ZusammenfassungDie ABDA-Datenbank ist keine einzelne Datenbank, sondern eine Familie von Modulen des ABDATA Pharma-Daten-Service. Wer nach „der" ABDA-Datenbank sucht, meint je nach Aufgabe etwas anderes: die Fachinformationen zu deutschen Fertigarzneimitteln, die Wechselwirkungsprüfung, die Wirkstoffmonografien oder den Artikelstamm mit den Preisen. Diese Teile werden getrennt lizenziert, sie haben unterschiedliche Aktualisierungsrhythmen, und sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Dieser Beitrag ordnet die Begriffe, trennt den Artikelstamm von der Datenbank, stellt die elf Module mit ihrem jeweiligen Zweck nebeneinander und zeigt, welches Modul welche Frage beantwortet. Er richtet sich an Fachkreise, die Arzneimitteldaten beziehen oder in eigene Systeme integrieren: Apotheken mit Großhandelserlaubnis, Krankenhausapotheken, Softwarehäuser, Hersteller und Händler.
Vier Namen kreuzen sich in diesem Feld, und sie werden regelmäßig verwechselt. Die Unterscheidung ist keine Begriffsklauberei, sondern entscheidet darüber, mit wem Sie über eine Lizenz sprechen.
Der Punkt, den es zu behalten lohnt: Der Datenurheber ist nicht der Datendienstleister, und der Verband ist keines von beidem. Eine ausführliche Begriffsklärung steht im Glossareintrag zu ABDATA (Pharma-Daten-Service), die Zusammenhänge zwischen IFA, Pharmazentralnummer und Artikelstamm erklärt der Beitrag IFA, PZN und ABDA-Artikelstamm erklärt.
Das ist die häufigste Verwechslung, und sie kostet in Ausschreibungen und Lizenzgesprächen Zeit.
Der Artikelstamm beschreibt den Handelsartikel. Er beantwortet: Welche Packung ist das, was kostet sie, wer vertreibt sie, ist sie noch im Handel, welchen rechtlichen Status hat sie. Sein Schlüssel ist die Pharmazentralnummer. Er trägt Preise, Packungsgrößen, Vertriebswege, Verschreibungsstatus und Lieferantenangaben.
Die Datenbank beschreibt das Arzneimittel. Sie beantwortet: Was ist der Wirkstoff, wie wirkt er, welche Gegenanzeigen bestehen, welche Wechselwirkungen sind bekannt, was steht in der Fachinformation. Ihr Schlüssel ist der Wirkstoff oder das Präparat, nicht die Packung.
Für ein Warenwirtschaftssystem reicht meist der Artikelstamm. Für eine Medikationsprüfung reicht er nie. Wer beides braucht, braucht beides, und genau das übersehen Anforderungskataloge regelmäßig: Sie fordern „die ABDA-Datenbank" und meinen die Preise, oder sie fordern „den Artikelstamm" und erwarten darin die Interaktionsprüfung.
| Frage | Artikelstamm | Datenbank |
|---|---|---|
| Schlüssel | Pharmazentralnummer, also die Packung | Wirkstoff und Präparat |
| Typische Nutzung | Bestellung, Abrechnung, Preisberechnung, Sortimentspflege | Medikationsprüfung, Recherche, Fachinformation |
| Enthält Preise | ja | nein |
| Enthält Wechselwirkungen | nein | ja, als eigenes Modul |
| Aktualisierung | täglich, Preis-Updates alle zwei Wochen | je Modul unterschiedlich |
Woran Sie im Alltag merken, welche Ebene Ihnen fehlt: Wenn Ihre Software den Preis kennt, aber bei der Frage nach einer Gegenanzeige passen muss, haben Sie den Artikelstamm und nicht die Datenbank. Wenn Sie umgekehrt die Fachinformation im Volltext lesen können, aber keinen Apothekeneinkaufspreis berechnen, ist es andersherum.
Wie sich der Artikelstamm technisch anbinden lässt, also Rohdaten selbst hosten gegenüber einer betriebenen Schnittstelle, behandelt der Beitrag ABDA-Artikelstamm per API anbinden.
Elf Module bilden die Familie. Die folgende Tabelle nennt je Modul den Inhalt und den typischen Anlass, aus dem jemand darauf zugreift.
| Modul | Inhalt | Typischer Anlass |
|---|---|---|
| ABDA-Artikelstamm Arzneimittelpreise Deutschland | Preis-, Packungs-, Rechts- und Lieferanteninformationen zu in Deutschland vermarkteten Arzneimitteln, je Pharmazentralnummer | Preisberechnung, Abrechnung, Pricing und Market Access |
| ABDA-Datenbank Deutsche Fertigarzneimittel | Strukturierte Fachinformationen zu mehr als 58.000 registrierten Arzneimitteln, mit Wirkstoffen, klinischen Angaben und ATC-Codes | Fachliche Recherche, Prüfung von Originalpräparat gegen Generikum |
| ABDA-Datenbank Interaktionen | Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln, Wirkstoffen, Phytopharmaka, Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln, nach Schweregrad bewertet | Medikationsanalyse, Polymedikation, Abgabeberatung |
| ABDA-Datenbank CAVE | Patientenindividuelle Prüfung auf Kontraindikation, Allergie, Alter, Geschlecht, Doppelmedikation | Arzneimitteltherapiesicherheit mit Patientenbezug |
| ABDA-Datenbank Wirkstoffdossiers | Strukturierte Monografien zu 63.589 Wirk- und Hilfsstoffen, klinisch-pharmakologisch beschrieben | Wirkstoffrecherche über Handelsnamen hinweg |
| ABDA-Datenbank Internationale Fertigarzneimittel | Über 120.000 international registrierte Arzneimittel aus mehr als 50 Ländern, mit Zulassungsinhaber und Wirkstoffen | Import, Export, Parallelhandel, Ersatzsuche im Ausland |
| ABDA-Datenbank Archiv | 244.520 aus dem deutschen Markt genommene Arzneimittel, historisch zurück bis November 2003 | Audit, Nachschlage zu eingestellten Artikeln, Retax-Klärung |
| ABDA-Datenbank aktuelle Info | Tagesaktueller Strom aus Neueinführungen, Änderungen, Rückrufen, Preisänderungen und Risikomeldungen | Laufende Marktbeobachtung, Qualitätsmanagement |
| ABDA-Datenbank plus X | Ergänzt Produktdatensätze um Foto, Teilbarkeit, Sondengängigkeit, Fachinformation und Packungsbeilage | Abgabe und Handhabung, Verblisterung, Heimversorgung |
| ABDA-Artikelstamm Plus V | Preisberechnung und Abrechnungsdaten für Hilfsmittel nach landes- und bundesweiten Lieferverträgen | Hilfsmittelabrechnung |
| ABDA-Artikelstamm Plus H3 | Milligrammpreise für parenterale Lösungen nach Anhang 3 der Hilfstaxe, mit Fakturierungsfaktoren | Rezepturabrechnung, Zytostatikaherstellung |
Die Aufteilung folgt zwei Logiken, die sich im Namen widerspiegeln. Alles, was mit Artikelstamm beginnt, hängt an der Packung und trägt kaufmännische Angaben. Alles, was mit Datenbank beginnt, hängt am Arzneimittel oder Wirkstoff und trägt fachliche Angaben. Die Zusätze plus kennzeichnen optionale Erweiterungen, die nicht im Grundumfang liegen.
Zwei Module tragen den größten Teil der Anfragen, und bei beiden lohnt ein genauerer Blick, weil der Name allein den Umfang nicht verrät.
Die Interaktionen sind mehr als eine Ja-Nein-Auskunft. Jeder Eintrag beschreibt vier Dinge getrennt: den Effekt auf die Patientin oder den Patienten, den zugrunde liegenden Mechanismus, die nötige Maßnahme und die Besonderheiten der Wechselwirkung. Dazu kommt eine Klassifikation nach Schweregrad. Erfasst sind nicht nur verschreibungspflichtige und rezeptfreie Arzneimittel, sondern auch pflanzliche Arzneimittel und ihre Wirkstoffe sowie Nahrungsergänzungsmittel, soweit deren Inhaltsstoffe relevant werden. Das Modul steht auch als Web-Service bereit, lässt sich also in eigene Oberflächen einbinden, statt nur in einer Rechercheansicht zu leben.
Der praktische Unterschied zu einer bloßen Trefferliste liegt in der Maßnahmenempfehlung. Eine Warnung ohne Handlungsanweisung erzeugt in der Abgabesituation Rückfragen statt Sicherheit, und bei Polymedikation potenziert sich das.
CAVE ist nicht dasselbe wie Interaktionen. Die Verwechslung ist verbreitet, der Unterschied ist grundlegend: Interaktionen prüfen Arzneimittel gegen Arzneimittel, CAVE prüft Arzneimittel gegen die konkrete Person. Geprüft werden Indikation, Kontraindikation, Nebenwirkung, Allergie, Alter, Geschlecht und Doppelmedikation. Labor- und Patientendaten wie Alter, Diagnosen, Allergien und Geschlecht können dabei automatisch übernommen werden. CAVE ist ein optionales Zusatzmodul und ebenfalls als Web-Service verfügbar.
Wer Arzneimitteltherapiesicherheit mit Patientenbezug abbilden will, braucht beide. Wer nur eine Medikationsliste gegeneinander prüft, kommt mit den Interaktionen aus.
Drei Module sind ausdrücklich optional und rechnen sich nur für bestimmte Aufgaben. Sie fallen in Beschaffungsgesprächen regelmäßig hinten runter und werden dann teuer nachgekauft.
plus X reichert jeden Produktdatensatz um abgabe- und handhabungsrelevante Angaben an: ein Foto zur visuellen Identifikation, die Teilbarkeit, die Sondengängigkeit sowie Fachinformation und Packungsbeilage. Die enthaltenen Fachinformationen sind Teil der Arzneimittelzulassung und damit eine behördlich autorisierte, rechtsverbindliche Informationsquelle für Fachkreise. Relevant wird das Modul überall dort, wo Arzneimittel nicht nur bestellt, sondern gestellt, geteilt oder über eine Sonde gegeben werden, also in der Heimversorgung, der Verblisterung und auf Station.
Plus V deckt die Hilfsmittelabrechnung nach landes- und bundesweiten Lieferverträgen ab, unter anderem Arzneimittel gemäß § 47 Arzneimittelgesetz sowie Harn- und Blutteststreifen. Preise und Abrechnungsangaben lassen sich über die Pharmazentralnummer und die Hilfsmittelpositionsnummern abrufen. Wer Hilfsmittel abrechnet, kennt den Aufwand, den die Preisermittlung hier sonst erzeugt.
Plus H3 liefert die Milligrammpreise für parenterale Lösungen nach Anhang 3 der Hilfstaxe, einschließlich der Fakturierungsfaktoren und der fallbezogenen Unterscheidung, ob aut idem erlaubt ist oder nicht. Das Modul betrifft Betriebe mit Rezeptur und Zytostatikaherstellung und sonst niemanden.
Eine Randnotiz zur aktuellen Info, weil ihre Quellenlage oft überrascht: Die Meldungen werden aus ABDATA zusammengestellt und gemeinsam mit Informationen der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker ausgespielt. Es ist also kein reiner Herstellerkanal, sondern ein zusammengeführter Strom.
„Wir brauchen die ABDA-Datenbank." Diese Anforderung ist nicht erfüllbar, weil sie keinen Umfang benennt. Elf Module, einzeln lizenziert. Brauchbar wird die Anforderung erst, wenn sie die Fragen nennt, die das System beantworten soll.
„Der Artikelstamm enthält die Fachinformation." Er enthält sie nicht. Die Fachinformationen liegen in den Deutschen Fertigarzneimitteln, und einzelne abgabe- und handhabungsrelevante Angaben kommen über plus X hinzu.
„Einmal geliefert reicht." Der Artikelstamm wird täglich aktualisiert, Preis-Updates laufen alle zwei Wochen. Ein Bestand ohne vereinbarten Aktualisierungsrhythmus ist nach wenigen Wochen kein Referenzbestand mehr, sondern eine Momentaufnahme mit Haftungsrisiko.
„Gelöschte Artikel brauchen wir nicht." Das gilt bis zur ersten Retax-Klärung oder Prüfung, die einen Artikel betrifft, den es nicht mehr gibt. Das Archiv führt 244.520 aus dem deutschen Markt genommene Arzneimittel mit Historie zurück bis November 2003, und ein Datensatz, der aus der aktiven Datenbank entfernt wurde, ist ohne dieses Modul schlicht nicht mehr auffindbar.
Der Zuschnitt fällt leichter, wenn Sie ihn von der Rolle her denken statt von der Produktliste.
Apotheke mit Großhandelserlaubnis und Handelsbetrieb. Der Artikelstamm mit den Preisen trägt das Tagesgeschäft. Die aktuelle Info hält Rückrufe und Änderungen nach. Kommt Auslandsbeschaffung hinzu, werden die Internationalen Fertigarzneimittel nötig, weil die nationale Sicht die Frage nach einer Entsprechung im Nachbarland nicht beantwortet.
Krankenhausapotheke. Hier liegt der Schwerpunkt anders. Interaktionen und CAVE tragen die Arzneimitteltherapiesicherheit, plus X liefert Teilbarkeit und Sondengängigkeit für die Stationsversorgung, und Plus H3 wird gebraucht, sobald parenterale Zubereitungen abgerechnet werden.
Softwarehaus als Multiplier. Entscheidend ist hier nicht das Modul, sondern die Bezugsform. Für eine Anzeige im eigenen System genügt oft ein Rechercheabsprung. Sobald Ihr System selbst rechnet, prüft oder dokumentiert, brauchen Sie die Felder im eigenen Bestand, und damit gelten andere Lizenzregeln. Welche Bezugsform wann trägt, behandelt der Beitrag zur Rohdatenlizenz für Arzneimitteldaten.
Hersteller und Market Access. Der Artikelstamm liefert die Preisseite, die Deutschen Fertigarzneimittel die fachliche Seite, das Archiv die Historie für Auswertungen über längere Zeiträume.
Drei Punkte entscheiden über Aufwand und Kosten, und sie werden in Anforderungskatalogen selten sauber getrennt.
Erstens der Umfang. Die Module werden einzeln lizenziert. Eine Lizenz für die Deutschen Fertigarzneimittel schließt weder Interaktionen noch CAVE ein, und die Zusatzmodule plus X, Plus V und Plus H3 sind ausdrücklich optional. Wer im Anforderungskatalog „ABDA-Datenbank" schreibt, hat den Umfang damit nicht bestimmt.
Zweitens der Rhythmus. Der Artikelstamm wird täglich aktualisiert, Preis-Updates laufen im 14-tägigen Rhythmus. Der vereinbarte Rhythmus bestimmt zugleich, wie lange Sie einen Stand im eigenen System vorhalten dürfen. Das ist eine Lizenzfrage, keine technische.
Drittens die Bezugsform. Recherche in einer Oberfläche, Datenlieferung in Ihr System oder Abfrage über eine Schnittstelle sind drei verschiedene Dinge mit drei verschiedenen Preislogiken. Rohdatenzugang und manche Web-Services setzen eine Data-Provider-Lizenz voraus.
Ein vierter Punkt wird oft erst spät gestellt und gehört an den Anfang: Wer trägt die Lizenz. Bei einem Softwarehaus, das viele Kunden bedient, ist die Antwort selten „wir". Üblich ist, dass jeder Mandant den Zugriff selbst lizenziert und der Softwareanbieter nur die Freischaltung verwaltet. Diese Trennung hält das Modell skalierbar, ohne dass der Anbieter Lizenzrisiko für fremde Daten übernimmt.
Bei pharmazie.com liegen diese Module gemeinsam mit mehr als 25 weiteren pharmazeutischen Fachdatenbanken in einer einzigen Suche, der Eisbergsuche®. Der praktische Unterschied zur Einzelrecherche ist nicht der Zugang zu einer weiteren Quelle, sondern dass ein Treffer aus der Preisebene und ein Treffer aus der Fachebene ohne Medienbruch nebeneinanderstehen.
Drei Dinge leistet die Modulfamilie nicht, und es lohnt, das vor der Beschaffung zu wissen.
Sie ist nicht die autoritative Basis für die Zulassungslage. Der IFA Article Master ist die offizielle, autoritative Datenbasis für in Deutschland zugelassene Arzneimittel. Die ABDA-Module sind enthaltene, aufbereitete Quellen daneben, kein Ersatz dafür.
Sie sagt nichts über die tatsächliche Verfügbarkeit. Ob eine Packung heute beschaffbar ist, steht im Artikelstamm nicht, und ein fehlender Lieferengpasseintrag ist kein Verfügbarkeitsnachweis. Warum das so ist, behandelt der Beitrag zu Arzneimitteln, die ohne gemeldeten Lieferengpass nicht lieferbar sind.
Sie ersetzt keine fachliche Entscheidung. Interaktionen und CAVE liefern bewertete Hinweise mit Maßnahmenempfehlung. Die Entscheidung im Einzelfall bleibt bei der Fachperson, und die Module sind ausdrücklich für Fachkreise gebaut, nicht für Patienten.
„Die ABDA-Datenbank" gibt es nicht als ein Produkt. Es gibt elf Module aus zwei Familien: Artikelstamm für die Packung mit ihren kaufmännischen Angaben, Datenbank für das Arzneimittel mit seinen fachlichen Angaben. Wer vor einer Beschaffung zuerst klärt, welche der beiden Ebenen seine Frage betrifft, spart sich die längste Schleife im Prozess.
Wenn Sie den Zuschnitt gegen Ihren konkreten Anwendungsfall legen wollen, buchen Sie eine Demo.
Dieser Inhalt richtet sich an Fachkreise und stellt keine medizinische Beratung dar. Zuletzt geprüft: September 2026.
Die ABDA-Datenbank ist keine einzelne Datenbank, sondern eine Familie von elf Modulen des ABDATA Pharma-Daten-Service, einem Bereich der Mediengruppe Avoxa. Die Module decken unterschiedliche Aufgaben ab, von den Fachinformationen zu deutschen Fertigarzneimitteln über die Wechselwirkungsprüfung und die Wirkstoffmonografien bis zum Artikelstamm mit den Preisen. Sie werden einzeln lizenziert und haben unterschiedliche Aktualisierungsrhythmen.
Elf Module: der ABDA-Artikelstamm mit den deutschen Arzneimittelpreisen, die Deutschen Fertigarzneimittel, die Internationalen Fertigarzneimittel, Interaktionen, CAVE, Wirkstoffdossiers, das Archiv und die aktuelle Info, dazu die optionalen Zusatzmodule plus X, Plus V und Plus H3. Alles, was mit Artikelstamm beginnt, hängt an der Packung und trägt kaufmännische Angaben; alles, was mit Datenbank beginnt, hängt am Arzneimittel und trägt fachliche Angaben.
Der Artikelstamm beschreibt den Handelsartikel, also die Packung: Preis, Packungsgröße, Vertriebsweg, Verschreibungsstatus und Lieferant, jeweils über die Pharmazentralnummer. Die Datenbank beschreibt das Arzneimittel selbst: Wirkstoff, Fachinformation, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Für Bestellung und Abrechnung genügt meist der Artikelstamm, für eine Medikationsprüfung reicht er nie.
Der Artikelstamm wird täglich aktualisiert, Preis-Updates laufen im 14-tägigen Rhythmus. Die übrigen Module folgen eigenen Zyklen. Wichtig ist dabei ein Punkt, der oft übersehen wird: Der vertraglich vereinbarte Aktualisierungsrhythmus bestimmt zugleich, wie lange Sie einen Datenstand im eigenen System vorhalten dürfen. Das ist eine Lizenzfrage und keine technische.
ABDA ist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, also ein Verband, der selbst keine Daten erhebt. Avoxa ist die Mediengruppe Deutscher Apotheker, der Datenbereich darin heißt ABDATA Pharma-Daten-Service mit Sitz in Eschborn. Die Lizenz heißt korrekt Avoxa-Lizenz, vormals ABDA. Davon zu unterscheiden ist die Informationsstelle für Arzneispezialitäten – IFA GmbH, die den autoritativen Artikelstamm betreibt und die Pharmazentralnummer vergibt.
Für die Zulassungslage ist der IFA Article Master die offizielle und autoritative Datenbasis für in Deutschland zugelassene Arzneimittel; die ABDA-Module sind aufbereitete Quellen daneben. Über die tatsächliche Verfügbarkeit einer Packung sagen sie nichts, und ein fehlender Lieferengpasseintrag ist kein Verfügbarkeitsnachweis. Fachliche Entscheidungen im Einzelfall bleiben ohnehin bei der Fachperson.