Arzneimitteldaten und Datenbanken
July 23, 2026
7 Minuten

PZN-Liste als Excel-Download: So beziehen und importieren Sie Stammdaten richtig

Sie wissen, wie Sie eine korrekte PZN-Liste als Excel oder CSV beziehen, fehlerfrei importieren und wann sich eine laufend aktuelle Datenbasis mehr lohnt als der Einmal-Download.

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Inhaltsverzeichnis
    Zusammenfassung
    • Eine PZN-Liste als Excel oder CSV gibt es, aber rechtssicher nur aus dem lizenzierten ABDA-Artikelstamm auf IFA-Basis, nicht als seriöse Gratis-Komplettliste.
    • Stammdaten ändern sich alle 14 Tage (zum 1. und 15.), ein Einmal-Download veraltet planmäßig.
    • Häufigste Importfehler: verlorene führende Nullen, falsches Trennzeichen, Kodierungsprobleme, Autokonvertierung zu Datum.
    • PZN-Spalte immer als Text importieren, im deutschsprachigen Raum Semikolon als Trennzeichen und UTF-8 als Kodierung prüfen.
    • Für laufende Prozesse ist ein definierter Export oder eine API-Anbindung der statischen Datei überlegen.

    Eine PZN-Liste als Excel- oder CSV-Datei ist verfügbar, aber nur aus einer lizenzierten Quelle, und sie beginnt in dem Moment zu veralten, in dem Sie sie herunterladen. Die Pharmazentralnummern und ihre Stammdaten werden alle 14 Tage aktualisiert, jeweils zum 1. und zum 15. eines Monats. Ein einmaliger Download deckt also immer nur einen Stichtag ab. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie eine korrekte PZN-Liste beziehen, wie Sie sie ohne die typischen Formatfehler in Excel oder Ihre Warenwirtschaft importieren und warum eine laufend aktuelle, exportierbare Datenbasis der statischen Datei für professionelle Prozesse überlegen ist.

    Woher kommt eine PZN-Liste und darf ich sie einfach herunterladen?

    Die Pharmazentralnummer (PZN) ist der bundeseinheitliche Identifikationsschlüssel für Arzneimittel, Hilfsmittel und apothekenübliche Produkte in Deutschland. Vergeben wird sie von der Informationsstelle für Arzneispezialitäten (IFA). Deren Meldungen fließen in den ABDA-Artikelstamm ein, die maßgebliche Datengrundlage für den deutschen Markt. Genau hier liegt der erste wichtige Punkt: Der Zugang zu diesen Rohdaten ist lizenzpflichtig.

    Kostenlose Komplettlisten, die frei im Netz kursieren, sind deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Es handelt sich oft um veraltete Fragmente, um zusammengesuchte Teilbestände oder um Kopien, deren gewerbliche Nutzung Schutzrechte verletzen kann. Wer eine PZN-Liste rechtssicher und in verwertbarer Qualität benötigt, bezieht sie über einen lizenzierten Anbieter, der die Originaldaten aufbereitet und in einem sauberen Exportformat bereitstellt.

    Welche Felder gehören in eine brauchbare PZN-Liste?

    Eine reine Liste aus Nummern hat wenig Wert. Für die meisten Anwendungsfälle brauchen Sie je Artikel mindestens diese Felder:

    • PZN (bis zu achtstellig, mit Prüfziffer nach dem Modulo-11-Verfahren).
    • Artikelbezeichnung, Darreichungsform und Wirkstoff.
    • Packungsgröße und Normkennzeichen (N1, N2, N3).
    • Hersteller beziehungsweise pharmazeutischer Unternehmer.
    • Preis- und Abgabeinformationen, etwa Apothekenverkaufspreis und rechtliche Einordnung (Rx, OTC).

    Je nach Zweck kommen weitere Felder hinzu: ATC-Code für Auswertungen nach Wirkstoffgruppe, Angaben zur Erstattung oder angereicherte Texte für den Versandhandel. Sinnvoll ist es, den Export von Beginn an auf die benötigten Felder und das benötigte Sortiment zu begrenzen, statt mehrere hunderttausend Artikel ungefiltert zu ziehen.

    PZN-Liste sauber in Excel importieren: die häufigsten Fehler

    Der schnelle Doppelklick auf eine CSV-Datei ist die häufigste Fehlerquelle. Excel trifft dabei Annahmen, die bei Stammdaten zu stillen, aber folgenreichen Fehlern führen. Drei Punkte sind entscheidend.

    Führende Nullen erhalten

    Eine PZN ist logisch ein Identifikator, kein Rechenwert. Interpretiert Excel die Spalte als Zahl, entfernt es führende Nullen: Aus 04567890 wird 4567890. Diese verstümmelte Nummer ist ungültig, und der Artikel wird beim Rückimport in ein Warenwirtschaftssystem nicht mehr gefunden. Importieren Sie CSV-Dateien deshalb über den Weg Daten, Daten abrufen, Aus Text/CSV und definieren Sie die PZN-Spalte im Power-Query-Editor ausdrücklich als Text.

    Trennzeichen und Zeichenkodierung prüfen

    Im deutschsprachigen Raum ist das Semikolon das übliche CSV-Trennzeichen, weil das Komma als Dezimaltrenner bei Preisen dient. Klebt nach dem Import alles in einer Spalte, stimmt das Trennzeichen nicht. Erscheinen statt Umlauten unleserliche Zeichen, liegt ein Kodierungsproblem vor: Wählen Sie im Importdialog UTF-8, ersatzweise Westeuropäisch (Windows-1252).

    Autokonvertierung zu Datum vermeiden

    Bestimmte Bezeichnungen oder Chargenangaben deutet Excel fälschlich als Datum, aus einer Angabe wie MAR23 wird schnell ein Kalenderdatum. Einmal gespeichert, ist diese Änderung nicht mehr rückgängig zu machen. Definieren Sie kritische Spalten vor dem Laden konsequent als Text und prüfen Sie das Ergebnis stichprobenartig.

    Warum die statische Excel-Liste schnell an Wert verliert

    Der deutsche Arzneimittelmarkt gehört zu den datenintensivsten überhaupt. Zum 1. und 15. jedes Monats ändern sich Preise, kommen neue Produkte hinzu und werden Artikel aus dem Vertrieb genommen. Eine heute heruntergeladene Liste kann bereits zum nächsten Aktualisierungstermin in Teilen überholt sein.

    EreignisFrequenzFolge für die statische Liste
    Preisänderungen, etwa neue Erstattungsbeträge14-tägigKalkulation mit falschen Werten
    NeueinführungenlaufendNeue PZN im System nicht auffindbar
    AußervertriebnahmenlaufendBestellung nicht mehr handelbarer Artikel
    Änderung von AustauschhinweisenperiodischFehler bei Abgabe und Abrechnung
    Rückrufe und Warnhinweisead hocArbeit mit unsicheren Informationen

    Wer Abrechnungen, Wirtschaftlichkeitsanalysen oder Einkaufsentscheidungen auf einer veralteten Liste aufbaut, arbeitet mit falscher Grundlage. Das betrifft das Klinik-Controlling ebenso wie den Apothekeneinkauf oder den Außendienst.

    Live-Datenbank statt Einmal-Download: der praktische Unterschied

    Die Alternative zur statischen Datei ist eine Datenbasis, die Sie bei Bedarf exportieren und die zugleich immer den aktuellen Stand abbildet. Zwei Zugangswege haben sich für Fachkreise bewährt.

    Der erste ist ein definierter Export: Sie legen die Kriterien fest, etwa alle verschreibungspflichtigen Artikel einer bestimmten Wirkstoffgruppe, und erhalten die Liste im gewünschten Format als CSV, Excel, XML oder JSON, formatgerecht für Ihr Zielsystem und im gewünschten Rhythmus, einmalig oder wiederkehrend. Der zweite ist die Anbindung über eine Programmierschnittstelle. Über eine API oder Webservices greift Ihr System direkt auf die zentrale Datenbank zu, sodass Suche, Preisabfrage und Detaildaten stets live sind. Der Aufwand für lokale Datenhaltung und wiederkehrende Importe entfällt.

    Für Warenwirtschaftssysteme ist der stapelweise Abgleich praktisch: Es wird eine Liste von PZNs übergeben und das Ergebnis gesammelt zurückgeliefert, was viele Einzelabfragen vermeidet. So halten Sie Ihren Bestand ohne manuellen Dateiaustausch aktuell.

    Wie pharmazie.com PZN-Stammdaten bereitstellt

    pharmazie.com bündelt über 25 pharmazeutische Datenbanken unter einer Oberfläche, darunter den ABDA-Artikelstamm mit den PZN-Stammdaten sowie weitere Verzeichnisse. Die Daten stammen aus lizenzierten Quellen und werden regelmäßig gepflegt, die ABDA-Daten im 14-Tage-Rhythmus. Für den einmaligen oder wiederkehrenden Bedarf lassen sich Listen nach Ihren Kriterien selektieren und in gängigen Formaten wie CSV, Excel, XML oder JSON ausgeben. Für die dauerhafte Integration stehen API und Webservices bereit, über die Warenwirtschaft, ERP oder E-Commerce-System direkt auf die aktuelle Datenbasis zugreifen.

    Das System wird seit 1989 entwickelt und richtet sich ausschließlich an pharmazeutische Fachkreise. Wenn Sie prüfen möchten, ob Format, Feldumfang und Aktualisierungszyklus zu Ihren Prozessen passen, lässt sich das in einer Teststellung ansehen.

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    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Gibt es die komplette PZN-Liste kostenlos als Excel-Download?
    Wie oft ändern sich PZN-Stammdaten?
    In welchem Format sollte ich eine PZN-Liste beziehen, CSV oder Excel?
    Was ist besser, ein regelmäßiger Export oder eine API-Anbindung?
    Warum verschwinden führende Nullen der PZN beim Excel-Import?
    Kann ich eine ganze PZN-Liste per Schnittstelle gegen meinen Bestand abgleichen?
    Seit 1989 vertrauen über 1.000 Kunden auf unsere Daten.

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