ZusammenfassungDie MSV3-Schnittstelle bindet Sage 100 direkt an den pharmazeutischen Großhandel an: Einkäufer fragen die Lieferbarkeit eines Arzneimittels in Echtzeit ab und lösen die Bestellung digital aus, ohne das ERP zu verlassen. pharmazie.com stellt dafür die MSV3-Client-Schnittstelle bereit, die Einkäuferseite des Standards. Sie ist live und produktiv und als Standard-Zusatzmodul verfügbar, anschlussfähig an Sage 100 sowie SAP, Navision und BEC. Dieser Artikel richtet sich an IT- und Einkaufsverantwortliche im pharmazeutischen Großhandel und in Krankenhausapotheken, die MSV3 an ihr Sage-100-System oder ein anderes Warenwirtschaftssystem anbinden möchten.
Die MSV3-Schnittstelle ist die standardisierte, internetbasierte Bestellschnittstelle zwischen Arzneimitteleinkäufern und dem pharmazeutischen Großhandel in Deutschland. Sie regelt Verfügbarkeitsabfrage, Bestellübermittlung und Statusrückmeldung in Echtzeit. Definiert und weiterentwickelt wird der Standard gemeinsam vom Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels PHAGRO, dem Softwareverband ADAS und dem Deutschen Apothekerverband. Die technischen Details veröffentlicht ADAS in der offiziellen MSV3-Schnittstellenbeschreibung.
In der Praxis bedeutet das: Statt Bestände in getrennten Portalen einzeln zu prüfen, läuft die Kommunikation mit mehreren Großhändlern über ein einziges Protokoll. Erst das macht Echtzeit-Verfügbarkeit und Bestellung mit einem Klick aus einem ERP wie Sage 100 heraus möglich.
MSV3 steht für Medium Speed Version 3. Das Verfahren löste 2013/2014 das modembasierte Vorgängerverfahren MSV2 ab und verlagerte die Bestellkommunikation vollständig ins Internet. Seither ist es der De-facto-Standard für die elektronische Echtzeitkommunikation zwischen Arzneimitteleinkäufern und Großhandel.
Technisch trennt MSV3 zwei Rollen: einen Client auf der Einkäuferseite, der Anfragen stellt und Bestellungen sendet, und einen Server auf der Verkäuferseite, der diese beantwortet. Ein einzelner Client kann mehrere Großhandelskonten parallel ansprechen. Über die Schnittstelle laufen mehrere standardisierte Nachrichtentypen:
| Nachrichtentyp | Zweck |
|---|---|
| Verfügbarkeitsanfrage | Prüft in Echtzeit, ob und in welcher Menge ein Artikel lieferbar ist. |
| Bestellung | Übermittelt die verbindliche Bestellung an den Großhändler. |
| Bestellbestätigung / Status | Meldet Annahme, Teilmengen und Liefertermin zurück. |
| Nachlieferung / Rückstand | Informiert über nicht sofort lieferbare Positionen. |
| Storno | Storniert eine übermittelte Bestellung. |
| Retoure | Meldet Rücksendungen und Gutschriften. |
Wer Arzneimittel einkauft, benötigt die Client-Seite. Wer als Großhändler oder Hersteller selbst Bestellungen entgegennimmt, benötigt die Server-Seite. Beide sind Teil desselben Standards, erfüllen aber gegensätzliche Aufgaben.
| Kriterium | MSV3-Client (Einkäuferseite) | MSV3-Server (Verkäuferseite) |
|---|---|---|
| Rolle | fragt Lieferbarkeit ab, bestellt | beantwortet Anfragen, bestätigt Bestellungen |
| Typischer Nutzer | Einkauf, Disposition, Klinikapotheke | Großhandel, Hersteller, Reimporteur |
| Status bei pharmazie.com | live und produktiv, Standard-Zusatzmodul | Pilotphase 2026 |
Für die Anbindung an Sage 100 im Einkauf ist daher die MSV3-Client-Schnittstelle die richtige Wahl. Sie ist verfügbar und im produktiven Einsatz. Die MSV3-Server-Schnittstelle befindet sich 2026 in der Pilotphase; bei einem Vorhaben auf der Verkäuferseite ist dieser Status vorab zu klären.
Die MSV3-Client-Schnittstelle setzt zwischen Sage 100 und den Großhandelssystemen auf. Sie übersetzt eine Bestellanforderung aus dem ERP in eine MSV3-konforme Abfrage, holt die Antwort in Echtzeit ein und schreibt Bestell- und Statusdaten zurück in Sage 100. Der Einkauf bleibt damit in der gewohnten ERP-Oberfläche, ohne Portalwechsel.
Grundlage jeder Abfrage ist ein sauberer Arzneimittel-Stammsatz. pharmazie.com liefert die Identifikations- und Statusdaten aus einem täglich aktualisierten Artikelstamm mit 260 auswertbaren Feldern, darunter PZN, Verschreibungspflicht, Vertriebsweg und Preisstruktur. Weil Abfrage und Bestellung auf denselben konsolidierten Daten aufsetzen, gibt es keinen Bruch zwischen dem, was das ERP anzeigt, und dem, was der Großhändler bestätigt. Dieselben Stammdaten stehen für tiefere Integrationen über die Arzneimitteldaten-API bereit.
Der Ablauf einer Abfrage folgt fünf Schritten:
Weil alle Großhändler über dasselbe Protokoll antworten, wird aus mehreren manuellen Portalabfragen ein einziger, automatisierbarer Vorgang. Wie die reine Verfügbarkeitsprüfung im Detail funktioniert, zeigt der Leitfaden zur MSV3-Lieferbarkeitsprüfung.
Der Wert der Anbindung hängt an den Daten, die über sie laufen. In der MSV3-Kommunikation sind vor allem diese Felder relevant:
Die Schnittstelle ist ERP-agnostisch. Neben Sage 100 lässt sich die MSV3-Client-Schnittstelle in SAP, Navision und BEC einbinden. pharmazie.com ist grundsätzlich API-first und integriert sich per REST-API, MSV3 und FTP in bestehende Warenwirtschafts- und ERP-Systeme, statt sie zu ersetzen. Der Rohdatenzugriff kann eine Datenlizenz des Datenanbieters voraussetzen. Einen breiteren Überblick zur Anbindung an die Warenwirtschaft gibt der Leitfaden zu Arzneimitteldaten in der Warenwirtschaft.
Für die Anbindung sind drei Bausteine nötig:
Die Einrichtung folgt danach vier Schritten:
Da MSV3 im regulierten Arzneimittelhandel eingesetzt wird, arbeiten Einkäufer in der Regel unter einer Großhandelserlaubnis (WDA) und nach guter Vertriebspraxis (GDP). MSV3 ist ein deutscher Bestellstandard und auf den deutschen Markt ausgelegt.
Eine Echtzeit-Lieferbarkeitsabfrage entfaltet ihren Wert vor allem bei Engpässen. pharmazie.com verknüpft die MSV3-Bestellung mit einer täglich aktualisierten Lieferengpass-Datenbank, die an die Meldungen des BfArM angebunden ist und alternative Produkte inklusive EU-Importoptionen vorschlägt. Ein proaktiver E-Mail-Alert meldet, sobald ein langfristig nicht lieferbarer PZN bei einem der eigenen Lieferanten wieder verfügbar ist. So verbindet sich die Bestellschnittstelle mit dem Versorgungsauftrag nach dem ALBVVG.
Zwei Punkte zur Einordnung. Erstens ist MSV3 ein deutscher Bestellstandard und wird nicht international exportiert; außerhalb Deutschlands ist es kein Integrationsargument. Für grenzüberschreitende Szenarien ist eine Anbindung über REST-API sinnvoller, eine Brücke zwischen MSV3 und dem europäischen EDI-Standard ist geplant. Zweitens ist pharmazie.com primär eine Datenplattform: Die MSV3-Client-Funktion ist ein Zusatzmodul, kein Ersatz für das ERP oder Warenwirtschaftssystem. Sie liefert Daten und Bestellung in diese Systeme hinein, statt sie zu ersetzen.
Die MSV3-Client-Schnittstelle macht aus Sage 100 einen direkten Bestellkanal zum pharmazeutischen Großhandel: Lieferbarkeit in Echtzeit, digitale Bestellung, Rückschreibung ins ERP, ohne Systemwechsel. Weil sie live und produktiv verfügbar ist und auf einem täglich gepflegten Artikelstamm mit 260 Feldern aufsetzt, ist der Weg von der Abfrage zur Bestellung kurz und verlässlich. pharmazie.com ist die konsolidierte pharmazeutische Datenplattform der DACON Datenbank Consulting GmbH, die 25+ Fachdatenbanken in einer einzigen Suche bündelt, ausschließlich für Fachkreise im Gesundheitswesen. Wie die Anbindung an Ihr Sage-100-System konkret aussieht, zeigt am besten eine kurze Demo.
Weiterführend: Arzneimitteldaten-API · Arzneimitteldaten in der Warenwirtschaft · Arzneimitteldatenbank: Überblick
Die MSV3-Schnittstelle ist die standardisierte, internetbasierte Bestellschnittstelle zwischen Arzneimitteleinkäufern und dem pharmazeutischen Großhandel in Deutschland. Sie regelt Verfügbarkeitsabfrage, Bestellung und Statusrückmeldung in Echtzeit und wird von PHAGRO, ADAS und dem Deutschen Apothekerverband gepflegt.
Der MSV3-Client ist die Einkäuferseite: Er fragt Lieferbarkeit ab und bestellt. Der MSV3-Server ist die Verkäuferseite und beantwortet Anfragen. Bei pharmazie.com ist der Client produktiv, der Server befindet sich 2026 in der Pilotphase.
MSV3 steht für Medium Speed Version 3. Das internetbasierte Verfahren löste 2013/2014 das modembasierte MSV2 ab und ist heute der De-facto-Standard für die elektronische Bestellkommunikation zwischen Einkäufern und pharmazeutischem Großhandel.
Über die MSV3-Client-Schnittstelle wählen Sie den Artikel per PZN, fragen alle angebundenen Großhändler parallel ab und erhalten in Echtzeit Verfügbarkeit, Menge und Preis. Die Bestellung lässt sich direkt aus dem Ergebnis auslösen.
Ja. Die MSV3-Client-Schnittstelle von pharmazie.com lässt sich in Sage 100 einbinden und ist live und produktiv als Standard-Zusatzmodul verfügbar. Sie ist zudem anschlussfähig an SAP, Navision und BEC.
Nein. MSV3 ist ein deutscher Bestellstandard und wird nicht international exportiert. Für grenzüberschreitende Szenarien ist eine Anbindung über REST-API sinnvoller; eine Brücke zwischen MSV3 und dem europäischen EDI-Standard ist geplant.