Arzneimittelpreise
September 27, 2026
10 Minuten

Pharma-Preisanalyse zum Stichtag 1. Oktober 2026: Neue Festbeträge, die meisten Anbieter senken, einige Hochpreis-Originale bleiben darüber

Eine Analyse auf Basis der Preisdaten aus dem pharmazie.com PharMonitor. Ausgewertet werden die Preisänderungen zum Stichtag 1. Oktober 2026 gegenüber dem vorherigen Stichtag (15. September 2026). Zum 1. Oktober gelten für elf Wirkstoffe neue Festbeträge, und die meisten Anbieter reagieren: 33 von 48 senken bei mindestens einer Packung den Preis.

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Inhaltsverzeichnis
    Zusammenfassung
    • Zum Stichtag 1. Oktober 2026 gelten für elf Wirkstoffe neue Festbeträge. 33 von 48 Anbietern senken bei mindestens einer Packung den Preis.
    • 271 Herstellerpreise im Inland sinken, im Median um 21,4 %. 182 Preisänderungen landen auf den Cent genau auf dem neuen Festbetrag.
    • Über dem Festbetrag bleiben 47 % der Original-Packungen, aber nur 16 % der Generika. Tasigna 200 mg kostet in der Apotheke 6.858,35 € bei einem Festbetrag von 1.870,54 €.
    • Außerhalb der Festbetragsrunde senken die Hersteller in vielen kleinen Schritten (Median −0,6 %). Die Ausnahme ist Brivaracetam: Alle 107 Preisänderungen gehen nach unten, Median −13,3 %.
    • Gegenläufig werden rezeptfreie Arzneimittel teurer: 382 von 384 Preisen steigen (Median +2,1 %). Lieferengpässe gehen in diesem Monat nicht mit höheren Preisen einher.

    Eine Analyse auf Basis der Preisdaten aus dem pharmazie.com PharMonitor. Ausgewertet werden die Preisänderungen zum Stichtag 1. Oktober 2026 gegenüber dem vorherigen Stichtag (15. September 2026).

    Zum 1. Oktober gelten für elf Wirkstoffe neue Festbeträge, und die meisten Anbieter reagieren: 33 von 48 senken bei mindestens einer Packung den Preis. Insgesamt sinken 271 Herstellerpreise im Inland, im Median um 21,4 %; fast zwei Drittel der Preisänderungen landen auf den Cent genau auf dem neuen Festbetrag. Das gilt auch für viele Originalpräparate: Die gesenkten Original-Packungen fallen im Median sogar um 41,7 %. Einige Hochpreis-Originale halten dagegen. Tasigna, Imnovid und Sprycel bleiben unverändert, Brilique erhöht sogar. Insgesamt liegen 109 von 551 Inland-Packungen dieser Wirkstoffe über dem Festbetrag: 30 von 64 Original-Packungen (47 %), aber nur 79 von 487 Generika (16 %). Am deutlichsten wird das bei Tasigna 200 mg: Die Packung mit 112 Kapseln kostet in der Apotheke 6.858 €, der neue Festbetrag liegt bei 1.871 €. Das Original ist damit mehr als dreimal so teuer wie die Generika, die jetzt auf dem Festbetrag liegen.

    Das ist der erste von drei Treibern dieses Stichtags. Der zweite ist der Wettbewerb in jungen Generikamärkten ohne neuen Festbetrag, der dritte eine Gegenbewegung: Rezeptfreie Arzneimittel werden fast ausnahmslos teurer.

    Markt-Snapshot: die Zahlen auf einen Blick

    Kennzahl1. Oktober 2026Was dahintersteckt
    Aktualisierte Artikel (PZN = Pharmazentralnummer) zum Stichtag12.942Alle Änderungen inkl. Neuzugängen, Abgängen und Stammdaten
    Echte Herstellerpreis-Änderungen (Inland)2.022Tatsächliche Preisentscheidungen der Hersteller
    → Preissenkungen1.547 (76,5 %)Ø −9,5 %; Median −1,2 %
    → Preiserhöhungen475 (23,5 %)Ø +16,2 %; Median +2,4 %
    Parallel- und Reimporte (separat)3.14192,7 % Senkungen; Ø −1,5 % · Median −0,4 %
    Verkaufspreis-Änderungen ohne Herstellerpreis-Änderung0Kein Apothekenfixum-Effekt, nächste Stufe (9,50 €) am 1.1.2027¹

    Zwei Kennzahlen je Richtung: Der Durchschnitt (Ø) mittelt alle Bewegungen und zeigt die Gesamtwucht. Der Median ist der mittlere Wert; er beschreibt die typische Preisänderung besser, weil einzelne Extremwerte den Durchschnitt verzerren. Genau das passiert diesen Monat bei den Erhöhungen: Drei Packungen eines Anbieters (Viatris, geführt als Mylan Healthcare) springen um über 1.000 %. Ohne sie läge der Ø der Erhöhungen bei +7,2 % statt +16,2 %; der Median bleibt bei +2,4 %.

    Gut drei Viertel aller Herstellerpreis-Änderungen im Inland sind Senkungen. Der ApU (Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, also der Herstellerabgabepreis) ist dabei die maßgebliche Größe; der Apothekenverkaufspreis hat sich zu diesem Stichtag nur dort bewegt, wo sich auch der Herstellerpreis geändert hat.

    Treiber 1: Neue Festbeträge, die meisten Preisänderungen landen auf dem Festbetrag, einige Packungen bleiben darüber

    Ein Festbetrag ist der Höchstbetrag, bis zu dem die gesetzliche Krankenversicherung ein Arzneimittel erstattet (§ 35 SGB V). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bildet die Gruppen, der GKV-Spitzenverband setzt die Beträge fest.² ³ Zum 1. Oktober greifen neue Festbeträge für elf Wirkstoffe: Pomalidomid, Ranolazin, Sapropterin, Sevelamer, Ticagrelor und Tolvaptan, dazu die parenteralen Antipsychotika Paliperidon und Risperidon sowie die Tyrosinkinase-Inhibitoren Bosutinib, Dasatinib und Nilotinib zur Behandlung der chronisch myeloischen Leukämie.

    Der Datenbefund: In diesen elf Wirkstoffen ändern sich 286 Herstellerpreise im Inland (Ø −22,5 %; Median −20,4 %); 271 davon sind Senkungen (Median −21,4 %). Bei 285 dieser Preisänderungen ändert sich zugleich der Festbetrag; für die übrige Packung (Daruph 55 mg, Dasatinib) ist im Datensatz kein Festbetrag ausgezeichnet. Von den 285 landen 182 exakt auf dem neuen Festbetrag. Der Blick auf alle 551 Inland-Packungen dieser Wirkstoffe, also auch auf die ohne Preisänderung, zeigt: Bei 109 liegt der Apothekenverkaufspreis über dem neuen Festbetrag. 89 davon haben ihren Preis zum Stichtag nicht verändert, 20 haben ihn geändert und liegen trotzdem darüber.

    Generika und Originale: Von den 64 Original-Packungen dieser Wirkstoffe senken 35 ihren Preis, im Median um 41,7 %. 29 davon landen genau auf dem neuen Festbetrag, darunter alle gesenkten Packungen von Xeplion, Trevicta, Jinarc, Samsca, Ranexa und Renagel. 24 Original-Packungen bleiben unverändert, fünf werden teurer (Brilique). Unterm Strich liegen 30 der 64 Original-Packungen (47 %) über dem Festbetrag: 20 ohne Preisänderung, vor allem Tasigna, Imnovid, Sprycel und Kuvan, dazu die fünf Brilique-Packungen und fünf Packungen von Risperdal Consta und Bosulif, die zwar senken, aber nicht bis auf den Festbetrag. Von den 487 Generika-Packungen liegen 408 auf oder unter dem Festbetrag, 79 darüber (16 %, 69 davon ohne Preisänderung), vor allem bei Pomalidomid (32) und Ticagrelor (30). Parallel- und Reimporte sind hier nicht enthalten: Von ihren 680 Packungen dieser Wirkstoffe liegen 399 über dem Festbetrag.

    WirkstoffAnbieterPreisänderungen (davon Senkungen)MedianPackungen über Festbetrag
    Ticagrelor2561 (52)−9,1 %35 von 133
    Pomalidomid1459 (59)−12,6 %40 von 102
    Tolvaptan738 (37)−22,8 %1 von 49
    Nilotinib827 (27)−47,0 %4 von 32
    Paliperidon (parenteral)920 (20)−35,7 %5 von 45
    Dasatinib1118 (15)−10,1 %5 von 48
    Ranolazin1117 (17)−21,3 %0 von 73
    Risperidon (parenteral)314 (14)−42,6 %3 von 14
    Bosutinib514 (12)−26,6 %2 von 20
    Sevelamer912 (12)−38,8 %5 von 17
    Sapropterin96 (6)−0,9 %9 von 18

    Anbieter = Unternehmen mit mindestens einer Inland-Packung des Wirkstoffs im Datensatz. Über Festbetrag = Apothekenverkaufspreis größer als der Festbetrag. Herstellerabgabepreise und Apothekenverkaufspreise sind Listenpreise; Rabattverträge sind nicht abgebildet.

    Das Beispiel Ticagrelor zeigt die Spannweite: Beim Generikum Ticabril 90 mg (56 Stück) sinkt der Herstellerpreis von 25,88 € auf 4,74 € (−81,7 %). Das Original Brilique dagegen wird zum selben Stichtag um 27,9 % teurer; die 168er-Packung kostet im Apothekenverkauf 275,47 € bei einem Festbetrag von 31,77 €. Bei Tasigna 200 mg (Nilotinib, 112 Kapseln) liegt der Apothekenverkaufspreis mit 6.858,35 € mehr als dreimal so hoch wie der Festbetrag von 1.870,54 €; die Nilotinib-Generika derselben Packungsgröße liegen jetzt auf oder knapp unter dem Festbetrag.

    Die Einordnung: Liegt der Preis über dem Festbetrag, trägt die Krankenkasse die Kosten nur bis zur Höhe des Festbetrags (§ 31 Abs. 2 SGB V); die Differenz zahlen Versicherte als Mehrkosten zusätzlich zur Zuzahlung. Das entfällt, wenn die Krankenkasse mit dem Hersteller einen Rabattvertrag nach § 130a Abs. 8 SGB V geschlossen hat, der die Mehrkosten ausgleicht. Dann trägt sie den Apothekenverkaufspreis (§ 31 Abs. 2 Satz 2 und 3 SGB V). Zugleich fallen Arzneimittel mit Festbetrag aus dem Preismoratorium: Erhöhungen lösen für sie keinen Abschlag in Höhe der Preiserhöhung aus (§ 130a Abs. 3a Satz 1 SGB V).⁴ Und ab dem 1. Januar 2027 sind sie vom neuen zusätzlichen Herstellerabschlag von 8,5 % ausgenommen (§ 130a Abs. 1b Satz 2 Nr. 3 SGB V).⁵ Ob die Anbieter über dem Festbetrag ihre Preise noch anpassen oder die Differenz bewusst in Kauf nehmen, zeigen erst die kommenden Stichtage.

    Die Gegenrichtung: 58 der 93 Preiserhöhungen rezeptpflichtiger Arzneimittel betreffen Packungen mit Festbetrag. Darunter hebt Sanofi 21 Packungen etablierter Präparate (u. a. Aprovel, Iscover, Delix) um rund 10 bis 20 % an. Alle lagen schon vorher über ihrem Festbetrag.

    Treiber 2: Wettbewerb ohne Festbetrag in vielen kleinen Schritten und einem großen

    Außerhalb der Festbetragsrunde ändern sich 1.352 Preise rezeptpflichtiger Arzneimittel (Rx), 94,2 % davon sind Senkungen, allerdings meist kleine: Ø −1,7 %, Median −0,6 %. Die deutliche Ausnahme ist Brivaracetam, ein Antiepileptikum: Alle 107 Preisänderungen sind Senkungen, verteilt auf zehn Anbieter, Ø −18,9 %, Median −13,3 % (Spanne −2,3 % bis −52,4 %). Zeitlich fällt das mit neuen Anbietern zusammen: Zum 1. September kamen 171 neue Brivaracetam-Packungen von 14 Anbietern in die Daten. Ob der Wettbewerb die Senkungen auslöst, zeigen die Preisdaten allein nicht.

    Segmente im Überblick

    SegmentPreisänderungenØMedianErhöhungenSenkungen
    Rx (rezeptpflichtig, Inland)1.638−5,3 %−1,0 %6 %94 %
    OTC (rezeptfrei, Inland)384+4,5 %+2,1 %99 %1 %
    Biosimilars (inkl. Import)346−2,5 %−0,6 %5 %95 %
    Parallel- und Reimporte3.141−1,5 %−0,4 %7 %93 %

    Kein Inflationsabzug: Der jährliche Inflationsausgleich beim Preismoratorium greift nur zum 1. Juli (zum 1. Oktober liegen nur 7 Inland-Änderungen bei exakt +2,2 %, 5 Rx und 2 OTC). Der Rx-Durchschnitt enthält drei Ausreißer eines Anbieters (Viatris bzw. Mylan Healthcare: Dimethylfumarat 240 mg, Eltrombopag 25 und 50 mg, +1.031 % bis +1.799 %); ohne sie liegt er bei −8,0 %. Biosimilars: 320 der 346 Änderungen betreffen Parallel- und Reimporte; im Inland sinken 26 Preise (Median −1,3 %). Regulatorischer Rahmen ist die Biosimilar-Substitution in der Apotheke nach § 40c der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) des G-BA (Ermächtigung § 129 SGB V).⁶

    Treiber 3: Rezeptfreie Arzneimittel werden teurer

    Bei den rezeptfreien Arzneimitteln (OTC) steigen 382 von 384 Preisen (Ø +4,5 %; Median +2,1 %). Der Befund ist breit getragen: 147 der Erhöhungen stammen von STADA Consumer Health mit moderaten Schritten (Median +2,0 %); ohne diesen Anbieter liegt der OTC-Durchschnitt bei +6,0 % (Median +3,8 %). OTC-Präparate zahlen die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen, etwa für Kinder unter zwölf Jahren (§ 34 SGB V); das Preismoratorium spielt für sie deshalb meist keine Rolle. Einen Festbetrag haben trotzdem 141 der 384 Packungen, denn Festbeträge gelten für ganze Wirkstoffgruppen, etwa Ibuprofen oder Paracetamol, und damit auch für deren rezeptfreie Packungen.

    Preisverteilung: ein tiefer Senkungs-Tail

    37,3 % der Inland-Änderungen liegen zwischen −1 % und +1 %. Auffällig ist die linke Flanke: 21,1 % der Änderungen sind Senkungen um mehr als 10 %. Gut die Hälfte davon (241 von 426) entfällt auf die Festbetragsrunde und Brivaracetam. Die Extremwerte reichen von −98,6 % (Esomeprazol, ein Anbieter) bis +1.799 % (Dimethylfumarat, Viatris).

    Engpässe und Preise: die Gegenprobe

    Zum Stand 24.09.2026 verzeichnet die Lieferengpassliste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 937 aktive Meldungen (von 962 Einträgen); Schwerpunkte sind das Nervensystem (379), Herz-Kreislauf (121) und Onkologie/Immunmodulation (87). 254 Meldungen sind krankenhausrelevant, 187 betreffen versorgungskritische Wirkstoffe.⁷

    Steigen Preise dort, wo Engpässe herrschen? Im Oktober nicht. Wirkstoffe mit aktivem Lieferengpass tauchen bei den rezeptpflichtigen Arzneimitteln sogar häufiger unter den Senkungen auf als unter den Erhöhungen: Sie betreffen 28,8 % aller Preissenkungen, aber nur 11,8 % der Erhöhungen. Auffällig ist ein einzelner Fall: ALIUD Pharma erhöht die Preise von sechs Packungen Urapidil AL um 18 bis 28 %, und genau diese Packungen sind selbst als Engpass gemeldet, wegen erhöhter Nachfrage. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus nicht ableiten.

    Impfstoffe: keine vollständigen Engpässe

    Bei Impfstoffen (ATC-Code J07 nach der anatomisch-therapeutisch-chemischen Klassifikation) ändern sich 116 Preise, 115 davon bei Parallel- und Reimporten (101 gesunken, 14 gestiegen); hinzu kommt eine Inland-Änderung. Das Paul-Ehrlich-Institut meldet zum 16.09.2026 zwei Teil-Engpässe (einzelne Packungsgrößen von Fluenz und Heplisav B), jeweils mit Alternative.⁸

    Marktbewegung: 202 Neuzugänge, 166 Abgänge

    Zum Stichtag kommen 202 Arzneimittel neu in die Daten (92 davon Importe), 166 fallen weg. Die meisten Neuzugänge entfallen auf Herz-Kreislauf (48), Onkologie/Immunmodulation (34) und das Nervensystem (27).

    Was das für Sie bedeutet

    • Großhandel & Handel: Bei elf Packungen der Festbetragswirkstoffe (Ticagrelor, Dasatinib) sinkt der Herstellerpreis um mehr als 80 %. Wer die neuen Preise mit dem pharmazie.com PharMonitor bis zu fünf Tage früher kennt, kann Bestände rechtzeitig steuern.
    • Pharmazeutische Industrie: Mit dem neuen Festbetrag steht jeder Anbieter vor derselben Entscheidung: auf den Festbetrag senken oder darüber bleiben. Zum 1. Oktober landen 182 Packungen auf den Cent genau auf dem neuen Festbetrag, andere bleiben unverändert darüber. Wie Wettbewerber je Wirkstoff und Packungsgröße entschieden haben, zeigt der PharMonitor stichtagsgenau.
    • Apotheken: Für 104 Packungen im Vertrieb können Mehrkosten anfallen, die Versicherte zusätzlich tragen. Stichtagsgenaue Festbeträge und Verkaufspreise machen die Beratung zur Alternative einfacher.
    • Kostenträger & Market Access: Ob die Anbieter über dem Festbetrag nachziehen, entscheidet über Versorgungswege und Mehrkosten. Die Konvergenz auf den Festbetrag lässt sich im PharMonitor je Wirkstoff und Stichtag verfolgen.

    Fazit: Ein Stichtag, drei Treiber

    Ein regulatorischer Treiber, die neuen Festbeträge, bewegt die tiefsten Preissenkungen des Monats und trennt Anbieter, die auf den Festbetrag gehen, von denen, die darüber bleiben. Ein marktgetriebener Treiber drückt die Preise außerhalb der Festbetragsrunde in vielen kleinen Schritten, bei Brivaracetam in einem großen. Und gegenläufig steigen die Preise rezeptfreier Arzneimittel fast ausnahmslos.

    Jetzt handeln

    Diese Analyse basiert auf den Daten des pharmazie.com PharMonitor. Gratis Demo buchen.

    Methodik & Datenbasis

    Grundlage sind alle 12.942 Artikel, die zum Stichtag 1.10.2026 aktualisiert wurden. Ausgewertet haben wir davon die 2.022 echten Änderungen des Herstellerpreises bei Arzneimitteln im Inland; Parallel- und Reimporte (3.141) betrachten wir getrennt. Nicht in die Auswertung fließen Neuzugänge (1.991) und Abgänge (828), Preisänderungen bei Nicht-Arzneimitteln und anderen Artikeln außerhalb der Auswertungsmenge (1.489), Wechsel von oder auf einen Preis von 0 € (94) und Aktualisierungen ohne Preisänderung, etwa bei Stammdaten oder Festbeträgen (3.377).

    Auswertungsmenge: allopathische Arzneimittel, verkehrsfähig, Herstellerpreis vorher und nachher größer 0 € und verändert; Richtung über die Euro-Differenz. Importe werden immer getrennt ausgewiesen. Engpässe: BfArM-Meldungen mit Ende am oder nach dem 24.09.2026, ohne Löschmeldungen; Abgleich auf Wirkstoff-Ebene (ATC-5) und Packungsebene (PZN). Alle Preise sind Listenpreise.

    Quellen

    ¹ Dritte Verordnung zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung vom 9.6.2026, BGBl. 2026 I Nr. 173, verkündet am 12.6.2026 (Fixum 9,00 € ab 1.7.2026, 9,50 € ab 1.1.2027).
    ² GKV-Spitzenverband, Festbeträge mit Geltung ab 1.10.2026 (§ 35 Abs. 3 SGB V); im PharMonitor-Datensatz zum Stichtag 1.10.2026 für die elf genannten Wirkstoffe gesetzt.
    ³ G-BA, Beschluss vom 19.02.2026 zur Änderung der AM-RL Anlage IX, BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren, Gruppe 1, Stufe 2 (BAnz AT 10.04.2026 B5).
    ⁴ § 130a Abs. 3a Satz 1 SGB V i. d. F. des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes vom 24.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 228.
    ⁵ § 130a Abs. 1b Satz 2 Nr. 3 SGB V, ebd. (Art. 1 Nr. 48 Buchst. a); Abschlag ab 1.1.2027.
    ⁶ G-BA, AM-RL § 40c (Ermächtigung § 129 SGB V).
    ⁷ BfArM-Lieferengpassliste, Stand 24.09.2026.
    ⁸ Paul-Ehrlich-Institut, Lieferengpässe Impfstoffe, Stand 16.09.2026.
    Datenbasis: pharmazie.com PharMonitor, Stichtag 1.10.2026.

    Author Image
    Ursula Tschorn
    Ursula Tschorn ist Geschäftsführerin der DACON DACON Datenbank Consulting GmbH und beschäftigt sich seit 1989 mit dem Aufbau pharmazeutischer Informationsinfrastrukturen. Sie schreibt über Standards für Arzneimitteldaten, Preisregulierung und Marktzugang in der DACH-Region.

    FAQ

    Was ändert sich zum Stichtag 1. Oktober 2026?
    Was bedeutet ein Preis über dem Festbetrag für Versicherte?
    Wie viele Preisänderungen landen genau auf dem neuen Festbetrag?
    Wie bewegen sich die Preise außerhalb der Festbetragsrunde?
    Welche Packungen liegen über dem Festbetrag?
    Steigen die Preise dort, wo Lieferengpässe gemeldet sind?
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