Zusammenfassung„Wir brauchen Marktdaten" meint im Pharmaumfeld zwei völlig verschiedene Dinge, und die Verwechslung kostet regelmäßig ein Projekt. Das eine sind Absatz- und Verordnungsdaten, die beschreiben, was tatsächlich verkauft und verordnet wurde. Das andere sind Stammdaten, die beschreiben, welche Artikel es gibt, was sie kosten und welchen Status sie haben. IQVIA steht für das erste. Dieser Beitrag grenzt beide Fragen voneinander ab, damit Sie erkennen, welche Sie eigentlich stellen.
IQVIA ist ein Anbieter von Gesundheitsdaten und Analytik. Der Kern des Angebots sind Marktdaten im engeren Sinn: Absatz- und Umsatzmessung, Verordnungsdaten, Marktanteile, Entwicklungen über Zeit, Panels und daraus abgeleitete Analysen.
Das sind Fragen der Form:
Für diese Fragen ist ein Marktforschungsanbieter der richtige Weg, und ein Artikelstamm ist es nicht. Ein Artikelstamm weiß nicht, was verkauft wurde.
Ein Arzneimittel-Artikelstamm beschreibt den Markt als Bestand, nicht als Bewegung. Er beantwortet:
Das sind operative Fragen. Sie entstehen in Stammdatenpflege, Einkauf, Abrechnung, Preisbildung und Regulatory, also dort, wo jeden Tag mit konkreten Artikeln gearbeitet wird.
| Absatz- und Verordnungsdaten | Artikelstamm und Preisdaten | |
|---|---|---|
| Beschreibt | was verkauft und verordnet wurde | welche Artikel es gibt und was für sie gilt |
| Einheit | Menge, Umsatz, Anteil, meist aggregiert | der einzelne Artikel, über die PZN identifiziert |
| Typischer Nutzer | Market Access, Business Intelligence, Strategie | Stammdaten, Einkauf, Abrechnung, Regulatory |
| Zeitbezug | rückblickend, periodisiert | Stand zum Stichtag, laufend fortgeschrieben |
| Typischer Fehlgriff | daraus einen Preis für eine konkrete Packung ableiten | daraus einen Marktanteil ableiten |
Der häufigste ist der Versuch, aus aggregierten Marktdaten einen belastbaren Preis für eine konkrete Packung zu gewinnen. Ein Durchschnittsumsatz je Einheit ist kein Abgabepreis. Er enthält Mischungen aus Handelsstufen, Rabatten, Packungsgrößen und Zeiträumen, und er lässt sich nicht auf eine PZN zurückrechnen. Wer auf dieser Basis taxiert oder kalkuliert, baut auf einer Zahl, die nie für diesen Zweck gemacht wurde.
Der zweithäufigste ist die Gegenrichtung: aus einem Artikelstamm einen Marktanteil zu schätzen. Der Bestand sagt, welche Artikel existieren. Wie oft sie über den Tisch gehen, sagt er nicht.
Bei Marktdatenanbietern gibt es in der Regel keinen öffentlich ausgewiesenen Preis. Die Kosten hängen an Umfang, Granularität, Region, Zahl der Nutzer und Laufzeit, und die Preisfindung läuft über ein Angebot. Das ist branchenüblich und für sich kein Kritikpunkt, es macht den Vergleich nur schwer.
Bei Stammdaten ist die Struktur anders. Der Preis hängt an drei Dingen: welche Module Sie brauchen, in welcher Form Sie sie beziehen, und in welchem Rhythmus. Bei pharmazie.com beginnt der Portalzugang mit 25+ pharmazeutischen Datenbanken bei 135 EUR im Monat, netto zzgl. USt. Welche vier Fragen den Preis einer Datenlizenz bestimmen, beschreibt der Beitrag ABDA-Daten lizenzieren.
Häufiger, als die Abgrenzung vermuten lässt. Eine typische Market-Access-Frage lautet: Wie hat sich mein Produkt gegenüber dem Wettbewerb entwickelt, und was bedeutet das für die Preisstellung? Der erste Teil ist eine Marktdatenfrage, der zweite eine Stammdatenfrage. Die beiden Datenbestände ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.
Die Verbindung zwischen ihnen ist die Pharmazentralnummer. Wer Marktdaten und Stammdaten zusammenführen will, braucht die PZN als gemeinsamen Schlüssel auf beiden Seiten. Fehlt sie, wird die Zusammenführung zur Namenszuordnung und damit unzuverlässig.
Eine Frage genügt meistens: Wollen Sie wissen, was passiert ist, oder was gilt?
Weiterführend: welche Datenklassen ein Artikelstamm umfasst und wie sich die Daten in eigene Systeme holen lassen. Wenn Sie prüfen wollen, ob Ihre Frage eine Stammdatenfrage ist, bringen Sie sie mit: Demo buchen.
Dieser Inhalt richtet sich an Fachkreise und stellt keine medizinische Beratung dar. Genannte Drittanbieter sind zur Einordnung benannt, es besteht keine geschäftliche Empfehlung. Zuletzt geprüft: September 2026.
Nein. Absatz- und Verordnungsdaten beschreiben, was verkauft und verordnet wurde. Ein Artikelstamm beschreibt, welche Artikel es gibt, was sie kosten und welchen Status sie haben. Das erste ist eine Bewegung, das zweite ein Bestand. Beide Fragen sind berechtigt, nur selten dieselbe.
Sobald eine Frage die Entwicklung und die Preisstellung verbindet, etwa im Market Access. Der erste Teil ist eine Marktdatenfrage, der zweite eine Stammdatenfrage. Wichtig ist dann der gemeinsame Schlüssel: Ohne die PZN auf beiden Seiten wird die Zusammenführung zur Namenszuordnung und damit unzuverlässig.
Nicht belastbar. Ein Durchschnittsumsatz je Einheit ist kein Abgabepreis. Er mischt Handelsstufen, Rabatte, Packungsgrößen und Zeiträume und lässt sich nicht auf eine einzelne PZN zurückrechnen. Wer darauf taxiert oder kalkuliert, nutzt eine Zahl für einen Zweck, für den sie nicht gemacht wurde.
Für operative Fragen, also welcher Artikel, welche Packung, welcher Preis, welcher Status, brauchen Sie einen Artikelstamm mit Preisdaten und nicht eine Marktdatenlizenz. Das ist keine Frage des Anbieters, sondern der Datenart.
Bei Marktdatenanbietern gibt es in der Regel keinen öffentlich ausgewiesenen Preis, die Kosten hängen an Umfang, Granularität, Region, Nutzerzahl und Laufzeit. Bei Stammdaten hängt der Preis an Modulen, Bezugsform und Rhythmus. Der Portalzugang von pharmazie.com mit 25+ pharmazeutischen Datenbanken beginnt bei 135 EUR im Monat, netto zzgl. USt.
Fragen Sie sich, ob Sie wissen wollen, was passiert ist, oder was gilt. Was passiert ist, führt zu Absatz- und Verordnungsdaten. Was gilt, führt zu Artikelstamm, Preisen, Status und Fachinformation.