
ZusammenfassungPZN-Neuaufnahmen und Löschungen gleichen Sie je Veröffentlichungstermin der Informationsstelle für Arzneispezialitäten (IFA) ab, also zum 1. und 15. eines Monats, und zwar gegen den vollständigen Änderungsbestand des Artikelstamms. Veröffentlichte Neueinführungsmeldungen reichen dafür nicht: Sie erscheinen nur, wenn ein Anbieter eine Meldung herausgibt. Das Delta im Artikelstamm enthält dagegen jede Neuaufnahme, jede Änderung und jede Löschung. Die eigentliche Arbeit beginnt danach, bei der Frage, ob eine neue PZN ein neues Arzneimittel, eine weitere Packung, einen Nachfolger oder einen Import darstellt. Dieser Beitrag richtet sich an Redaktionen und Datenteams, die eine eigene Arzneimitteldatenbank führen, in Fachverlagen, Softwarehäusern und Informationsdiensten. Er zeigt die Felder für diese Zuordnung, den Datenweg je Stichtag und die Grenzen des Verfahrens.
Eine eigene Arzneimitteldatenbank ist mehr als eine Kopie des Artikelstamms. Sie trägt eigene Anreicherungen: eine Verknüpfung zu Dokumenten, eine eigene Wirkstoffkodierung, redaktionelle Zuordnungen. Jede neue PZN muss deshalb in diese Struktur eingeordnet werden, und jede gelöschte PZN muss sauber aus ihr heraus. Das passiert im Takt der IFA-Veröffentlichungen, also etwa alle 14 Tage.
Das Finden der neuen PZN ist dabei der leichte Teil, ein Abgleich zweier Stände zeigt sie sofort. In Discovery-Gesprächen mit Datenredaktionen wird der Aufwand an einer anderen Stelle verortet: beim Einordnen. Ist die neue PZN ein neues Arzneimittel, ein Vorgänger oder Nachfolger, eine weitere Packung eines bekannten Produkts oder ein Arzneimittel, das nur befristet auf den deutschen Markt darf? Die meisten Fälle lassen sich regelbasiert lösen. Die letzten sind fast immer die aufwendigsten.
Dazu kommt ein struktureller Treiber. Anbieterstrukturen werden komplexer: Zulassungen werden an Tochtergesellschaften übertragen oder verkauft, Präparate laufen im Mitvertrieb, ein örtlicher Vertreter tritt neben den Zulassungsinhaber. Jede dieser Konstellationen erzeugt neue PZN oder neue Anbieterangaben zu einem Arzneimittel, das pharmazeutisch unverändert bleibt. Wer sie nicht erkennt, legt Dubletten an.
Kurz: Das Delta braucht Änderungsart, PZN und Stichtag. Die Zuordnung braucht zusätzlich die Felder, die eine neue PZN mit einem bekannten Arzneimittel verbinden: M2-Nummer, Zulassungsnummer, Import-Kennzeichen, Verweis auf die neue Packungseinheit und den ATC-Code. Wirkstoff und Stärke kommen als pharmazeutische Anreicherung dazu, meist zeitversetzt.
| Feld | Wofür es im Use-Case gebraucht wird | Status |
|---|---|---|
| PZN | Schlüssel des Deltas und des eigenen Bestands | Pflicht |
| Änderungsart | Neuaufnahme, Änderung oder Löschung; steuert den Verarbeitungsweg | Pflicht |
| Veröffentlichungstermin | Ordnet die Änderung dem Stichtag zu | Pflicht |
| Handelsname | Erste Plausibilisierung der Zuordnung | Pflicht |
| Anbieter | Zeigt, ob ein bekanntes Präparat unter neuem Anbieter erscheint | Pflicht |
| Darreichungsform | Trennt eine neue Darreichung von einer neuen Packung | Pflicht |
| Menge und Mengeneinheit | Erkennt eine weitere Packungsgröße | Pflicht |
| M2-Nummer | Fasst alle Packungsgrößen einer Darreichungsform zusammen; bekannte M2-Nummer heißt bekanntes Produkt | Pflicht |
| Zulassungsnummer | Stärkster Schlüssel zum Arzneimittel; nicht in jedem Datensatz belegt | Pflicht, wenn vorhanden |
| ATC-Code | Fachliche Einordnung, wenn die Zulassungsnummer fehlt | Pflicht |
| Import-Kennzeichen und PZN der Originalpackung | Erkennt den Import oder Reimport eines bekannten Originals | optional |
| Verweis auf neue Packungseinheit | Verbindet eine bisherige PZN mit ihrer Nachfolgepackung | optional |
| Zulassungsinhaber, örtlicher Vertreter, Mehrvertriebsgruppe | Macht Zulassungsübertragung und Mitvertrieb sichtbar | optional |
| Vertriebsstatus mit Gültigkeitsdatum | Kennzeichnet „außer Vertrieb“ und kündigt die Löschung an | Pflicht |
| Wirkstoff und Stärke | Pharmazeutische Anreicherung der neuen PZN | Pflicht für die Anreicherung |
Warum die Zulassungsnummer so stark ist, zeigt der Aufnahmeweg. Für eine Neuaufnahme von Arzneimitteln verlangt die IFA die Fachinformation und einen Zulassungsnachweis, bevorzugt einen Auszug aus dem Arzneimittelinformationssystem AMIce mit Zulassungsnummer und BfArM-Eingangsnummer. Für Medizinprodukte genügen Gebrauchsanweisung, Etikett und der Nachweis des CE-Kennzeichens, für sonstige apothekenübliche Artikel eine Produktinformation. Eine Zulassungsnummer gibt es also nur bei Arzneimitteln, und auch dort ist sie im abgeglichenen Datensatz nicht bei jedem Artikel belegt. Deshalb braucht die Zuordnung eine feste Prüfreihenfolge mit Rückfallebenen:
Kurz: Die wirtschaftlich-rechtliche Stufe liefert das Delta und trägt die Zuordnung. Die pharmazeutische Stufe mit Wirkstoff und Stärke folgt zeitversetzt. Wer beides zum selben Stichtag erwartet, hält eine neue PZN für schlecht gepflegt, obwohl sie nur noch nicht angereichert ist.
Stufe eins, die wirtschaftlich-rechtliche Ebene. Sie umfasst PZN, Änderungsart, Anbieter, Darreichungsform, Menge, Vertriebsstatus, die Verweisfelder und den ATC-Code. Mit ihr klären Sie, was sich geändert hat und wohin die PZN gehört.
Stufe zwei, die pharmazeutische Ebene. Wirkstoffe, Stärken und Bezugsmengen werden vom Datenurheber aus der Fachinformation erarbeitet. Die PZN steht zum nächsten Stichtag im Artikelstamm, die pharmazeutischen Angaben folgen nach unserer Erfahrung meist zwei bis vier Wochen später. Planen Sie die Anreicherung deshalb als eigenen, nachgelagerten Schritt.
Hier liegt die verbreitete Fehlannahme: Die öffentlich einsehbaren Meldungen zu Neueinführungen und Löschungen seien die Liste der Änderungen. Sie sind es nicht. Diese Meldungen erscheinen, wenn ein Anbieter eine Neueinführung über die Arzneimittelkommission oder andere Kanäle bekannt gibt. Das Delta im Artikelstamm entsteht unabhängig davon und enthält jede Neuaufnahme, jede Änderung und jede Löschung, ob sie angekündigt wurde oder nicht. Für einen vollständigen Abgleich ist nur das Delta tauglich. Die Meldungen sind eine Ergänzung, weil sie Kontext liefern, der im Artikelstamm fehlt.
Eine zweite Unterscheidung gehört dazu. Eine PZN kann zugeteilt sein, bevor sie veröffentlicht wird: Die IFA führt die PZN-Zuteilung ohne Veröffentlichung als eigene Auftragsart, beauftragbar vor der Markteinführung, die Neuaufnahme mit Veröffentlichung erfolgt zum Zeitpunkt der Markteinführung. Kennen Sie eine PZN vorab aus einem anderen Kanal, gehört sie bis zu diesem Termin nicht in einen publizierten Bestand.
Kurz: Kennen Sie den Veröffentlichungskalender, beziehen Sie das Delta einige Tage vor dem Stichtag als strukturierte Datei, ordnen Sie die eindeutigen Fälle automatisch zu und reichern Sie die pharmazeutischen Angaben in einem zweiten Schritt an. Löschungen bearbeiten Sie nicht erst zum Löschtermin, sondern ab der Kennzeichnung „außer Vertrieb“.
Bei Löschungen lohnt ein Blick auf den Ablauf. Die IFA beschreibt die Löschung von Arzneimitteln zweistufig: Zuerst ist die Kennzeichnung „außer Vertrieb“ erforderlich, danach bleibt der Artikel noch 24 Monate in den Datenbankprodukten sichtbar. Eine gelöschte PZN wird nicht erneut veröffentlicht. Für Ihren Bestand heißt das: Die Löschung im Delta ist das Ende einer Phase, die zwei Jahre vorher begonnen hat. Der Moment, in dem Sie handeln sollten, ist die Kennzeichnung, nicht die Löschung. Wer Wirkstoff und Stärke eines Präparats auch für spätere Anfragen behalten will, sichert sie in diesem Zeitraum.
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Das Delta ist vollständig in dem, was es erfasst, und begrenzt in dem, was es erklärt. Fünf Grenzen gehören in jede Prozessplanung:
PZN-Neuaufnahmen und Löschungen gleichen Sie zu jedem IFA-Veröffentlichungstermin gegen das vollständige Delta des Artikelstamms ab, nicht gegen veröffentlichte Meldungen, und ordnen jede neue PZN über eine feste Reihenfolge aus M2-Nummer, Import-Kennzeichen, Nachfolgeverweis, Zulassungsnummer und ATC-Code zu. Wirkstoff und Stärke reichern Sie in einem zweiten Schritt an, Löschungen behandeln Sie ab der Kennzeichnung „außer Vertrieb“, weil zwischen ihr und der Löschung 24 Monate liegen.
Weiterführend: PZN clustern: austauschbare Präparate identifizieren zeigt, wie Sie zugeordnete PZN nach Austauschbarkeit gruppieren. PZN, Materialnummer und FAM-Nummer verknüpfen beschreibt, an welcher Nummer getrennte Systeme andocken. Einzelne Nummern prüfen Sie im PZN-Verzeichnis.
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Weil sie nur erscheinen, wenn ein Anbieter eine Neueinführung über die Arzneimittelkommission oder andere Kanäle bekannt gibt. Das Delta im Artikelstamm entsteht unabhängig davon und enthält jede Neuaufnahme, Änderung und Löschung. Für einen vollständigen Abgleich ist nur das Delta tauglich, die Meldungen liefern ergänzenden Kontext.
Zeitversetzt. Die PZN steht zum nächsten Stichtag im Artikelstamm. Wirkstoffe, Stärken und Bezugsmengen erarbeitet der Datenurheber aus der Fachinformation, nach unserer Erfahrung meist zwei bis vier Wochen später. Planen Sie die pharmazeutische Anreicherung deshalb als eigenen Schritt nach dem wirtschaftlichen Abgleich.
Die IFA-Informationsdienste für Apotheken und pharmazeutische Großhandlungen erscheinen zum 1. und 15. eines Monats. Die Meldeschlüsse der Anbieter liegen deutlich davor, für Neuaufnahmen je nach Auftragsart mehrere Wochen. Ein Abgleich im Takt dieser Veröffentlichungstermine hält einen eigenen Bestand synchron. Den aktuellen Kalender veröffentlicht die IFA.
Nach § 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz können Behörden bei einem Versorgungsmangel im Einzelfall gestatten, dass nicht zugelassene Arzneimittel befristet in Verkehr gebracht werden. Solche Artikel haben keine deutsche Zulassungsnummer. Legen Sie einmal fest, ob Sie sie an das ersetzte Präparat anhängen oder als eigenen Datensatz führen.
Nicht immer. Für die Neuaufnahme eines Arzneimittels verlangt die IFA einen Zulassungsnachweis, Medizinprodukte und sonstige apothekenübliche Artikel haben keine Zulassungsnummer. Auch bei Arzneimitteln ist sie im abgeglichenen Datensatz nicht bei jedem Artikel belegt. Deshalb braucht die Zuordnung Rückfallebenen über M2-Nummer, Import-Kennzeichen und ATC-Code.
Ab der Kennzeichnung „außer Vertrieb“, nicht erst zum Löschtermin. Laut IFA bleibt ein so gekennzeichnetes Arzneimittel noch 24 Monate in den Datenbankprodukten sichtbar, danach wird es gelöscht und die PZN nie wieder veröffentlicht. Wer Wirkstoff und Stärke für spätere Anfragen behalten will, sichert sie in diesem Zeitraum.