Pharma-Preisanalyse zum Stichtag 1. Juli 2026: Apothekenfixum steigt auf 9 €, Inflationsausgleich greift

von | Juni 29, 2026 | Am beliebtesten

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Eine Analyse – basierend auf den aktuellen Preisdaten aus dem pharmazie.com PharMonitor. Verglichen wird der Stichtag 1. Juli 2026 mit dem vorherigen Stichtag, dem 15. Juni 2026.

Der 1. Juli ist im Arzneimittelmarkt selten ein gewöhnlicher Stichtag – 2026 aus gleich drei Gründen nicht. An diesem Tag wirken drei Treiber zugleich auf die Preise: ein struktureller (das neue Apothekenhonorar), ein planbarer (der jährliche Inflationsausgleich) und ein marktgetriebener (der anhaltende Senkungsdruck bei Generika, Biosimilars und Importen). Jeder für sich ist bekannt. Erst zusammen ergeben sie das vollständige Bild und erklären, warum sich an diesem Stichtag so viel bewegt.

Wir haben die Daten bereits vor dem eigentlichen Stichtag und ihrer Veröffentlichung ausgewertet und gehen die drei Treiber der Reihe nach durch.

Markt-Snapshot: die Zahlen auf einen Blick

Kennzahl 1. Juli 2026 Was dahintersteckt
Beobachtete PZN mit
Preis-Update
69.018 Alle am Stichtag
aktualisierten Produkte
davon allein durch das
neue Apothekenfixum
56.628 Verkaufspreis +0,77 € / 0,78 € – ohne Herstellerpreis-Änderung
Echte Herstellerpreis-
Änderungen (Inland)
5.229 Tatsächliche Preisent-
scheidungen der Hersteller
→ Preiserhöhungen 2.669 (51 %) Ø +4,3 % · Median +2,2 %
→ Preissenkungen 2.560 (49 %) Ø −10,1 % · Median −5,8 %
Parallel-/Reimporte
(separat betrachtet)
3.277 überwiegend günstiger, Ø −1,4 %

 

Zwei Kennzahlen je Richtung: Der Durchschnitt (Ø) mittelt alle Bewegungen – auch einzelne Extremfälle – und zeigt die Gesamtwucht. Der Median ist der mittlere Wert, bei dem die eine Hälfte der Bewegungen darüber und die andere darunter liegt; er bleibt von Ausreißern unverzerrt. Beispiel Senkungen: Im Durchschnitt −10,1 %, weil einige Präparate sehr stark fallen – die Hälfte der Senkungen bleibt aber moderater als −5,8 %.

Wie man den Snapshot liest: Alle Veränderungen beziehen sich auf den direkten Vergleich zum vorherigen Stichtag (15. Juni 2026) – die Vorwerte sind in den Daten hinterlegt. Zahlenmäßig halten sich Erhöhungen und Senkungen bei den Inlandspreisen fast die Waage (51 zu 49). Entscheidend ist aber die Wucht, nicht die Zahl: Erhöhungen fallen meist moderat aus (am häufigsten +2,2 %), Senkungen dagegen mehr als doppelt so kräftig – knapp vier von zehn sind zweistellig. Rechnet man die Parallelimporte hinzu, kippt die Gesamtbilanz klar nach unten.

 

Treiber 1: Das Apothekenhonorar – die größte sichtbare Bewegung

Der auffälligste Effekt im Datensatz betrifft nicht die Hersteller, sondern die Apotheken. 56.628 rezeptpflichtige Arzneimittel verteuern sich im Apothekenverkaufspreis um konstant +0,77 bis 0,78 € – während Einkaufs- und Herstellerpreis unverändert bleiben. Diese Trennung ist wichtig: Der Verkaufspreis (Apo_Vk) enthält neben dem Einkaufspreis auch den Apothekenzuschlag und die Mehrwertsteuer. Ändert sich nur er, liegt die Ursache nicht beim Hersteller, sondern in der Vergütung.

Genau das ist hier der Fall. Zum 1. Juli steigt das Apotheken-Packungsfixum von 8,35 € auf 9,00 € netto – die erste Anhebung seit 2013.¹ Die Rechnung geht punktgenau auf: netto +0,65 € ergeben mit 19 % Umsatzsteuer eben jene +0,77 € / 0,78 € brutto, die in den Daten flächendeckend auftauchen. Eine zweite Stufe auf 9,50 € folgt zum 1. Januar 2027.¹

Für die Apotheke ist das ein lange erwarteter Honorarschub, für die GKV ein Kostenfaktor: Laut Gesetzesbegründung summiert sich allein die erste Stufe bei rund 640 Millionen Rx-Packungen im zweiten Halbjahr 2026 auf rund 250 Mio. € GKV-Mehrausgaben (brutto).² Wer die Preisdaten richtig lesen will, muss diesen Effekt sauber abgrenzen – sonst erscheinen über 56.000 „Preiserhöhungen“, wo in Wahrheit kein einziger Herstellerpreis gestiegen ist.

 

Treiber 2: Der Inflationsausgleich – warum so viele Preise um genau +2,2 % steigen

Sieht man sich die echten Hersteller-Erhöhungen an, fällt ein Muster auf, das kein Zufall ist: 1.787 Arzneimittel werden um exakt +2,2 % teurer. Rund drei Viertel aller Erhöhungen liegt im schmalen Korridor zwischen +2,0 und +2,5 %.

Dahinter steht der Inflationsausgleich beim Preismoratorium (§ 130a Abs. 3a SGB V).³ Hintergrund: Seit 2009 sind die Herstellerabgabepreise vieler Arzneimittel per Gesetz eingefroren (Preismoratorium). Als Ausgleich für die Inflation dürfen Hersteller den eingefrorenen Preisstand einmal jährlich – jeweils zum 1. Juli – um die Vorjahresteuerung anheben, ohne dafür den vollen Zwangsrabatt an die Kassen zahlen zu müssen. Der Anpassungsfaktor ist nicht verhandelbar, sondern amtlich festgelegt: der jahresdurchschnittliche Verbraucherpreisindex. Für 2025 betrug er exakt +2,2 %.⁴ Genau dieser Wert taucht nun tausendfach in den Daten auf. Der Peak ist dabei klar ein Rx-Phänomen: 88 % der exakt +2,2 %-Erhöhungen entfallen auf verschreibungspflichtige Arzneimittel; OTC und Importe prägen ihn kaum. Wichtig: Der Mechanismus betrifft nur GKV-erstattungsfähige Arzneimittel ohne Festbetrag; für Parallel- und Reimporte gelten besondere Berechnungsvorschriften (§ 130a Abs. 3a Satz 6 SGB V).

Wie groß dieser an sich kleine Schritt werden kann, zeigen die teuersten Präparate: Enzymersatztherapien wie Cerezyme, VPRIV oder Fabrazyme legen durch dieselben 2,2 % bei den großen Packungen jeweils über 1.000 € pro Packung zu – derselbe Prozentsatz, nur auf ganz anderem Niveau.

 

Treiber 3: Der Senkungsdruck – wo der Markt wirklich Richtung zeigt

Während Fixum und Inflationsausgleich nach oben wirken, zieht ein dritter Treiber nach unten. Anders als die ersten beiden ist er nicht regulatorisch verordnet, sondern entsteht aus dem Wettbewerb selbst: aus der Konkurrenz von Generika und Biosimilars, aus gruppenweiten Festbetragsanpassungen und aus der Preiserosion bei Parallelimporten. Klammert man den Inflationsausgleich aus, überwiegen über alle Inland-Bewegungen hinweg klar die Senkungen – rund drei Viertel –, und sie fallen kräftiger aus als die Erhöhungen (Ø −10,1 % / Median −5,8 % gegenüber Ø +8,6 % / Median +3,1 %). In der folgenden Segment-Sicht ist der Inflationsausgleich daher bei Rx und Biosimilars herausgerechnet; OTC und Importe zeigen kein sauberes +2,2 %-Muster (OTC meist nicht erstattungsfähig, Importe mit Sonderberechnung). Die Segment-Sicht macht sichtbar, wo der Druck am stärksten wirkt:

Segment Ø Preis-
änderung¹
Anteil Erhöhungen² Anteil Senkungen² Erhöhungs-quote³ Senkungs-quote³ Tendenz
Rx (rezept-pflichtig) −6,6 % 1,3 % 6,4 % 17 % 83 % Anhaltender Preisdruck
OTC (rezept-frei) +4,4 % 27,8 % 0,1 % 99 % 1 % Deutlicher Aufwärtstrend
Import / Reimport −1,4 % 1,4 % 11,8 % 11 % 89 % Preisbereinigung
Biosimilars / Biotech −3,0 % 1,2 % 14,5 % 7 % 93 % Wettbewerbsdruck

 

¹ Durchschnittliche Preisänderung der Produkte, die sich geändert haben. ² Anteil an allen beobachteten Produkten des Segments – zeigt, wie viel des Sortiments sich überhaupt bewegt. ³ Anteil an den geänderten Produkten – zeigt, in welche Richtung die Bewegungen gehen. Für die marktgetriebene Sicht ist der Inflationsausgleich (+2,2 %, Treiber 2) bei Rx und Biosimilars herausgerechnet. OTC sind überwiegend nicht GKV-erstattungsfähig (§ 34 SGB V); Importe folgen einer Sonderberechnung (§ 130a Abs. 3a Satz 6) und zeigen kein sauberes +2,2 %-Muster.

 

Wie man die Tabelle liest – am Beispiel OTC: Von allen beobachteten OTC-Produkten verändern 27,8 % ihren Preis nach oben und nur 0,1 % nach unten (Spalten ²). Betrachtet man ausschließlich die Produkte, die sich tatsächlich bewegen, sind davon 99 % Erhöhungen (Spalte ³). Im Schnitt steigen diese um +4,4 % (Spalte ¹). Kurz: Im OTC-Bereich bewegt sich nur ein Teil des Sortiments – aber wenn, dann fast immer nach oben, breit verteilt über apothekenübliche Gruppen (Spül- und Infusionslösungen, Allergie- und Erkältungspräparate, Magen-Darm-, Vitamin- und Mineralstoffprodukte).

Das Gegenstück bilden Biosimilars und Importe – hier zeigt sich der marktgetriebene Druck am deutlichsten. Rechnet man den Inflationsausgleich heraus, sinken die inländischen Biotech-Produkte um durchschnittlich −7,6 %; rund 86 % der Bewegungen sind Senkungen. Sichtbarer Treiber ist die verpflichtende Biosimilar-Substitution nach § 40c der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) des G-BA (in Kraft seit 1. April 2026, Grundlage § 129 SGB V)⁸. Bei den Parallelimporten kommt die Preisdynamik aus Bezugsquellen und Wechselkursen hinzu. Mit dem Inflationsausgleich wirkt dasselbe Segment optisch milder – diese +2,2 %-Erhöhungen sind aber der Inflationsausgleich, kein Markteffekt.

Einzelfall oder Gruppentrend? Das Beispiel Rasagilin

Ein einzelner Preissturz sagt für sich genommen wenig. Die entscheidende Frage lautet immer: Senkt nur ein Anbieter – oder die ganze Wirkstoffgruppe? Die ATC-Klassifikation, die in den Daten hinterlegt ist, liefert die Antwort.

Beim Parkinson-Wirkstoff Rasagilin (ATC N04BD02) ändern 46 von 84 Packungen ihren Preis – und zwar Originalpräparat und Generika gemeinsam in Richtung eines neuen, tieferen Niveaus. Das ist kein Alleingang eines Herstellers, sondern ein gruppenweiter Effekt, typischerweise eine Festbetragsanpassung. Wer nur die einzelne PZN betrachtet, hielte das womöglich für eine aggressive Einzelentscheidung – die Gruppensicht zeigt den eigentlichen Mechanismus.

Engpässe und Preise: Was zusammenhängen könnte – und was nicht

Preisbewegungen entstehen nicht im luftleeren Raum. Ein naheliegender Kontext sind Lieferengpässe. Zum Stand 26.06.2026 – der Abrufzeitpunkt der Engpassliste, verzeichnet die BfArM-Liste 958 aktive Meldungen für 945 Produkte; Schwerpunkte sind Nervensystem (378), Herz-Kreislauf (154) und Onkologie/Immunmodulation (84), davon 247 krankenhausrelevant.⁵

Hier verlassen wir die reine Datenebene und interpretieren – mit der gebotenen Vorsicht: Rund ein Viertel der Erhöhungen über 10 % betrifft einen Wirkstoff, für den zugleich ein aktiver Lieferengpass gemeldet ist. In einem besonders deutlichen Fall fällt beides sogar im selben Produkt zusammen: Der Calciumantagonist Nitrendipin (Anbieter Aristo) verteuert sich drastisch – die 10-mg-Packung springt von 0,80 € auf 2,55 € Herstellerabgabepreis (+219 %, der größte Einzelausschlag des gesamten Stichtags) –, und genau diese Packungen sind aktuell selbst als nicht lieferbar gemeldet (Grund laut BfArM: „Erhöhte Nachfrage“ bei der 10-mg-, „Probleme bei der Chargenprüfung“ bei der 20-mg-Stärke). Knappheit, steigende Nachfrage und Preisanhebung treffen hier im selben Wirkstoff zusammen. Ein kausaler Zusammenhang lässt sich daraus nicht beweisen – aber es ist genau das Muster, das nur sichtbar wird, wenn man Preis- und Engpassdaten zusammen liest.

Noch eine Spur interessanter wird es bei der Kombination aus Engpass und Rabattvertrag: Gut 30 der deutlichen Erhöher (>10 %) betreffen einen Wirkstoff mit aktivem Engpass und tragen zugleich ein Rabattvertragskennzeichen. Eine – ausdrücklich hypothetische – Erklärung wäre, dass Hersteller bei drohender Knappheit Bestand und Preis sichern, um Rabattvertragsstrafen zu vermeiden.

Impfstoffe: in diesem Monat Entwarnung

Impfstoffe (ATC J07) sind mit 959 Produkten in den Preisdaten enthalten – 92 davon mit Preisänderung, nahezu ausgeglichen (38 hoch, 54 runter). Weil die BfArM-Liste keine Impfstoffe führt, prüfen wir Engpässe zusätzlich beim Paul-Ehrlich-Institut: Zum 26.06.2026 liegen keine vollständigen Impfstoff-Lieferengpässe vor; gemeldet sind lediglich drei nicht verfügbare Einzelpackungen (Priorix-Tetra, Varilrix, Heplisav B) mit jeweils verfügbarer Alternative – und diese zeigen keine Preisänderung.⁶ Ein Zusammenhang zwischen Impfstoff-Engpässen und -preisen besteht in diesem Monat also nicht.

Marktbewegung: 238 Neuzugänge, Schwerpunkt Onkologie

Zum Stichtag kommen 238 Arzneimittel neu in die Daten, 54 verschwinden. Die Neueinführungen konzentrieren sich auf Onkologie/Immunmodulation (53), Nervensystem (35) und Herz-Kreislauf (26) – der Spezial- und Patentmarkt bleibt der dynamischste Teil des Geschehens.

Was das für Sie bedeutet

Drei Treiber, vier Perspektiven – je nach Rolle ergeben sich andere Schlüsse. 

Großhandel & Handel: Jeder Tag Vorsprung zählt. Bei Senkungen verliert Lagerware an Wert. Dieser Stichtag liefert deutliche Beispiele: Die Gentherapie Roctavian verliert rund 2.582 € pro Packung, ein Nintedanib-Generikum über 1.500 €, ein Ustekinumab-Biosimilar (Yesintek) rund 1.252 €. Wer solche Bewegungen bis zu fünf Tage früher kennt, kann Bestände noch zum alten Wert abverkaufen und den Warenwert aktiv schützen.

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Pharmazeutische Industrie & Hersteller: Das Juli-Fenster ist einmalig. Der Inflationsausgleich (+2,2 % für 2026) lässt sich nur einmal im Jahr ziehen – ungenutzt verschenkt er zulässigen Spielraum, falsch angewendet riskiert er Abschläge nach § 130a SGB V. Ebenso wichtig ist der Blick auf die eigene ATC-Gruppe: Wer senkt gerade, wer hält, wo konvergiert die Gruppe auf ein neues Festbetragsniveau?

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Apotheken: Marge und Retax-Sicherheit ab Tag eins. Mit dem Fixum von 9,00 € ändert sich der Verkaufspreis praktisch jeder Rx-Packung. Korrekte Preise und Retax-Sicherheit setzen voraus, dass die neuen Werte stichtagsgenau im System stehen.

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Kostenträger & Market Access: Konvergenz früh erkennen. Festbetragskonvergenz, Biosimilar-Erosion und gruppenweite Bewegungen erkennt nur, wer Einzel-PZN und ATC-Gruppe zusammen liest – die Grundlage belastbarer Pricing- und Ausschreibungsentscheidungen.

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Fazit: Ein Stichtag, drei Treiber

Der 1. Juli 2026 zeigt den deutschen Arzneimittelmarkt in selten konzentrierter Form. Eine strukturelle Anpassung – das höhere Apothekenfixum – bewegt fast jede Apothekenpackung, ohne einen einzigen Herstellerpreis zu verändern. Ein planbarer Schritt – der Inflationsausgleich von +2,2 % – hebt tausende Herstellerpreise um exakt denselben Wert. Und darunter wirkt unverändert der marktgetriebene Abwärtsdruck bei Biosimilars und Importen. Wer einzelne Preisbewegungen richtig deuten will, muss alle drei auseinanderhalten – und das gelingt nur mit tagesaktuellen, vollständigen Daten.

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Diese Analyse basiert auf den tagesaktuellen Preisdaten des pharmazie.com PharMonitor – verfügbar bis zu fünf Tage vor der offiziellen Veröffentlichung der Preisdaten am Stichtag. Mit Preisalarmen, Segment- und ATC-Analysen sowie historischem Preisarchiv.

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Zur Methodik

Ausgewertet wurden die Delta-Daten des pharmazie.com PharMonitor zum Stichtag 1. Juli 2026: 69.018 Datensätze, deren Eintrag am Stichtag aktualisiert wurde. Jeder Vergleich erfolgt gegen den vorherigen Stichtag (15. Juni 2026): Die Datei enthält zu jedem geänderten Preis den jeweiligen Vorwert (Spalten ApU_old, Apo_Ek_old, Apo_Vk_old). Diese Vorwert-Spalten sind nur dann befüllt, wenn sich der Preis geändert hat – ist die Spalte leer, blieb der Preis gegenüber dem 15. Juni unverändert. Als echter Herstellerpreis dient die Spalte ApU (Herstellerabgabepreis); für die Richtungsbilanz wurden alter und neuer ApU verglichen (rund 9.400 Datensätze tragen einen geänderten ApU; nach Ausschluss von Nicht-Arzneimitteln und wenigen Sonderfällen (Preis-auf-null) verbleiben 8.506 echte Herstellerpreis-Änderungen bei Arzneimitteln). Für belastbare Ranglisten wurden Preis-auf-null-Fälle (Außer-Vertrieb, 23 Fälle), Wiedereinführungen sowie Parallel-/Reimporte ausgeschlossen und Letztere separat ausgewiesen. Die ATC-Gruppe stammt direkt aus der hinterlegten Wirkstoffkennung – sie ist datenbasiert, nicht geschätzt. Preiswerte liegen im deutschen Zahlenformat vor und wurden vor jeder Rechnung konvertiert. Alle Werte sind Listenpreise; tatsächliche Erstattungspreise können durch Rabattverträge erheblich abweichen.

Zusammensetzung der 69.018 Datensätze: 56.628 reine Fixum-Effekte (nur der Verkaufspreis ändert sich, Hersteller- und Einkaufspreis bleiben unverändert) und 8.506 echte Herstellerpreis-Änderungen (5.229 Inland + 3.277 Parallel-/Reimporte). Die verbleibenden 3.884 Datensätze sind nicht richtungsrelevant: 2.415 reine Stammdaten-Updates ohne Preisänderung, 1.455 Nicht-Arzneimittel (Medizinprodukte, Verbandstoffe, Teststreifen) und 14 Sonderfälle (nicht verkehrsfähig bzw. Außer-Vertrieb). Als aktiv gilt eine BfArM-Engpassmeldung, deren Ende-Datum am oder nach dem Abrufstichtag (26.06.2026) liegt und die keine Löschmeldung ist (958 aktive Meldungen, 945 Produkte).

Quellen

Datenbasis: pharmazie.com PharMonitor (Stichtag 1.7.2026)

¹ Dritte Verordnung zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung vom 9. Juni 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 173, verkündet am 12.6.2026): § 3 Abs. 1 AMPreisV – Fixum 8,35 € → 9,00 € ab 1.7.2026, → 9,50 € ab 1.1.2027. https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/173/VO.html

² Verordnungsbegründung zur 3. AMPreisV-Änderung; APOTHEKE ADHOC, Juni 2026 (≈ 250 Mio. € GKV-Mehrausgaben bei rund 640 Mio. Rx-Packungen).

³ § 130a Absatz 3a SGB V (Preismoratorium und Inflationsausgleich). https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__130a.html

⁴ Statistisches Bundesamt (Destatis): Verbraucherpreisindex, Jahresdurchschnitt 2025 = +2,2 % gegenüber 2024 (Pressemitteilung Nr. 019 vom Januar 2026). https://www.destatis.de

⁵ BfArM-Lieferengpassliste für Humanarzneimittel (ohne Impfstoffe), Stand 26.06.2026, 15:21 Uhr. https://anwendungen.pharmnet-bund.de/lieferengpassmeldungen/

⁶ Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Lieferengpässe von Human-Impfstoffen, Stand 26.06.2026. https://www.pei.de/lieferengpaesse

⁸ Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Arzneimittel-Richtlinie § 40c (Austausch von Biologika in Apotheken), Beschluss vom 4.12.2025, in Kraft seit 1.4.2026; Ermächtigungsgrundlage § 129 SGB V. https://www.g-ba.de/service/fachnews/234/

Interpretierende Aussagen zu Lieferengpässen und Rabattverträgen sind als Hypothesen gekennzeichnet; ein Kausalzusammenhang wird nicht behauptet.

 

 

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