ZusammenfassungPZN-Stammdaten und Preise per JSON-API zu beziehen bedeutet, jeden Datensatz zu einer Pharmazentralnummer strukturiert und aktuell über einen RESTful Webservice abzurufen, statt monatlich oder zweiwöchentlich eine statische Datei herunterzuladen und zu importieren. Für Fachkreise, die Software entwickeln oder betreiben, ist das der Unterschied zwischen Daten, die zum Abfragezeitpunkt gelten, und Daten, die zwischen zwei Verteilterminen bereits veraltet sein können. Dieser Leitfaden erklärt, welche Felder eine solche Schnittstelle liefert, warum JSON gegenüber CSV und XML im Vorteil ist, wie sich die deutsche Preislogik als JSON-Struktur abbildet und wie das Format zum E-Rezept passt.
Die Pharmazentralnummer (PZN) wird von der Informationsstelle für Arzneispezialitäten (IFA) vergeben und ist der primäre Schlüssel in den Datenbanken aller Marktbeteiligten. Sie verknüpft ein physisches Präparat mit einem Datensatz, der viele Attribute umfasst. Eine JSON-API bündelt diese Attribute in einer Antwort:
Entscheidend ist die Bündelung. Eine PZN allein ist ohne diesen Kontext wertlos. Ein fehlerhaftes oder veraltetes Attribut kann zu Retaxationen führen, wenn etwa ein nicht mehr erstattungsfähiges Präparat abgegeben wird.
Viele Schnittstellen im Gesundheitswesen tauschen noch CSV-Dateien oder starr formatierte Flat-Files aus. Für kritische Stammdaten ist das eine Fehlerquelle. Drei typische Probleme:
JSON ist demgegenüber hierarchisch, typisiert und selbsterklärend. Ein Präparat kann eine Liste von Wirkstoffen und eine Liste von Preisen enthalten, ohne dass Spalten dupliziert werden müssen. Zahlen bleiben Zahlen, Wahrheitswerte bleiben Booleans:
{ "pzn": "12345678", "name": "Beispielpräparat", "wirkstoffe": [ { "substanz": "Paracetamol", "menge": 500, "einheit": "mg" } ], "preise": { "avp": 12.50, "festbetrag": 10.00, "zuzahlung": 2.50 }, "status": { "verschreibungspflichtig": false, "apothekenpflichtig": true } }
Ein weiterer Vorteil liegt in der Abwärtskompatibilität. In JSON werden Felder über ihren Namen (Key) referenziert, nicht über ihre Position. Kommt ein neues Feld hinzu, ignorieren ältere Clients es einfach, statt beim Import abzustürzen. Bei positionsbasierten Flat-Files bricht dagegen jede neue Spalte den Parser, und Entwickler müssen unter Zeitdruck nachbessern.
Die Preisinformationen zu einer PZN sind das Ergebnis eines regulierten Verfahrens. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) regelt seit 2011, dass neue Arzneimittel zunächst zwölf Monate zum frei gewählten Herstellerpreis verkauft werden dürfen. Parallel bewertet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Zusatznutzen, anschließend verhandeln Hersteller und GKV-Spitzenverband einen Erstattungsbetrag. Eine API muss diese Preiskomponenten differenziert liefern:
| Komponente | Bedeutung | Relevanz für die Integration |
|---|---|---|
| HAP (Herstellerabgabepreis) | Preis des pharmazeutischen Unternehmens | Basis für Rabattberechnungen der Industrie |
| AEP (Apothekeneinkaufspreis) | Einkaufspreis der Apotheke inklusive Großhandelszuschlag | Grundlage der Margenkalkulation |
| AVP (Apothekenverkaufspreis) | Einheitlicher Abgabepreis gegenüber Patienten und Kassen | Abrechnungsbasis gegenüber der GKV |
| Festbetrag | Maximaler Erstattungsbetrag der GKV je Wirkstoffgruppe | Bestimmt mögliche Mehrkosten |
| Zuzahlung | Gesetzliche Zuzahlung des Versicherten | Muss am Point of Sale angezeigt werden |
Besonders wichtig ist die Mehrkosten-Information. Liegt der AVP über dem Festbetrag, trägt der Versicherte die Differenz selbst. Eine JSON-API, die diese Angabe direkt in den Workflow einer Verordnungs- oder Abgabesoftware einbindet, macht Mehrkosten sofort sichtbar und vermeidet Überraschungen bei der Abgabe.
Legacy-Systeme spielen alle zwei Wochen ein Update ein und arbeiten in den Tagen dazwischen mit veralteten Daten. Eine Preisliste vom Monatsersten kann am Fünfzehnten bereits falsche Werte enthalten, wenn eine Schiedsstellenentscheidung oder eine neue Vereinbarung greift. Wer Abrechnungen oder wirtschaftliche Auswertungen auf einer solchen Liste aufbaut, rechnet mit falschen Zahlen. Eine API entkoppelt den Anwender vom starren Verteilzyklus: Sobald eine Information in der zentralen Datenbank aktualisiert wird, steht sie über die Schnittstelle bereit. Der Zugriff wechselt vom Prinzip "Nutzer holt Update" zum Prinzip "Daten sind aktuell verfügbar".
Eine REST-API liefert dabei nicht nur Daten, sondern auch HTTP-Statuscodes. Eine ungültige PZN quittiert der Dienst sofort mit 404 und einer JSON-Fehlermeldung, statt einen Fehler erst am Ende eines Massenimports sichtbar zu machen. Dieses Fail-Fast-Prinzip begünstigt stabile Anwendungen.
Der Wechsel zum JSON-Format wird durch den Gesetzgeber beschleunigt. Das E-Rezept basiert auf dem Standard FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) von HL7, der für den Austausch über Web-APIs entwickelt wurde. Die meisten Implementierungen bevorzugen die JSON-Repräsentation (application/fhir+json). Technisch ist ein E-Rezept ein Bündel von JSON-Ressourcen, und innerhalb der MedicationRequest-Ressource ist die PZN der entscheidende Identifier. Wer seine Stammdaten bereits als JSON bezieht, kann sie ohne aufwendige Übersetzung in die FHIR-Struktur einbinden. Auch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) fördert interoperable Schnittstellen und erhöht damit den Druck, von Flat-Files auf standardisierte APIs umzustellen.
Als Datenbasis dient der ABDA-Artikelstamm, das für die Abrechnung zwischen Apotheken und gesetzlichen Krankenkassen maßgebliche Verzeichnis. Über pharmazie.com lassen sich diese Arzneimittel-Stammdaten je nach Anwendungsfall auf zwei Wegen nutzen: als Export in Formaten wie CSV, JSON, XML, Excel oder PDF für den Aufbau einer eigenen Datenhaltung, oder per REST-Abruf für den Zugriff in Echtzeit. Für Klinik-Informationssysteme, Warenwirtschaft, Großhandels- oder Kassenanwendungen bedeutet der Direktabruf, dass die Software im Hintergrund auf eine zentrale Quelle zugreift, ohne dass eine Oberfläche bedient werden muss. Der passende Weg hängt von der Architektur ab: Ein System, das durchgehend aktuelle Preise benötigt, profitiert vom Abruf, ein System mit eigener Verarbeitungslogik oft vom strukturierten Export. Beide Angebote richten sich an Fachkreise, nicht an Patientinnen und Patienten.
Pro Pharmazentralnummer erhalten Sie einen strukturierten Datensatz mit Identifikationsdaten (Handelsname, Anbieter, Darreichungsform, Packungsgröße mit N-Kennzeichen), Wirkstoffangaben mit Wirkstärke, rechtlichem Status (Verschreibungs- und Apothekenpflicht, BTM), logistischen Daten sowie den ökonomischen Feldern Preise, Festbetrag und Zuzahlung. JSON bildet dabei mehrere Wirkstoffe oder Preise als Liste in einem Objekt ab.
Klassische Verteilmedien werden alle zwei Wochen eingespielt, sodass in der Zwischenzeit veraltete Werte gelten können. Eine Preisliste vom Monatsanfang kann durch eine Schiedsstellenentscheidung mitten im Monat falsch werden. Ein API-Abruf entkoppelt Sie vom Verteilzyklus, weil aktualisierte Informationen aus der zentralen Datenbank direkt über die Schnittstelle bereitstehen.
CSV kennt kein verbindliches Trennzeichen und keine Datentypen, weshalb eine PZN mit führender Null als Zahl fehlinterpretiert oder ein Name mit Komma zerschnitten werden kann. JSON ist typisiert und hierarchisch: Zahlen bleiben Zahlen, Felder werden über ihren Namen statt ihre Position referenziert. Neue Felder brechen ältere Clients dadurch nicht, was die Wartung stabiler macht.
Ja. Das E-Rezept basiert auf dem FHIR-Standard von HL7, der überwiegend in JSON (application/fhir+json) implementiert wird. Ein E-Rezept ist technisch ein Bündel von JSON-Ressourcen, und die PZN ist innerhalb der MedicationRequest-Ressource der entscheidende Identifier. Stammdaten, die bereits als JSON vorliegen, lassen sich ohne Formatumwandlung in FHIR-Workflows einbinden.
Abbildbar sind Herstellerabgabepreis (HAP), Apothekeneinkaufspreis (AEP), Apothekenverkaufspreis (AVP), Festbetrag und gesetzliche Zuzahlung. Wichtig ist der Hinweis auf Mehrkosten: Liegt der AVP über dem Festbetrag, trägt der Versicherte die Differenz. Diese Angabe direkt im Datensatz macht Mehrkosten am Abgabe- oder Verordnungspunkt sichtbar.
Als Datenbasis dient der ABDA-Artikelstamm, das für die Abrechnung zwischen Apotheken und gesetzlichen Krankenkassen maßgebliche Verzeichnis. Über pharmazie.com sind die Stammdaten als Export (CSV, JSON, XML, Excel, PDF) oder per REST-Abruf verfügbar. Das Angebot richtet sich an Fachkreise wie Softwarehersteller, Klinikapotheken, Großhandel und Kassen, nicht an Patientinnen und Patienten.