Dokumentation ist das kein kosmetischer Unterschied, weil sich Handhabung und Verbrauch unterscheiden.

    Packungsgröße. Eine Einzeldosis und die Zehnerpackung sind zwei Artikel mit zwei PZN. Für die Bestandsführung sind beide relevant, für die Abrechnung zählt, was tatsächlich verwendet wurde.

    Anbieter. Mehrere Anbieter können denselben oder einen gleichwertigen Impfstoff im Markt haben. Erst diese Ebene macht das Wirtschaftlichkeitsgebot überhaupt anwendbar, denn ohne Anbieterspalte lässt sich keine Alternative benennen.

    Für die Auswahlmaske im Fachverfahren hat das eine konkrete Konsequenz. Eine flache Liste mit tausend Einträgen ist unbedienbar. Sinnvoll ist eine zweistufige Auswahl: zuerst die Impfung oder der Wirkstoff, dann die konkreten Artikel, die dazu passen. Die erste Stufe ist eine fachliche Zuordnung, die Sie einmal aufbauen und pflegen. Die zweite Stufe kommt vollständig aus den Daten und aktualisiert sich mit jedem Datenstand von selbst. Diese Aufteilung ist der eigentliche Kern der Lösung: Sie halten die Zuordnung klein und veränderungsarm und lassen die Artikelmenge dahinter automatisch mitlaufen.

    Welche Felder eine belastbare Impfstoffliste tragen muss

    Kurzantwort: PZN, Handelsname, Anbieter, Darreichungsform und Packungsgröße sind der Mindestsatz. Vertriebsstatus und Warengruppe machen die Liste erst nachweisfähig, weil sie den Stichtag und die Abgrenzungsregel mitliefern.

    Die folgende Aufstellung ist so geschnitten, dass die Liste sowohl die Auswahl im Vorgang als auch die spätere Abrechnung und eine Nachweisführung trägt.

    FeldWofür es gebraucht wirdOhne dieses Feld
    PZNeindeutiger Bezug auf die konkrete Packung, Grundlage jeder Abrechnungszeilekeine maschinelle Verarbeitung, keine Abrechnung
    Handelsnamelesbare Auswahl im Vorgang, Wiedererkennung durch das impfende PersonalAuswahl per Nummer, hohe Fehlerquote
    AnbieterWirtschaftlichkeitsvergleich zwischen gleichwertigen Präparatenkeine begründbare Auswahl zwischen Alternativen
    DarreichungsformUnterscheidung von Fertigspritze, Durchstechflasche und SuspensionVerwechslung gleichnamiger Artikel
    PackungsgrößeMengenlogik, Bestellung, VerbrauchsdokumentationBestandsführung nicht abbildbar
    VertriebsstatusKennzeichnung „im Vertrieb" oder „außer Vertrieb" zum Stichtagabgekündigte Artikel bleiben unbemerkt in der Auswahl
    Zulassungsnummer, soweit vorhandenBrücke zu den Veröffentlichungen der ZulassungsbehördeRückverfolgung zur Zulassung nur manuell
    Warengruppe oder ATC-Zuordnungreproduzierbare Abgrenzung, was überhaupt ein Impfstoff istdie Liste wird zur Ermessensfrage

    Das letzte Feld ist das unauffälligste und das wichtigste. Es beantwortet die Frage, nach welcher Regel ein Artikel in der Liste steht. Eine Liste, deren Abgrenzung nicht aus einem Datenfeld folgt, sondern aus einer einmaligen Handauswahl, lässt sich beim nächsten Datenstand nicht identisch wiederherstellen.

    Auf welcher Datenstufe die Antwort liegt

    Kurzantwort: Im deutschen Artikelstamm, abgegrenzt über die ATC-basierte Warengruppe der Impfstoffe. Die Liste wird nicht von der Empfehlung her gebaut, sondern von der Warengruppe her.

    Der deutsche Artikelstamm führt jedes im Handel befindliche Arzneimittel mit seiner PZN und ordnet es in eine Klassifikation ein, die auf dem ATC-System aufsetzt. Impfstoffe bilden darin eine eigene Gruppe, weiter untergliedert nach bakteriellen, viralen und kombinierten Impfstoffen. Wer auf dieser Gruppe filtert, erhält die vollständige Menge der Impfstoff-Artikel im deutschen Markt: derzeit rund tausend Artikel, mit einem Änderungstakt von zwei Wochen. Artikel, die außer Vertrieb gesetzt werden, bleiben etwa ein halbes Jahr abrufbar, bevor sie aus dem Bestand fallen. Dieses Nachlauffenster ist kein Detail, sondern der Grund, warum rückwirkende Vorgänge überhaupt noch aufgelöst werden können.

    Dieser Weg dreht die Beweislast um, und zwar zu Ihren Gunsten. Statt zu belegen, dass ein bestimmter Impfstoff auf einer amtlichen Liste steht, die es nicht gibt, arbeiten Sie mit der vollständigen Menge der zugelassenen und in Deutschland mit PZN gemeldeten Impfstoffe. Wer eine Position beanstanden will, muss zeigen, dass der Artikel dort nicht hingehört. Diese Argumentation lässt sich führen, weil die Abgrenzung aus einer nachvollziehbaren Klassifikation folgt und nicht aus einer Auswahlentscheidung. Eine rechtliche Bewertung ersetzt sie nicht.

    Die Zuordnung Impfung zu Artikel bleibt dabei eine fachliche Entscheidung, die im Amt oder in der Praxis getroffen wird. Die Daten liefern die vollständige, aktuelle Auswahlmenge und die Felder, die eine begründete Entscheidung möglich machen. Sie ersetzen die Entscheidung nicht.

    Der Integrationsweg: einmal definieren, zyklisch abholen

    Kurzantwort: Entweder eine Datei im Zwei-Wochen-Takt oder ein zyklischer API-Abruf mit JSON-Antwort. Echtzeit braucht dieser Anwendungsfall nicht, wohl aber eine klare Zuständigkeit für die Aktualisierung.

    Für die Anbindung gibt es zwei Muster, und die Wahl zwischen ihnen hängt weniger an der Technik als an der Frage, wer die Aktualisierung verantwortet.

    Muster A, Datenlieferung. Die gefilterte Liste wird als Datei bereitgestellt, typischerweise im Zwei-Wochen-Takt des Artikelstamms. Das ist der schnellste Weg zu einem ersten produktiven Stand und passt, wenn genau eine Stelle die Daten weiterverteilt.

    Muster B, API-Abruf. Ein Endpunkt liefert die aktuelle Liste als JSON. Der Abruf erfolgt zyklisch aus dem eigenen System heraus, etwa über einen Datentransferadapter, der die Sätze in die interne Artikelgruppe importiert und von dort an die angeschlossenen Stellen verteilt. Der Vorteil liegt nicht in der Geschwindigkeit, denn Impfstoffdaten brauchen keine Echtzeit. Er liegt in der Verantwortung: Niemand muss an eine Lieferung denken, und niemand muss eine Datei entgegennehmen.

    Für Softwarehäuser, die mehrere Anwender beliefern, kommt eine dritte Ebene hinzu. Die Datenausgabe wird je Lizenznehmer getrennt, damit nachvollziehbar bleibt, wer welche Daten nutzt. Technisch ist das eine Kennung am Abruf, lizenzrechtlich ist es die Voraussetzung dafür, dass ein Anbieter die Daten überhaupt an seine Kunden weiterreichen darf. Wer das früh mitdenkt, spart sich den Umbau, sobald der zweite und dritte Anwender dazukommt. Wie die Lizenzstufen dabei greifen, ist im Beitrag zum rechtskonformen Listen von Arzneimittel-Stammdaten ausführlich beschrieben.

    Datensteckbrief

    MerkmalAusprägung
    GrundmengeImpfstoff-Artikel im deutschen Handel, abgegrenzt über die ATC-basierte Warengruppe
    Umfangrund tausend Artikel, Bestand schwankt mit jedem Datenstand
    Aktualisierungzweiwöchentlich, entsprechend dem Takt des Artikelstamms
    Nachlaufaußer Vertrieb gesetzte Artikel bleiben rund sechs Monate abrufbar
    SchlüsselfeldPZN, achtstellig
    Weitere FelderHandelsname, Anbieter, Darreichungsform, Packungsgröße, Vertriebsstatus, Zulassungsnummer soweit vorhanden
    LieferwegeDatei im festen Takt oder API-Abruf mit JSON-Antwort
    Lizenzebenegetrennte Ausgabe je Lizenznehmer, Voraussetzung für die Weitergabe an Endanwender
    Nicht enthalteneine Zuordnung Impfung zu Artikel, Erstattungsregeln, Vertragskonditionen

    pharmazie.com ist die konsolidierte pharmazeutische Datenplattform der DACON Datenbank Consulting GmbH, die 25+ Fachdatenbanken in einer einzigen Suche bündelt, ausschließlich für Fachkreise im Gesundheitswesen. Diese Suche heißt Eisbergsuche®: Eine Abfrage über die PZN legt Artikeldaten, Fachinformation, Preisstand und Lieferfähigkeit nebeneinander, statt sie in drei Systemen einzeln zu suchen. Für die Impfstoffliste heißt das praktisch, dass ein Grenzfall aus der Lieferung, etwa eine ungewöhnliche Packungsgröße oder ein Anbieterwechsel, ohne Systemwechsel im Volltext geklärt werden kann. Einzelne Nummern schlagen Sie im PZN-Verzeichnis nach.

    Ein Umsetzungsdetail, das später Ärger spart

    Wenn die Liste in eine Fachanwendung importiert wird, entsteht fast immer dieselbe Frage: Wird im Vorgang eine Referenz auf den Listeneintrag gespeichert oder der Text selbst?

    Die Antwort lautet: der Text, ergänzt um die PZN als eigenes Feld. Der Grund ist der Änderungstakt. Fällt ein Artikel aus der Liste, weil er außer Vertrieb geht, verweist eine gespeicherte Referenz irgendwann ins Leere, und ein abgeschlossener Vorgang aus dem Vorjahr wird nachträglich unlesbar. Wird dagegen der Wert selbst festgeschrieben, bleibt die Dokumentation genau so bestehen, wie sie zum Zeitpunkt der Impfung war. Für die laufende Auswahl arbeitet man weiterhin mit der aktuellen Liste, für den abgeschlossenen Vorgang mit dem eingefrorenen Wert.

    Dieselbe Logik kennt jede Rechnungsposition: Die Position hält fest, was zum Rechnungszeitpunkt galt, unabhängig davon, ob es den Artikel heute noch gibt. Wer diese Trennung von Anfang an einzieht, muss die Liste nie um inaktive Einträge künstlich verlängern, nur damit alte Vorgänge weiterhin auflösbar bleiben.

    Wo die Grenze liegt

    Drei Dinge leistet dieser Weg ausdrücklich nicht, und es lohnt sich, das vor der Einführung auszusprechen.

    Erstens ersetzt die Liste keine fachliche Entscheidung darüber, welche Impfung bei welcher Person indiziert und empfohlen ist. Diese Bewertung folgt der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und, für den Leistungsanspruch, der Schutzimpfungs-Richtlinie. Der aktuelle Stand der Empfehlungen ist beim Robert Koch-Institut veröffentlicht.

    Zweitens enthält die Liste keine Erstattungs- oder Vertragslogik. Ob und in welcher Höhe eine Leistung vergütet wird, ergibt sich aus der jeweiligen Vereinbarung mit dem Kostenträger, nicht aus dem Artikelstamm.

    Drittens gilt die Abgrenzung für den deutschen Markt. Sie beruht auf der PZN und dem deutschen Artikelstamm. Für andere Länder gibt es entsprechende nationale Artikelbestände, aber keinen gemeinsamen Schlüssel, der eine Packung über Ländergrenzen hinweg eindeutig identifiziert.

    Fazit

    Die offizielle Impfstoffliste mit PZN existiert nicht, weil Empfehlung und Artikel zwei verschiedene Ebenen sind und keine Institution für die Verbindung zwischen ihnen zuständig ist. Wer weiter nach der Datei sucht, verliert Zeit an ein Problem, das keine Lösung hat.

    Der Weg, der trägt, beginnt an der anderen Seite: die Warengruppe der Impfstoffe aus dem deutschen Artikelstamm filtern, die Felder mitliefern, die eine Auswahl und eine Abrechnung tragen, den Bezug im Vorgang als Wert und nicht als Referenz festschreiben und den Abruf zyklisch automatisieren. Damit ist die Liste jederzeit aktuell, reproduzierbar begründet und für die Abrechnung belastbar.

    Wenn Sie prüfen möchten, wie ein solcher Datenausschnitt für Ihr Verfahren aussieht, zeigen wir Ihnen den Feldsatz und den Abrufweg gerne an Ihrem Anwendungsfall: Demo buchen. Angrenzende Themen finden Sie in den Beiträgen zum Clustern von PZN zu austauschbaren Präparaten und zu den Lagertemperatur- und Kühlkettendaten je PZN, die für Impfstoffe besonders relevant sind.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Gibt es eine offizielle Liste der von der STIKO empfohlenen Impfstoffe mit PZN?
    Warum stehen zu einem geläufigen Impfstoffnamen so viele PZN in der Liste?
    Warum lässt sich die Liste nicht einfach von den Behördenseiten auslesen?
    Soll im Vorgang eine Referenz auf den Listeneintrag oder der Wert selbst gespeichert werden?
    Wie viele Impfstoff-Artikel gibt es im deutschen Markt und wie oft ändert sich das?
    Darf ein Softwarehaus die Impfstoffliste an mehrere Anwender weitergeben?
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