
ZusammenfassungHistorische Preisdaten für den deutschen Markt reichen bei pharmazie.com bis 2007 zurück, geführt je Pharmazentralnummer (PZN) und je Preisart, also getrennt für Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, Apotheken-Einkaufspreis, Apothekenverkaufspreis und Festbetrag. Bezogen werden sie als Datenexport in einem Format Ihrer Wahl oder über eine API. Die wichtigere Antwort betrifft aber nicht die Tiefe: Eine Preisreihe für sich genommen erklärt keinen einzigen Knick. Wer Preisentwicklungen vergleichen und daraus Schlüsse ziehen will, braucht die Ereignisdaten daneben, die die Knicke verursacht haben. Dieser Artikel richtet sich an Market Access, Pricing und Marktbeobachtung bei Herstellern sowie an Beratungen, die solche Auswertungen aufsetzen.
Die Frage kommt fast immer in derselben Form: Wie hat sich der Preis eines Arzneimittels über die vergangenen Jahre entwickelt, und wie steht das eigene Produkt im Vergleich zum Wettbewerb da? Dahinter steht selten reine Neugier. Es geht um die Vorbereitung von Preisentscheidungen, um die Einordnung des eigenen Portfolios und zunehmend um die Frage, wie sich regulatorische Änderungen auf ein Preisniveau ausgewirkt haben.
Der erste Impuls ist dann, eine möglichst lange Preisreihe zu beschaffen, am besten über zwei Jahrzehnte und am besten für alles. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Eine Zeitreihe zeigt, dass ein Preis gefallen ist, und schweigt darüber, warum. Genau dieses Warum ist aber der Teil, den eine Auswertung liefern soll.
Der zweite Punkt betrifft den Umfang. Solange Sie ausschließlich die eigenen Artikel auswerten, ist die Lage einfach. Sobald der Wettbewerb dazugehört, und das ist bei einer Vergleichsanalyse regelmäßig der Fall, wird aus der Auswertung ein Datenbezug mit eigenem Lizenzbedarf.
Kurzantwort: Bis 2007 für den deutschen Markt, geführt je PZN und je Preisart, mit dem Gültigkeitsdatum des jeweiligen Preisstands. Preisstände wechseln zum 1. und zum 15. eines Monats, die Historie besteht also aus Stichtagswerten und nicht aus einer kontinuierlichen Kurve.
| Feld | Wofür Sie es brauchen |
|---|---|
| PZN (8-stellig) | Schlüssel je Packung, verbindet alle weiteren Felder |
| Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers | die Herstellerebene, Bezugsgröße der meisten Analysen |
| Apotheken-Einkaufs- und Verkaufspreis | die nachgelagerten Ebenen der Preiskette |
| Festbetrag | erklärt Preisanpassungen nach unten |
| Gültigkeitsdatum des Preisstands | ordnet jeden Wert seinem Stichtag zu |
| Anbieter und Vertriebsstatus | trennt Original, Generikum und Reimport |
| ATC-Code | grenzt die Auswertung auf eine Wirkstoffgruppe ein |
Die Trennung nach Preisart ist dabei wichtiger, als sie klingt. Eine Auswertung, die Hersteller- und Apothekenebene vermischt, misst zu einem Teil die gesetzlichen Zuschläge und nicht das Preisverhalten. Legen Sie deshalb vorab fest, auf welcher Ebene Sie vergleichen, und bleiben Sie dabei.
Kurzantwort: Weil jeder größere Knick eine regulatorische oder wettbewerbliche Ursache hat, die nicht in der Preisreihe steht. Ohne diese Felder sehen Sie eine Stufe und können sie nicht zuordnen, und eine Vergleichsanalyse über mehrere Produkte wird dadurch beliebig.
Vier Ursachen decken den Großteil der Fälle ab. Erstens der Erstattungsbetrag: Nach der frühen Nutzenbewertung wird für neue Wirkstoffe ein Erstattungsbetrag vereinbart, geregelt in § 130b SGB V. Er löst typischerweise die erste deutliche Stufe nach unten aus. Zweitens die Festbetragsgruppe nach § 35 SGB V, die eine Erstattungsobergrenze setzt und Anbieter zur Anpassung bewegt. Drittens Rabattverträge, die den Listenpreis unberührt lassen, den tatsächlichen Marktpreis aber verschieben. Viertens der Patentablauf mit dem folgenden generischen Wettbewerb.
Praktisch heißt das: Die Zeitreihe ist die Grundlinie, die Ereignisdaten sind die Beschriftung. Wer die Beschriftung weglässt, produziert Diagramme, die gut aussehen und keine Frage beantworten. Deshalb gehören Erstzulassungsdatum, Erstattungsbetrag, Festbetragsgruppe, Rabattvertrags-Kennung, Reimporteure im selben Markt und das Ende des Patentschutzes in denselben Datensatz wie die Preise.
Kurzantwort: Der Umfang entscheidet. Für eine begrenzte Auswertung lässt sich vieles über die Plattform selbst abbilden. Sobald Sie größere Mengen regelmäßig als Datenlieferung beziehen und dabei über Ihr eigenes Portfolio hinausgehen, brauchen Sie zusätzlich eine Rohdatenlizenz beim Datenurheber.
Für Hersteller gibt es dabei eine gute Nachricht, die oft übersehen wird: Eine solche Lizenz liegt häufig bereits im Haus. Wer eigene Artikel meldet, steht ohnehin in einer Vertragsbeziehung mit dem Datenurheber. Es lohnt sich also, vor jeder Verhandlung intern zu prüfen, was der bestehende Vertrag bereits abdeckt, statt eine zweite Lizenz zu beschaffen.
Ein zweiter Punkt überrascht regelmäßig: Auch eine einmalige Lieferung historischer Daten läuft über ein Abonnement und nicht als Einmalkauf. Der Grund ist der Gegenstand selbst. Die Historie ist kein Datensatz, der einmal erzeugt wurde, sondern ein über Jahrzehnte gepflegter Bestand. Wer plant, sollte deshalb mit einer Laufzeit rechnen und nicht mit einem einmaligen Posten. Wie sich Rohdatenlizenz und technischer Zugang zueinander verhalten, vertieft der Beitrag Wann Sie eine Rohdatenlizenz für Arzneimitteldaten brauchen.
pharmazie.com ist die konsolidierte pharmazeutische Datenplattform der DACON Datenbank Consulting GmbH, die 25+ Fachdatenbanken in einer einzigen Suche bündelt, ausschließlich für Fachkreise im Gesundheitswesen. Für die Preisanalyse ist die Konsolidierung der eigentliche Punkt: Preisstand, Festbetrag, Rabattvertrag, Reimporteure und Zulassungsdatum liegen an derselben PZN, statt aus fünf Quellen zusammengesucht zu werden. Die Marktbeobachtung mit Preisüberwachung läuft im Pharmonitor.
Der beschriebene Datenbestand beantwortet, wie sich Preise entwickelt haben und welche regulatorischen Ereignisse damit zusammenfielen. Drei Dinge beantwortet er nicht.
Erstens Absatz- und Umsatzzahlen. Wie viele Packungen tatsächlich abgesetzt wurden, ist kein Bestandteil der Preisdaten. Wer Marktanteile rechnen will, braucht dazu eine eigene Quelle. Eine Preisanalyse ohne Mengen zeigt Preisniveaus, keine Marktpositionen.
Zweitens die tatsächlich gezahlten Preise. Rabattverträge und individuelle Konditionen verschieben das reale Preisniveau, ohne den Listenpreis zu verändern. Die Historie zeigt die gelisteten Werte, nicht die verhandelten.
Drittens die Prognose. Aus einer Zeitreihe lässt sich beschreiben, was war. Was ein künftiger regulatorischer Eingriff bewirken wird, ist eine Bewertung und keine Auswertung. Die Daten liefern dafür die Grundlage, die Einschätzung bleibt fachlich.
Die Preishistorie für den deutschen Markt reicht bis 2007 zurück und wird je PZN und Preisart mit Gültigkeitsdatum geführt. Entscheidend für eine belastbare Auswertung ist aber nicht die Tiefe, sondern der Kontext: Erstzulassungsdatum, Erstattungsbetrag, Festbetragsgruppe, Rabattverträge, Reimporteure und Patentablauf gehören in denselben Datensatz. Klären Sie vorab die Vergleichsebene und den Umfang, denn beides bestimmt den Lizenzbedarf. Wenn Sie den Zuschnitt einer solchen Datenlieferung durchsprechen möchten, buchen Sie eine Demo.
Für den deutschen Markt bis 2007. Geführt wird sie je PZN und je Preisart, also getrennt für Herstellerabgabepreis, Apotheken-Einkaufspreis, Apothekenverkaufspreis und Festbetrag, jeweils mit dem Gültigkeitsdatum des Preisstands. Preisstände wechseln zum 1. und zum 15. eines Monats.
Sobald Sie größere Mengen regelmäßig als Datenlieferung beziehen und über das eigene Portfolio hinausgehen, ja. Hersteller haben eine solche Rohdatenlizenz allerdings häufig bereits im Haus, weil sie dort ihre eigenen Artikel melden. Es lohnt sich, den bestehenden Vertrag vorher intern zu prüfen.
Nein. Eine Zeitreihe zeigt, dass ein Preis gefallen ist, nicht warum. Ohne Erstzulassungsdatum, Erstattungsbetrag, Festbetragsgruppe, Rabattvertrags-Kennung und Patentablauf lässt sich kein Knick zuordnen, und ein Vergleich über mehrere Produkte wird beliebig.
In der Regel nicht. Auch eine einmalige Lieferung läuft über ein Abonnement, weil die Historie kein einmal erzeugter Datensatz ist, sondern ein über Jahrzehnte gepflegter Bestand. Planen Sie deshalb mit einer Laufzeit statt mit einem einmaligen Posten.
Vier decken den Großteil ab: der Erstattungsbetrag nach der frühen Nutzenbewertung gemäß § 130b SGB V, die Festbetragsgruppe nach § 35 SGB V, Rabattverträge, die den Listenpreis unberührt lassen aber den Marktpreis verschieben, und der generische Wettbewerb nach Ablauf des Patentschutzes.
Nein. Wie viele Packungen tatsächlich abgesetzt wurden, ist kein Bestandteil der Preisdaten und muss aus einer eigenen Quelle kommen. Eine Preisanalyse ohne Mengen zeigt Preisniveaus und deren Entwicklung, aber keine Marktanteile.