Arzneimitteldaten und Datenbanken
September 4, 2026
7 Min.

Exportliste je Indikationsgebiet: Wie schneiden Sie Arzneimitteldaten auf ein Therapiegebiet zu?

Eine Exportliste je Indikationsgebiet entsteht nicht durch einen Filter auf die Indikation, sondern durch deren Übersetzung in ATC-Knoten, Wirkstoffe und eine PZN-Liste. Der Artikelstamm ist ein Handels- und Preisverzeichnis und kennt kein Indikationsfeld. Auf die hinterlegte Liste setzt ein wiederkehrender strukturierter Export mit generischer Gruppierung auf, der das Wettbewerbsumfeld mitliefert.

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Inhaltsverzeichnis
    Zusammenfassung
    • Die Indikation ist kein Feld des Artikelstamms. Ein Handels- und Preisverzeichnis beschreibt Packungen, nicht medizinische Zweckbestimmungen.
    • Der Zuschnitt läuft über den ATC-Code und den Wirkstoff. Die amtliche deutsche ATC-Fassung gibt nach § 73 Absatz 8 SGB V das BfArM im Auftrag des BMG heraus.
    • Das Ergebnis der fachlichen Auflösung wird als PZN-Liste hinterlegt und wirkt als Filter über alle Suchen und über die Änderungsberichte.
    • Die generische Gruppierung je Aut-idem-Cluster liefert die Wettbewerbspackungen mit, statt nur das eigene Portfolio auszugeben.
    • Ausgabe als Excel- oder tabulatorgetrennte Datei alle 14 Tage, per Downloadbereich, FTP oder REST-Schnittstelle. Je nach Umfang kann eine Rohdatenlizenz beim Datenurheber nötig werden.
    • Grenze: eine Liste je Nutzerkennung. Mehrere benannte Listen, je eine pro Indikationsgebiet, sind derzeit nicht vorgesehen.

    Eine Exportliste je Indikationsgebiet entsteht nicht durch einen Filter auf das Indikationsgebiet, sondern durch dessen Übersetzung in eine Menge von ATC-Codes, Wirkstoffen und Pharmazentralnummern (PZN). Der Artikelstamm kennt kein Feld „Indikation“, er ist wirkstoff- und klassifikationsgetrieben. Der Weg führt deshalb in drei Schritten: Therapiegebiet in ATC-Knoten und Wirkstoffe auflösen, daraus eine PZN-Liste bilden, diese Liste als wiederkehrenden strukturierten Export ausgeben. Dieser Beitrag richtet sich an Market Access, Pricing und Marktbeobachtung bei pharmazeutischen Herstellern, die mehrere Therapiegebiete parallel betreuen. Die Artikeldaten werden täglich aktualisiert, die Preisfelder alle 14 Tage.

    Der Use-Case: mehrere Indikationsgebiete parallel beobachten

    Ein Pricing- oder Market-Access-Team betreut selten ein einziges Produkt. Es betreut Therapiegebiete, und in jedem davon ein bis mehrere eigene Präparate plus deren Wettbewerbsumfeld. Der Arbeitsstand ist in Discovery-Gesprächen mit Herstellern über die Segmente hinweg auffallend einheitlich: Recherche im Portal, Export nach Excel, Weiterverarbeitung dort, teils anschließend in einem Auswertungswerkzeug. Excel ist dabei nicht das Ziel, sondern die Übergabestelle.

    Der Reibungspunkt entsteht bei der Wiederholung. Eine einzelne Recherche ist schnell erledigt. Dieselbe Recherche für vier oder fünf Therapiegebiete alle zwei Wochen erneut zu führen, jeweils mit den eigenen und den Wettbewerbspackungen, ist Handarbeit mit Fehlerrisiko. Zwei Fragen stehen dabei im Vordergrund und werden regelmäßig gemeinsam gestellt: Wie hat sich der Preis in meinem Umfeld bewegt, und ist im Gebiet etwas Neues aufgetaucht, also eine neue Wirkstärke, eine neue Packungsgröße, eine neue Darreichungsform oder ein generischer Markteintritt?

    Beide Fragen verlangen dieselbe Vorarbeit: einen stabilen, wiederverwendbaren Zuschnitt des Datenbestands auf das Gebiet. Genau dieser Zuschnitt ist der eigentliche Gegenstand des Use-Case, nicht der Export selbst.

    Welche Felder eine Exportliste je Indikationsgebiet verlangt

    Kurz: Der Zuschnitt braucht Klassifikations- und Wirkstofffelder, der Inhalt der Liste braucht Preis-, Erstattungs- und Statusfelder, die Veränderungserkennung braucht Datums- und Vertriebsfelder. Fehlt die dritte Gruppe, sehen Sie den Bestand, aber nicht die Bewegung.

    FeldWofür es im Use-Case gebraucht wirdStatus
    ATC-Code (volle Hierarchie)Übersetzt das Therapiegebiet in einen abgrenzbaren Ausschnitt des MarktesPflicht
    WirkstoffFeinschnitt innerhalb des ATC-Knotens, Grundlage der generischen GruppierungPflicht
    PZNZeilenschlüssel des Exports und Anker der hinterlegten ListePflicht
    AnbieterTrennt eigene Packungen von WettbewerbspackungenPflicht
    Handelsname, Darreichungsform, Wirkstärke, PackungsgrößeErkennt neue Varianten innerhalb eines bekannten WirkstoffsPflicht
    Generische Gruppierung (Aut-idem-Cluster)Fasst substituierbare Packungen zu einer Vergleichseinheit zusammenPflicht
    Apothekeneinkaufspreis, Apothekenverkaufspreis, Abgabepreis des pharmazeutischen UnternehmersPreisspalten der AuswertungPflicht
    Gültigkeitsdatum PreisMacht den Export einem Stichtag zuordenbar und damit vergleichbarPflicht
    Vertriebsstatus und Gültigkeitsdatum der VertriebsinformationSignalisiert Markteintritt, Rückzug und AnbieterwechselPflicht
    Festbetrag und Festbetragsgruppe nach § 35 SGB VOrdnet die Preisposition in die Erstattungsobergrenze einoptional
    Pflichtrabatte nach § 130aBeziffert die gesetzlichen Abschläge je Packungoptional
    Rechnerischer PreisankerZeigt die Position der Packung im Preisgefüge der generischen Gruppeoptional
    Anzahl Rabattverträge je PZNErgänzt die Preissicht um die Vertragslageoptional
    BiosimilargruppeEigene Auswertungsdimension bei biotechnologischen Produktenoptional
    AMNOG-Verfahren, Erstattungsbetrag nach § 78 Abs. 3a AMGRelevant bei erstattungsbetragsgeregelten Präparaten im Gebietoptional

    Der ATC-Code ist der Dreh- und Angelpunkt des Zuschnitts, weil er der einzige amtlich gepflegte Schlüssel ist, der Arzneimittel nach Organsystem und therapeutischer Gruppe ordnet. Nach § 73 Absatz 8 SGB V gilt für die Angabe der Kosten je Tagesdosis die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im Auftrage des Bundesministeriums für Gesundheit herausgegebene Klassifikation in der jeweils gültigen Fassung. Das BfArM stellt die amtliche deutsche Fassung bereit. Die Erstattungsseite eines Gebiets ordnen zwei weitere Vorschriften: die Festbetragsbildung nach § 35 SGB V und die Preisbildung nach § 78 AMG.

    Welche Datenstufe Sie brauchen und warum die Indikation kein Filterfeld ist

    Kurz: Für den Export genügt die wirtschaftlich-rechtliche Ebene der Artikeldaten. Die Indikation selbst liegt jedoch nicht dort, sondern auf der wissenschaftlichen Ebene, in Fachinformationen und Wirkstoffdossiers, und dort als Fließtext, nicht als Filter. Deshalb muss das Therapiegebiet vorab in Schlüssel übersetzt werden.

    Diese Trennung ist die zentrale Fehlannahme des Use-Case und lohnt eine klare Formulierung. Ein Artikelstamm ist ein Handels- und Preisverzeichnis. Er beschreibt Packungen: wer sie in Verkehr bringt, was sie kosten, wie sie erstattet werden, ob sie noch vertrieben werden. Eine Indikation ist dagegen eine medizinische Zweckbestimmung, die im Zulassungstext steht. Sie ist beschreibend, oft mehrdeutig und nicht als Schlüssel normiert. Ein Filter „alle Produkte der Indikation X“ existiert deshalb nicht, und er ließe sich aus den Handelsdaten auch nicht sauber erzeugen.

    Der praktikable Weg besteht aus zwei Schritten. Erstens: Sie lösen das Gebiet fachlich in eine Menge von ATC-Knoten und Wirkstoffen auf. Diese Übersetzung ist eine einmalige inhaltliche Entscheidung Ihres Teams, keine Datenoperation, und sie ist genau deshalb belastbar, weil sie dokumentiert wird. Zweitens: Sie frieren das Ergebnis als PZN-Liste ein und arbeiten fortan mit dieser Liste. Für Wirkstoffdossiers stehen strukturierte Daten zu 63.589 Wirk- und Hilfsstoffen bereit, die bei der Auflösung eines Gebiets helfen; für den wiederkehrenden Export bleibt jedoch die PZN-Liste die tragende Struktur.

    Ein nützlicher Nebeneffekt der ATC-Ebene betrifft die Marktplanung: In der strukturierten Suche über die ATC-Hierarchie ist erkennbar, zu welchen Knoten im deutschen Markt überhaupt zugelassene Produkte existieren und zu welchen nicht. Für die Beobachtung eines Gebiets vor einem eigenen Markteintritt ist das eine schnelle Vorprüfung.

    Der Integrationsweg: PZN-Liste, generische Gruppierung, wiederkehrender Export

    Kurz: Die Liste wird einmal hinterlegt, der Export wiederholt sich, die Gruppierung sorgt dafür, dass der Wettbewerb mitgeliefert wird.

    1. PZN-Liste hinterlegen. Eine eigene PZN-Liste lässt sich hochladen und anschließend als Filter über das gesamte Recherchesystem legen. Statt bei jeder Auswertung erneut zu suchen, schränken Sie die Ergebnisliste auf Ihren Gebietsausschnitt ein. Die Liste ist an die Nutzerkennung gebunden.
    2. Generische Gruppierung anwenden. Für jede Aut-idem-Gruppe, in der mindestens eine Ihrer Packungen liegt, wird der vollständige Cluster ausgegeben, also auch die Packungen der Wettbewerber. Die Gruppierung greift für alle PZN mit definiertem Wirkstoff und ATC-Bezug. Sie ist wahlweise mit oder ohne Berücksichtigung der Packungsgröße bildbar, je nach Analysebedarf.
    3. Strukturierten Export beziehen. Ausgabe als Excel- oder tabulatorgetrennte Datei im 14-tägigen Rhythmus, bereitgestellt im eigenen Downloadbereich oder per FTP. Alternativ steht der Weg über die REST-Schnittstelle offen, wenn der Ausschnitt direkt in ein eigenes System laufen soll. Je nach Umfang des Bezugs kann eine Rohdatenlizenz beim Datenurheber erforderlich werden.
    4. Veränderungen terminiert beobachten. Der Pharmonitor meldet 3 bis 5 Tage vor den Preisstichtagen die anstehenden Änderungen mit altem und neuem Wert je geändertem Feld. Der hinterlegte PZN-Filter wirkt auch hier, sodass Sie nur die Änderungen Ihres Gebiets erhalten.

    Für die rechtliche Seite gilt dieselbe Kopplung wie bei jedem Datenabzug: Die zulässige Vorhaltedauer im eigenen System richtet sich nach dem Aktualisierungsrhythmus der Lizenz. Ein 14-tägiger Abzug begründet einen Stand, keinen dauerhaften eigenen Datenbestand.

    Datensteckbrief: Welche Datenbanken und Felder die Exportliste je Indikationsgebiet tragen

    pharmazie.com ist die konsolidierte Arzneimitteldatenplattform der DACON Datenbank Consulting GmbH, am Markt seit 1989. Sie vereint 25+ pharmazeutische Fachdatenbanken in einer einzigen Suche, der Eisbergsuche®. Zielgruppe sind ausschließlich Fachkreise im Gesundheitswesen. Der Fokus liegt auf DACH, die Arzneimitteldaten decken 50+ Länder ab. Die Daten werden täglich aktualisiert. Vier Bestandteile tragen diesen Use-Case:

    • Artikelstamm. Felder unter anderem: PZN, Handelsname, Anbieter, Hersteller, Wirkstoff, ATC-Code mit vollständiger Hierarchie, Darreichungsform, Wirkstärke, Packungsgröße, Vertriebsstatus und Gültigkeitsdatum der Vertriebsinformation, Apothekeneinkaufspreis, Apothekenverkaufspreis, Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, Gültigkeitsdatum Preis, Festbetrag und Festbetragsgruppe, Pflichtrabatte nach § 130a, Erstattungsbetrag nach § 78 Absatz 3a AMG, Biosimilargruppe, Aut-idem-Vergleichsgruppen. Insgesamt 260 auswertbare Felder. Aktualisierung: täglich, Preisfelder alle 14 Tage.
    • Eigene PZN-Liste. Upload einer Liste je Nutzerkennung, wirksam als Filter über alle Suchen und über die Änderungsberichte, mit eigenem Download- und Upload-Bereich.
    • Wirkstoffdossiers. Strukturierte Daten zu 63.589 Wirk- und Hilfsstoffen mit Indikationsgebieten, Kontraindikationen, Dosierung, Nebenwirkungen, pharmakologischen und toxikologischen Informationen sowie Off-Label-Use. Hilfsmittel beim fachlichen Zuschnitt eines Therapiegebiets, nicht Filterfeld des Exports.
    • Pharmonitor. Felder: geändertes Feld, alter und neuer Wert, Stichtag, betroffene PZN. Vorlauf 3 bis 5 Tage vor dem Stichtag, Benachrichtigung per Mail, Ausgabe als strukturierte Liste. Historische deutsche Preisdaten seit 2007.

    Wo die Grenze liegt: eine Liste je Nutzerkennung, keine Liste je Indikation

    Die wichtigste Einschränkung betrifft genau den Punkt, der dem Use-Case seinen Namen gibt. Die hinterlegte PZN-Liste ist an die Nutzerkennung gebunden, nicht an ein Thema. Mehrere benannte Listen nebeneinander, je eine pro Indikationsgebiet, zwischen denen sich im laufenden Betrieb umschalten ließe, sind derzeit nicht vorgesehen. Wer vier Gebiete parallel beobachtet, arbeitet heute entweder mit vier Nutzerkennungen oder mit einer Gesamtliste, die nach dem Export lokal aufgeteilt wird. Dieser Bedarf ist aus mehreren Gesprächen bekannt und als Anforderung vermerkt.

    Zwei weitere Grenzen gehören dazu. Erstens ist die Indikation, wie oben ausgeführt, kein auswertbares Feld des Handelsverzeichnisses. Wo die Zuordnung eines Wirkstoffs zu einem Gebiet fachlich strittig ist, bleibt sie eine Entscheidung Ihres Teams und keine Dateneigenschaft. Zweitens greift die generische Gruppierung nur bei Packungen mit definiertem Wirkstoff und ATC-Bezug. Für Präparate ohne solche Zuordnung, etwa bestimmte Kombinationen oder Sonderformen, entsteht kein Cluster, und der Vergleich muss anders gezogen werden.

    Fazit: So schneiden Sie Arzneimitteldaten auf ein Indikationsgebiet zu

    Eine Exportliste je Indikationsgebiet entsteht, indem Sie das Gebiet einmalig in ATC-Knoten und Wirkstoffe übersetzen, das Ergebnis als PZN-Liste hinterlegen und darauf einen wiederkehrenden strukturierten Export mit generischer Gruppierung legen. Der Umweg über die Schlüssel ist kein Behelf, sondern die einzige reproduzierbare Methode, weil die Indikation im Handelsverzeichnis kein Feld ist. Die heutige Grenze ist die Zahl der Listen: eine je Nutzerkennung, nicht eine je Gebiet.

    Weiterführend: Arzneimittel-Preishistorie beziehen beantwortet die Rückschau auf einzelne Preisverläufe. PZN clustern und austauschbare Präparate identifizieren beschreibt die Gruppierungslogik. AVWG und Transparenzliste ordnet die Erstattungsseite ein. Die Modulstruktur finden Sie auf der Preisseite.

    Sie wollen den Zuschnitt für Ihre Therapiegebiete einmal durchspielen? Buchen Sie eine Demo und bringen Sie die ATC-Codes eines Gebiets mit.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Warum kann ich nicht direkt nach einem Indikationsgebiet filtern?
    Kann ich mehrere Listen führen, je eine pro Indikationsgebiet?
    Wie übersetze ich ein Therapiegebiet in auswertbare Schlüssel?
    Wie erkenne ich Neueinführungen und generische Markteintritte im Gebiet?
    Bekomme ich im Export auch die Packungen der Wettbewerber?
    In welchem Format kommt der Export und wie oft?
    Seit 1989 vertrauen über 1.000 Kunden auf unsere Daten.

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