
ZusammenfassungWer Arzneimittel über mehrere Systeme führt, etwa eine Warenwirtschaft und ein Unit-Dose- oder Closed-Loop-System, steht regelmäßig vor demselben Problem: Eine neue Pharmazentralnummer (PZN) taucht im einen System auf, das andere kennt sie noch nicht, und ob zwei Nummern dasselbe Präparat oder eine austauschbare Alternative bezeichnen, muss jemand von Hand prüfen. Die Grundlage, um PZNs zu clustern und Austauschbarkeit maschinell zu erkennen, sind sechs Felder je PZN: ATC-Code, Wirkstoff mit Stärke und Darreichungsform, Aut-idem- beziehungsweise Substitutionsstatus, Rabattvertrags-Kennung und ein Lieferengpass-Kennzeichen. Alle liegen im Artikelstamm und werden mindestens 14-tägig aktualisiert. Dieser Artikel richtet sich an technische und pharmazeutische Verantwortliche in Einrichtungen, die Arzneimittel-Stammdaten über getrennte Systeme konsistent halten müssen.
In vielen Einrichtungen führt ein Warenwirtschaftssystem die PZNs für Einkauf und Abrechnung, während ein separates Unit-Dose- oder Closed-Loop-System die patientenbezogene Versorgung steuert. Beide Systeme haben eigene Datenstände. Kommt ein Produkt mit neuer PZN hinzu, ist es im einen System bereits gelistet und im anderen noch nicht.
In Gesprächen mit Verantwortlichen für Arzneimittel-Stammdaten kommt dieser Bruch regelmäßig zur Sprache: Der Abgleich von PZNs und ihrer Austauschbarkeit ist manuell, zeitaufwändig und fehleranfällig, und Lieferengpässe lassen sich nur schwer mit verfügbaren Alternativen verknüpfen. Der Ausweg ist kein weiteres System, sondern ein gemeinsamer Stammdaten-Layer, den beide Systeme aus derselben, regelmäßig aktualisierten Quelle beziehen.
Ein Cluster ist nur so gut wie die Felder, die es definieren. Entscheidend ist, dass diese Felder aus einer verlässlichen, gepflegten Quelle stammen und je PZN konsistent vorliegen.
| Feld | Wofür Sie es brauchen |
|---|---|
| PZN (8-stellig) | Eindeutiger Schlüssel je Packung, verbindet beide Systeme |
| ATC-Code | Warengruppen-Klassifikation, Grobcluster nach Wirkstoffgruppe |
| Wirkstoff, Stärke, Darreichungsform | Feincluster wirkstoffgleicher Produkte |
| Aut-idem- / Substitutionsstatus | Ist ein Austausch zulässig oder ausgeschlossen? |
| Rabattvertrags-Kennung | Welche Alternative ist vertraglich bevorzugt? |
| Lieferengpass-Kennzeichen | Ist das Produkt betroffen, und gibt es Alternativen? |
Die PZN ist der Schlüssel: eine achtstellige Nummer (sieben Ziffern plus eine Prüfziffer), die selbst keine Bedeutung trägt. Der ATC-Code ist siebenstellig über fünf Ebenen aufgebaut und liefert das Grobcluster, Wirkstoff mit Stärke und Darreichungsform das Feincluster. Einzelne PZNs lassen sich jederzeit im PZN-Verzeichnis nachschlagen.

Abbildung: Beide Systeme beziehen denselben Stammdaten-Layer je PZN. Daraus werden Cluster, austauschbare Präparate und Engpass-Alternativen ableitbar.
Kurzantwort: Zwei PZNs sind datenseitig austauschbar, wenn sie im Wirkstoff, in der Stärke und in der Packungsgröße übereinstimmen, für dasselbe Anwendungsgebiet zugelassen sind und eine vergleichbare, austauschbare Darreichungsform haben, und der Wirkstoff nicht auf der Substitutionsausschlussliste steht.
Diese Kriterien folgen der Aut-idem-Systematik: Der Austausch gegen ein wirkstoffgleiches Präparat ist der Regelfall, sofern er nicht ausgeschlossen ist. Welche Wirkstoffe von der Substitution ausgenommen sind, legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest. Die Daten liefern die Kandidaten, die pharmazeutische Entscheidung bleibt beim Fachpersonal. Wie die Aut-idem-Logik im Detail funktioniert, vertieft der Beitrag Was bedeutet Aut-idem bei der Generika-Substitution.
Ein Lieferengpass ist erst dann handhabbar, wenn er unmittelbar mit einer verfügbaren Alternative verknüpft ist. Über das Lieferengpass-Kennzeichen je PZN in Verbindung mit ATC-Code und Wirkstoff wird aus einer Engpassmeldung eine konkrete Auswahl: Ist ein Produkt betroffen, zeigt das Cluster die wirkstoffgleichen, nicht betroffenen Alternativen. Die zugrunde liegenden Meldungen dokumentiert das BfArM; im Stammdaten-Layer werden sie an die PZN gebunden und damit direkt neben der Alternative sichtbar.
Der Integrationsweg hängt davon ab, wie Ihre Systeme Daten aufnehmen. Zwei Wege sind üblich:
In beiden Fällen ist die PZN der gemeinsame Schlüssel, über den Warenwirtschaft und Unit-Dose-System denselben Datenstand teilen.
Die Rohdatenlizenz beziehen Sie beim Datenurheber, den technischen Zugang und die Aufbereitung bei pharmazie.com, das mehr als 25 pharmazeutische Datenbanken über die PZN in einer Suche zusammenführt. Welche Lizenz für welchen Umfang nötig ist, klärt der Beitrag Wann Sie eine Rohdatenlizenz für Arzneimitteldaten brauchen. Umfang und Aktualisierung des Artikelstamms beschreibt ABDATA.
Der Stammdaten-Layer liefert Kandidaten und Kennzeichen, keine fertige Substitutionsentscheidung. Ob ein austauschbares Präparat im Einzelfall abgegeben wird, hängt von der Substitutionsausschlussliste, geltenden Rabattverträgen und patientenindividuellen Faktoren ab und bleibt eine pharmazeutische Entscheidung. Die Daten beschleunigen den Weg zur Auswahl, sie ersetzen die fachliche Prüfung nicht.
Getrennte Systeme wie Warenwirtschaft und Unit-Dose-Versorgung lassen sich nicht dadurch synchron halten, dass man PZNs von Hand abgleicht, sondern über einen gemeinsamen Stammdaten-Layer je PZN. ATC-Code, Wirkstoff mit Stärke und Darreichungsform, Aut-idem-Status, Rabattvertrags-Kennung und Lieferengpass-Kennzeichen machen Clusterung, Austauschbarkeit und Engpass-Alternativen maschinell erkennbar. Klären Sie zuerst den Feldbedarf, dann Lizenz und Integrationsweg. Wenn Sie das für Ihre Systeme durchsprechen möchten, fragen Sie eine Demo an.
Je PZN mindestens: ATC-Code als Warengruppen-Schlüssel, Wirkstoff mit Stärke und Darreichungsform, den Aut-idem- beziehungsweise Substitutionsstatus, die Rabattvertrags-Kennung und ein Lieferengpass-Kennzeichen. Diese Felder machen Gruppen wirkstoffgleicher Produkte und ihre Austauschbarkeit maschinell erkennbar, statt sie manuell abzugleichen.
Der Artikelstamm wird mindestens alle 14 Tage aktualisiert, wichtige Bestände täglich, mit Preisstichtagen zum 1. und 15. eines Monats. Lieferengpass-Daten ändern sich laufend. Ihr Aktualisierungszyklus sollte diesem Takt folgen, damit Cluster und Alternativen aktuell bleiben.
Wenn sie im Wirkstoff, in der Stärke und in der Packungsgröße übereinstimmen, für dasselbe Anwendungsgebiet zugelassen sind und eine vergleichbare, austauschbare Darreichungsform haben. Zusätzlich darf der Wirkstoff nicht auf der Substitutionsausschlussliste stehen. Die Daten liefern die Kandidaten, die Entscheidung bleibt beim Fachpersonal.
Über das Lieferengpass-Kennzeichen je PZN in Verbindung mit ATC-Code und Wirkstoff. Ist ein Produkt betroffen, liefert der Cluster sofort die wirkstoffgleichen, verfügbaren Alternativen. So wird aus einer Engpassmeldung eine konkrete, handhabbare Auswahl statt einer manuellen Recherche.
Über einen gemeinsamen Stammdaten-Layer, den beide Systeme aus derselben Quelle beziehen. Sobald eine neue PZN im einen System auftaucht, liefert der Layer die zugehörigen Cluster- und Austauschinformationen, sodass das andere System sie nicht erst manuell nachpflegen muss.
Für Clusterung und Austauschbarkeit genügt der Artikelstamm mit ATC, Wirkstoff, Aut-idem- und Rabattvertragsdaten. Für Engpassalternativen kommt die Lieferengpass-Datenbank hinzu. Beides lässt sich über die PZN als gemeinsamen Schlüssel in einem Layer zusammenführen und gemeinsam ausliefern.