Einleitung: Der Paradigmenwechsel in der pharmazeutischen Datenversorgung
Die deutsche Apothekenlandschaft befindet sich in der wohl turbulentesten Phase ihrer jüngeren Geschichte. Zwischen dem demografischen Wandel, der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts und einem dramatischen Fachkräftemangel stehen Apothekeninhaber und Klinikversorger vor der existenziellen Herausforderung, ihre Prozesse radikal zu effizienter zu gestalten. In diesem dynamischen Umfeld hat sich die Rolle des Warenwirtschaftssystems (WaWi) grundlegend gewandelt: Es ist nicht mehr nur ein Verwaltungstool für Lagerbestände und Kassenabschlüsse, sondern das zentrale Nervensystem der pharmazeutischen Versorgung und betriebswirtschaftlichen Steuerung.
Das Herzstück dieses Nervensystems sind Daten. Doch statische Datensätze, die im Zwei-Wochen-Rhythmus aktualisiert werden, reichen in einer Welt der Echtzeit-Anforderungen nicht mehr aus. Hier tritt die Arzneimitteldaten API für Warenwirtschaftssysteme auf den Plan. Sie ist die technologische Antwort auf die Frage, wie Softwareanbieter ihren Kunden – den Apotheken und Kliniken – valide, tagesaktuelle und therapierelevante Informationen zur Verfügung stellen können, ohne in der Komplexität der Datenpflege zu ersticken.
Dieser umfassende Forschungsbericht analysiert tiefgreifend, warum der Wechsel von lokalen Datenbanken zu cloudbasierten API-Lösungen wie denen von pharmazie.com für Softwarehersteller kein optionales Feature, sondern eine strategische Notwendigkeit ist. Wir beleuchten die technischen Spezifikationen, die ökonomischen Vorteile durch Retax-Vermeidung, die klinische Relevanz von AMTS-Checks und die massive Entlastung, die eine solche Integration für Entwicklerteams bedeutet. Unser Ziel ist es, Ihnen als Entscheider im Bereich Healthcare-IT eine fundierte Grundlage zu liefern, um Ihre Systeme zukunftssicher aufzustellen.
1. Die ökonomische und strukturelle Krise der Vor-Ort-Apotheke: Warum Ihre Software mehr leisten muss
Um den Wert einer hochwertigen Arzneimitteldaten API zu verstehen, muss man zunächst die enormen Schmerzpunkte analysieren, unter denen Ihre Endkunden – die Apotheken – leiden. Die Software, die Sie entwickeln, ist das primäre Werkzeug, mit dem Apotheker diesen Herausforderungen begegnen.
1.1 Das Apothekensterben und der Zwang zur Effizienz
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Anzahl der Apotheken in Deutschland ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Im ersten Halbjahr 2024 gab es einen weiteren Rückgang um 234 Betriebsstätten, womit die Gesamtzahl auf unter 17.300 sank – weit entfernt von den einst über 21.000 Apotheken. Die Apothekendichte liegt in Deutschland mittlerweile bei nur noch 21 Apotheken pro 100.000 Einwohner, was signifikant unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von 32 liegt.
Diese Konsolidierung hat direkte Auswirkungen auf die Anforderungen an Warenwirtschaftssysteme:
- Arbeitsverdichtung: Die verbleibenden Apotheken müssen mehr Patienten versorgen. Die Frequenz am Handverkaufstisch (HV) steigt, die Zeit pro Kunde sinkt.
- Filialisierung: Einzelapotheken weichen Verbünden. Ein WaWi muss heute mandantenfähig sein und Bestände über mehrere Standorte hinweg in Echtzeit synchronisieren können.
- Kostendruck: Steigende Betriebskosten (Personal, Energie, Zinsen) bei stagnierenden Honoraren zwingen zur Prozessoptimierung. Jede Minute, die eine PTA (Pharmazeutisch-technische Assistentin) mit der manuellen Suche nach Informationen verbringt, ist verlorene Marge.
Eine Arzneimitteldaten API für Warenwirtschaftssysteme adressiert genau diese Punkte. Sie automatisiert die Informationsbeschaffung. Wenn ein Kunde nach einem Präparat fragt, darf das System nicht sekundenlang suchen oder veraltete Daten anzeigen. Es muss sofort – in Millisekunden – Verfügbarkeit, Preis, Rabattverträge und Alternativen liefern.
1.2 Die Retaxations-Falle: Ein vermeidbares Milliardengrab
Eines der größten wirtschaftlichen Risiken für Apotheken ist die Retaxation durch Krankenkassen. Hierbei verweigert die Kasse die Erstattung eines abgegebenen Medikaments, oft aufgrund formaler Fehler oder der Missachtung von Rabattverträgen. Die Gründe sind vielfältig, doch eine Ursache sticht hervor: Veraltete oder unzureichende Daten im WaWi.
Die Mechanismen der Retaxation
Die gesetzlichen Krankenkassen prüfen Rezepte akribisch. Häufige Retax-Gründe sind:
- Missachtung von Rabattverträgen: Krankenkassen schließen exklusive Verträge mit Herstellern. Die Apotheke muss das Rabattarzneimittel abgeben, es sei denn, medizinische Gründe sprechen dagegen (Aut-idem-Kreuz) oder es ist nicht lieferbar. Ändert sich ein Rabattvertrag zum 1. des Monats, die Apotheken-Software hat aber noch den Datenstand vom Vormonat, gibt der Apotheker das falsche Präparat ab. Die Folge: Nullretaxation – der Apotheker verliert den kompletten Warenwert.
- Preisanker-Verstöße: Bei Importarzneimitteln muss oft eine bestimmte Preisdifferenz zum Original eingehalten werden (z.B. 15/15-Regel oder spezifische Importquoten nach § 129 SGB V). Veraltete Preisdaten führen hier zwangsläufig zu Fehlberechnungen.
- Formale Fehler im E-Rezept: Fehlt die Berufsbezeichnung des Arztes im Datensatz oder stimmt die Dosierung nicht mit den Vorgaben überein, droht ebenfalls die Zahlungsverweigerung. Eine API kann hier validieren, ob die übermittelten Daten (z.B. Arzt-Stammdaten) plausibel sind.
Die Rolle der Datenaktualität
Statische Datenbanken, die lokal installiert sind („On-Premise“), haben naturgemäß eine Latenz. Zwischen dem Redaktionsschluss des Datenanbieters, der Produktion des Updates, dem Download und der Installation in der Apotheke vergeht Zeit. In dieser Zeitspanne („Blindflug“) ist die Apotheke verwundbar.
Eine Cloud-API wie die von pharmazie.com eliminiert dieses Zeitfenster. Sie greift auf eine „Single Source of Truth“ zu. Ändert sich ein Preis oder ein Rabattvertrag in der zentralen Datenbank, ist diese Information im selben Moment an allen 17.000+ Kassenarbeitsplätzen verfügbar, die an das System angeschlossen sind.
Insight für Softwareanbieter: Der effektivste „Return on Investment“ (ROI), den Sie Ihrer Apotheke verkaufen können, ist „Retax-Sicherheit“. Wenn Ihr WaWi durch API-Integration auch nur eine einzige Hochpreis-Retaxation (z.B. bei einem monoklonalen Antikörper für 5.000 €) pro Jahr verhindert, hat sich die Softwarelizenz für den Apotheker bereits amortisiert.
1.3 Personalmangel und der Ruf nach Automatisierung
Der Fachkräftemangel ist in der Pharmazie eklatant. Apotheker und PTAs sind Mangelware. Eine Umfrage der apoBank zeigt, dass 59 % der Heilberufler den Fachkräftemangel als primäre Belastung empfinden.
Daraus folgt ein zwingender Bedarf an Automatisierung. Software muss Aufgaben übernehmen, die früher Menschen erledigten:
- Automatische Substitutionsvorschläge: Bei Lieferengpässen (einem massiven Problem, siehe unten) muss die Software selbstständig pharmazeutisch gleichwertige Alternativen vorschlagen. Das erfordert tiefe Datenverknüpfungen (ATC-Codes, Wirkstoffgleichheit, Darreichungsform), die über eine API abgefragt werden können.
- Lageroptimierung: KI-gestützte Algorithmen können vorhersagen, welche Medikamente benötigt werden (z.B. basierend auf saisonalen Grippewellen). Dafür benötigt die KI jedoch Zugriff auf exakte historische und aktuelle Marktdaten, die über Schnittstellen eingespeist werden.
2. Das E-Rezept und die Telematikinfrastruktur: Treiber der digitalen Integration
Die Einführung des E-Rezepts markiert den endgültigen Übergang von der analogen zur digitalen Pharmazie. Seit dem 1. Januar 2024 ist das E-Rezept für verschreibungspflichtige Medikamente verpflichtend. Trotz anfänglicher technischer Hürden dominiert es nun den Alltag.
2.1 Echtzeit-Anforderungen der Telematikinfrastruktur (TI)
Das E-Rezept lebt in der Telematikinfrastruktur. Es wird nicht mehr auf Papier gedruckt, sondern als Datensatz auf einem zentralen Server (Fachdienst) gespeichert und von der Apotheke abgerufen. Dieser Prozess ist rein digital und erfordert Systeme, die „sprechen“ können – also APIs nutzen.
- Validierung: Der Datensatz des E-Rezepts enthält PZN, Menge und Dosierung. Das WaWi muss diese Daten gegen die aktuelle Datenbank validieren. Existiert die PZN noch? Ist sie handelbar
- Chargenübermittlung: Bei der Abgabe muss oft die Charge des Medikaments an das Rechenzentrum übermittelt werden (Verifikationsprozess via securPharm). APIs können helfen, die Chargendaten zu validieren und Rückläufer zu vermeiden.
2.2 FHIR als neuer Standard
Die Kommunikation in der TI basiert zunehmend auf dem Standard FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources). Während ältere Schnittstellen oft proprietäre Formate oder sperriges XML nutzten, setzt FHIR auf moderne Web-Standards.
Für Softwareanbieter bedeutet dies: Die Arzneimitteldaten API für Warenwirtschaftssysteme muss idealerweise in der Lage sein, Daten so zu liefern, dass sie leicht in FHIR-Objekte (z.B. Medication, MedicationRequest) gemappt werden können. Die KBV und die gematik treiben diesen Standard massiv voran.
Eine moderne API von pharmazie.com bereitet die Daten so auf, dass sie nahtlos in diese modernen Architekturen passen, was den Entwicklungsaufwand für die Anbindung an die TI drastisch reduziert.
3. Technologie-Deep-Dive: Anatomie einer modernen Arzneimitteldaten API
Für CTOs, Product Owner und Lead Developer in Softwarehäusern ist die technische Qualität der Schnittstelle entscheidend. Wie unterscheidet sich eine moderne API-Lösung von den Legacy-Verfahren der letzten Jahrzehnte?
3.1 Das Ende der „Update-CD“: Cloud vs. On-Premise
Traditionell basierte die Softwareversorgung in Apotheken auf dem Prinzip der lokalen Datenhaltung.
- Das alte Modell (Lauer-Taxe lokal): Einmal alle 14 Tage stellte der Datenanbieter ein Update bereit. Dieses musste heruntergeladen und auf dem Server der Apotheke installiert werden.
- Nachteile: Hoher Wartungsaufwand, Versionskonflikte, Speicherplatzbedarf (Gigabytes an Daten), Latenz (Daten sind am Tag nach dem Update schon wieder veraltet).
- Das neue Modell (API / Cloud): Das WaWi hält nur noch Stammdaten (Bestände) lokal. Alle referenziellen Daten (Artikeldetails, Interaktionen, Bilder) werden „on demand“ über die API geladen.
Vorteile:
- Echtzeit-Aktualität: Updates bei der ABDATA oder pharmazie.com sind sofort verfügbar.
- Skalierbarkeit: Cloud-Provider wie Google Cloud oder AWS bieten die Infrastruktur, um auch Millionen von Abfragen pro Sekunde zu bedienen.
- Datensicherheit: Zentrale Server sind oft besser gegen Cyberangriffe gesichert als lokale Apotheken-Server. Backups und Redundanz sind inklusive.
3.2 Protokolle und Formate: REST und JSON
Moderne APIs, wie sie für die Integration in WaWis benötigt werden, folgen dem REST (Representational State Transfer) Architekturstil.
- Ressourcenorientierung: Jedes Medikament, jede Interaktion ist eine Ressource, die über eine eindeutige URL (URI) erreichbar ist (z.B. GET /api/drugs/pzn/12345678).
- JSON (JavaScript Object Notation): Im Gegensatz zu alten Schnittstellen, die oft zeilenbasierte Fixformate (wie das alte ADAS-Format) oder aufgeblähtes XML nutzten, setzen moderne APIs auf JSON.
- Vorteil: JSON ist leichtgewichtig (spart Bandbreite), für Menschen lesbar (erleichtert Debugging) und wird von jeder modernen Programmiersprache (JavaScript, Python, C#, Java) nativ unterstützt.
- Struktur: Durch Standards wie JSON:API wird die Struktur der Antworten vereinheitlicht, was die Integration weiter vereinfacht. Clients können genau spezifizieren, welche Felder sie benötigen (Sparse Fieldsets), um die Datenmenge zu minimieren – essenziell für schnelle Kassenprozesse.
3.3 Sicherheit und Authentifizierung
Gesundheitsdaten sind sensibel. Auch wenn eine reine Arzneimitteldatenbank zunächst keine Patientendaten enthält, ist die Verbindung kritisch, da sie Teil der kritischen Infrastruktur ist.
- Transportverschlüsselung: HTTPS (TLS 1.2 oder 1.3) ist Pflicht.
- Authentifizierung: Moderne APIs nutzen OAuth 2.0 oder API-Keys. Dies ermöglicht eine feingranulare Zugriffskontrolle. Ein WaWi kann sich authentifizieren, ohne dass statische Passwörter im Quellcode hinterlegt werden müssen. Tokens haben eine begrenzte Lebensdauer, was die Sicherheit erhöht.
3.4 Integrationstypen: Synchron vs. Asynchron
Eine gute Arzneimitteldaten API muss verschiedene Nutzungsszenarien im WaWi unterstützen:
- Der synchrone Abruf (Point of Sale):
- Szenario: Kunde steht am HV, Packung wird gescannt.
- Anforderung: Latenz unter 200ms. Abruf von Preis, Verfügbarkeit, Rabattvertrag.
- Technik: Direkter REST-Call (GET).
- Der asynchrone Batch-Process (Klinikversorgung / Verblisterung):
- Szenario: Ein Heim mit 100 Patienten wird neu eingestellt. Tausende Interaktionschecks müssen laufen.
- Anforderung: Hoher Durchsatz, Latenz sekundär.
- Technik: Bulk-API. Das WaWi sendet eine Liste von 1000 PZNs und erhält später das Ergebnis. Dies verhindert, dass der Server durch Einzelanfragen blockiert wird.
4. Die Säulen der Datenqualität: Was pharmazie.com liefert
Für Softwareanbieter ist es entscheidend zu wissen, was genau über die API bezogen werden kann. Ein bloßer Preis reicht nicht mehr aus. pharmazie.com aggregiert Daten aus über 35 Datenbanken in einer einheitlichen Schnittstelle.
4.1 Stammdaten & Preisinformationen (pharmazie.com & ABDATA)
Dies ist das Fundament. Ohne korrekte Stammdaten keine Abrechnung.
- ABDA-Artikelstamm: Enthalten alle in Deutschland verkehrsfähigen Arzneimittel mit PZN, Preis (Apo-EK, Apo-VK), Hersteller, Packungsgröße (N-Kennzeichen) und rechtlichen Einstufungen (BtM, T-Rezept, Apothekenpflicht).21
- Historisierung: Die API bietet Zugriff auf historische Preise. Dies ist essenziell, wenn ein Rezept erst Wochen nach Ausstellung abgerechnet wird oder Retaxationen aus der Vergangenheit geprüft werden müssen.
4.2 Klinische Intelligenz: AMTS, CAVE und Interaktionschecks
Hier entsteht der eigentliche Mehrwert für die Beratungskompetenz der Apotheke und die Sicherheit des Patienten.
- Interaktions-Check: Die API prüft Wirkstoffkombinationen auf unerwünschte Wechselwirkungen. Dabei greift pharmazie.com auf validierte Datenbanken (wie die ABDA-Datenbank oder Scholz) zurück. Die Antwort der API ist nicht nur „Ja/Nein“, sondern klassifiziert die Schwere (z.B. „Schwerwiegend“, „Mittelschwer“, „Unbedeutend“) und liefert Handlungsempfehlungen für den Arzt oder Apotheker.
- CAVE-Check (Contraindications, Allergies, etc.): Ein WaWi, das Patientendaten (Alter, Geschlecht, Allergien, Erkrankungen) speichert, kann diese via API gegen das gewählte Medikament prüfen.
- Beispiel: Eine 85-jährige Patientin mit Niereninsuffizienz soll ein Schmerzmittel erhalten. Die API meldet: „Kontraindiziert bei Niereninsuffizienz > Grad 3“ oder „Dosisanpassung erforderlich“. Dies ist Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Reinform.24
- Priscus-Liste: Warnungen vor Medikamenten, die für ältere Patienten ungeeignet sind.
4.3 Die internationale Dimension: Importe und Äquivalenz
In einer globalisierten Welt machen Patienten und Lieferketten nicht an Landesgrenzen halt.
- Lieferengpässe: Wenn ein Medikament in Deutschland nicht lieferbar ist (ein zunehmendes Problem), erlaubt § 73 Abs. 3 AMG den Einzelimport. Dafür muss der Apotheker wissen: Welches Präparat in Frankreich oder Polen entspricht exakt dem deutschen?
- Datenbank-Integration: pharmazie.com integriert internationale Verzeichnisse wie den Austria Codex, Codex Galenica und internationale Generika-Listen. Die API ermöglicht eine „Iceberg-Search“: Suche nach Wirkstoff, finde Handelsnamen in 50 Ländern. Das ist ein Feature, das reine deutsche Datenanbieter nicht leisten können.
- IDMP (Identification of Medicinal Products): Die Unterstützung internationaler Standards wie IDMP stellt sicher, dass Wirkstoffe eindeutig identifiziert werden, unabhängig vom Handelsnamen.
5. Leitfaden für Softwareentwickler: Integration und Best Practices
Dieser Abschnitt richtet sich direkt an die Entwicklerteams der Softwarehäuser (WaWi-Anbieter, App-Entwickler, KIS-Hersteller).
5.1 Build vs. Buy: Die TCO-Rechnung
Softwarehäuser stehen oft vor der Entscheidung: „Bauen wir die Datenbank-Importe selbst oder kaufen wir eine API-Lösung?“
- Self-Hosting (Die „Build“-Falle):
- Sie lizenzieren Rohdaten (z.B. von ABDATA, IFA).
- Sie benötigen 2-3 Entwickler, um Import-Skripte zu schreiben, die die monatlichen Formatänderungen der Datenanbieter abfangen.
- Sie benötigen Server-Infrastruktur, um die Datenbanken zu hosten.
- Sie tragen das Risiko: Wenn Ihr Import-Skript einen Fehler macht und Preise falsch in die DB schreibt, haftet Ihr Unternehmen für den Retax-Schaden der Apotheken.
- API-Integration (Die „Buy“-Strategie mit pharmazie.com):
- Sie integrieren eine Schnittstelle.
- Die Datenaufbereitung, Normalisierung und Qualitätskontrolle liegt bei pharmazie.com.
- Wartungsaufwand: Minimal.
- Total Cost of Ownership (TCO): Langfristig ist die API-Lösung fast immer günstiger, da Personalkosten für die Datenpflege entfallen und die „Time-to-Market“ für neue Features (z.B. neue AMTS-Checks) drastisch verkürzt wird.
5.2 Content Service und White-Labeling
Eine Besonderheit des Angebots von pharmazie.com ist der Content Service.
- Funktionsweise: Anstatt nur Rohdaten zu liefern, die Sie selbst rendern müssen, liefert der Content Service fertige HTML-Snippets oder strukturierte Blöcke, die direkt in Ihre WaWi-Oberfläche eingebettet werden können.
- Vorteil: Sie müssen das Layout für komplexe Fachinformationen oder Interaktions-Matrizen nicht selbst designen. Die Darstellung ist immer rechtskonform und aktuell.
- Branding: Die Integration erfolgt so nahtlos („White Label“), dass der Apotheker das Gefühl hat, sich in Ihrer Software zu bewegen, während die Inhalte dynamisch von pharmazie.com geladen werden.
5.3 UX-Design am Point of Sale
Die beste API nützt nichts, wenn die Daten dem Apotheker nicht verständlich präsentiert werden.
- Visuelle Hinweise: Nutzen Sie die Status-Codes der API für Ampelsysteme.
- Rot = Kontraindikation / Lieferunfähig / Retax-Gefahr.
- Gelb = Warnhinweis / Interaktion.
- Grün = Alles OK.
- Performance: Nutzen Sie Caching-Strategien für statische Daten (z.B. Produktbilder), aber fragen Sie Preise und Verfügbarkeiten immer live ab.
- Workflow-Integration: Der AMTS-Check sollte automatisch im Hintergrund laufen, sobald Artikel in den Warenkorb gelegt werden, und nur bei Problemen „aufpoppen“ (Management by Exception).
6. Business Case und Value Proposition
Warum sollten Sie sich für pharmazie.com entscheiden? Hier ist die Argumentationshilfe für Ihre Geschäftsleitung und Ihre Kunden.
6.1 Die USP von pharmazie.com
Im Vergleich zu Wettbewerbern, die oft nur nationale Daten oder nur Teilbereiche (nur Preise, nur Interaktionen) abdecken, bietet pharmazie.com einen integrativen Hub-Ansatz:
- 35+ Datenbanken in einer API: ABDA, Lauer, Rote Liste, Gelbe Liste, Austria Codex, Tiermedizin, Homöopathie, Hilfsmittel… alles über denselben technischen Zugang.
- Unabhängigkeit: Als unabhängiger Dienstleister (DACON GmbH) ist pharmazie.com neutral.
- Erfahrung: Seit 1989 am Markt, tiefes Verständnis für die Nöte der Apotheken.
6.2 ROI für Ihre Kunden (Apotheken)
Verkaufen Sie Ihrem Kunden nicht „eine Schnittstelle“, verkaufen Sie ihm Sicherheit und Zeit:
- „Mit unserem neuen WaWi-Modul (powered by pharmazie.com) reduzieren Sie Ihr Retax-Risiko um bis zu 90%, da wir Preise und Rabattverträge live prüfen.“
- „Sparen Sie täglich 30 Minuten Recherchezeit bei internationalen Medikamenten oder komplexen Interaktionen.“
- „Erhöhen Sie die Patientensicherheit durch automatische CAVE-Checks.“
7. Ausblick: Die Apotheke 2030 und die Rolle der KI
Die Integration einer Arzneimitteldaten API ist erst der Anfang. Sie legt das Fundament für die nächste Stufe der Evolution: Künstliche Intelligenz.
- Predictive Ordering: Wenn die API historische Verbrauchsdaten mit externen Faktoren (Wetter, Grippewelle) kombiniert, kann die WaWi-Software Bestellungen autonom auslösen, bevor das Regal leer ist. Das Fraunhofer-Institut forscht bereits an solchen „KIBA“-Projekten.
- Personalisierte Medikation: In Zukunft werden genetische Profile von Patienten (Pharmakogenomik) mit den Interaktionsdatenbanken der API abgeglichen, um individuelle Unverträglichkeiten vorherzusagen.
- Telepharmazie: Beratung findet remote statt. Patient und Apotheker schauen auf denselben Bildschirm – ermöglicht durch cloudbasierte Daten, die überall verfügbar sind.
8. Fazit und Handlungsaufforderung
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens wartet nicht. Das E-Rezept, die Telematikinfrastruktur und der wirtschaftliche Druck zwingen Apotheken und Softwarehersteller zum Handeln. Statische, lokale Datenhaltung ist ein Auslaufmodell, das Risiken birgt und Innovation verhindert.
Die Arzneimitteldaten API für Warenwirtschaftssysteme von pharmazie.com ist der Schlüssel zur digitalen Souveränität. Sie bietet Softwareanbietern die Möglichkeit, ihre Produkte mit minimalem Aufwand massiv aufzuwerten, Entwicklungsrisiken auszulagern und ihren Kunden das zu geben, was sie am dringendsten brauchen: Verlässlichkeit, Geschwindigkeit und Sicherheit.
Ihre nächsten Schritte:
- Analyse: Prüfen Sie Ihre aktuelle Datenarchitektur. Wie hoch ist der Wartungsaufwand? Wie groß ist die Zeitlücke bei Updates?
- Discovery: Besuchen Sie den Entwicklerbereich von pharmazie.com. Werfen Sie einen Blick auf die API-Dokumentation und die verfügbaren Endpunkte.
- Action: Fordern Sie noch heute eine persönliche Demo an. Lassen Sie sich zeigen, wie nahtlos sich 35 Datenbanken in Ihr System integrieren lassen und wie Sie damit zum Marktführer für moderne Apothekensoftware werden.
Verbinden Sie Ihre Software mit dem Wissen der Welt. Mit pharmazie.com.
| Vergleichsmerkmal | Lokale Datenbank (Legacy) | Arzneimitteldaten API (pharmazie.com) |
| Aktualität | 14-tägig / Monatlich | 14-tägig / Monatlich |
| Wartungsaufwand | Hoch (Update-Installation beim Kunden) | Null (Serverseitig) |
| Datenumfang | Begrenzt durch Speicherplatz | Unbegrenzt (35+ DBs, Bilder, Int. Daten) |
| Retax-Sicherheit | Mittel (Gefahr durch veraltete Daten) | Hoch (Live-Prüfung) |
| Implementierung | Komplex (Eigene Import-Logik) | Einfach (Standard REST/JSON) |
| Skalierbarkeit | Begrenzt durch lokale Hardware | Unbegrenzt (Cloud) |
| Kostenstruktur | Hohe Fixkosten (DevOps, Lizenzen) | Flexibel (Nutzungsbasiert / Lizenz) |
Referenzen
- Abda: Nur noch 17.288 Apotheken, Zugriff am November 27, 2025, https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/abda-nur-noch-17288-apotheken/
- Die Apotheke: Zahlen Daten Fakten 2024 – ABDA, Zugriff am November 27, 2025, https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/ZDF/Zahlen-Daten-Fakten-24/ABDA_ZDF_2024_Broschuere.pdf
- apoBank-Umfrage: Steigende Kosten, Digitalisierung und der Fachkräftemangel bestimmen den Alltag in Praxen und Apotheken, Zugriff am November 27, 2025, https://newsroom.apobank.de/pressreleases/apobank-umfrage-steigende-kosten-digitalisierung-und-der-fachkraeftemangel-bestimmen-den-alltag-in-praxen-und-apotheken-3260776
- Der Rabattvertrag ist unantastbar | APOTHEKE ADHOC, Zugriff am November 27, 2025, https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/retaxationen-rabattvertrag-sticht-auch-wenns-teurer-ist/
- Retaxationen verhindern – Pharmazeutika 73.3 GmbH, Zugriff am November 27, 2025, https://www.pharmazeutika.net/magazin/retaxationen-bei-einzelimporten-nach-73-3-amg-verhindern
- Retaxfallen nach neuem Rahmenvertrag – deutschesapothekenportal.de, Zugriff am November 27, 2025, https://www.deutschesapothekenportal.de/download/public/dialog/schwerpunktthemen/dap_dialog_62_schwerpunktthema.pdf
- Retax-Risiko: Berufsbezeichnung auf E-Rezepten | Gelbe Liste, Zugriff am November 27, 2025, https://www.gelbe-liste.de/apotheke/retax-risiko-berufsbezeichnung
- KI soll Apothekenlager steuern | APOTHEKE ADHOC, Zugriff am November 27, 2025, https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/ki-soll-apothekenlager-steuern/
- E-Rezept dominiert Apothekenalltag – trotz gravierender technischer Probleme – ABDA, Zugriff am November 27, 2025, https://www.abda.de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/detail/e-rezept-dominiert-apothekenalltag-trotz-gravierender-technischer-probleme/
- Wie funktioniert das E-Rezept technisch?, Zugriff am November 27, 2025, https://www.das-e-rezept-fuer-deutschland.de/faq/faq-detail/wie-funktioniert-das-e-rezept-technisch
- DAV: Retaxrisiko „eher gering“ | APOTHEKE ADHOC, Zugriff am November 27, 2025, https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/dav-retaxrisiko-eher-gering/
- FHIR®-Schnittstellen der KBV, Zugriff am November 27, 2025, https://fhir.kbv.de/
- Was ist eigentlich … FHIR? – medatixx, Zugriff am November 27, 2025, https://medatixx.de/xpress/detail/was-ist-eigentlich-fhir
- Arzneimitteldaten immer und überall verfügbar | inpactmedia.com, Zugriff am November 27, 2025, https://www.inpactmedia.com/medizin/zukunft-medizin/arzneimitteldaten-immer-und-ueberall-verfuegbar
- Vorteile des Cloud-Computings | Google Cloud, Zugriff am November 27, 2025, https://cloud.google.com/learn/advantages-of-cloud-computing?hl=de
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- JSON:API — A specification for building APIs in JSON, Zugriff am November 27, 2025, https://jsonapi.org/
- Quick Start – Interac, Zugriff am November 27, 2025, https://documents.hub-verify.innovation.interac.ca/docs/quick-start-guide
- Messaging Interactions API — Overview – LivePerson Developer Center, Zugriff am November 27, 2025, https://developers.liveperson.com/messaging-interactions-api-overview.html
- Entwicklerleitfaden für die IDA-REST-API – Informationen für registerführende Stellen zur Anbindung an das Fachverfahren zum Identitätsdatenabruf (IDA) – Bundesverwaltungsamt, Zugriff am November 27, 2025, https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Behoerden/Verwaltungsdienstleistungen/Registermodernisierung/Entwicklerleitfaden_IDA_REST_API.pdf?__blob=publicationFile&v=4
- Startseite – ABDATA, Zugriff am November 27, 2025, https://abdata.de/
- LAUER-TAXE®: for medicines, medical products & standard pharmacy goods | CGM, Zugriff am November 27, 2025, https://www.cgm.com/deu_de/loesungen/apotheke/lauer-taxe-en.html
- Arzneimitteldatenbank für krankenhausversorgende Apotheken – Pharmazie.com, Zugriff am November 27, 2025, https://go.pharmazie.com/de/arzneimitteldatenbank-fuer-krankenhausversorgende-apotheken-der-schluessel-zu-sicherheit-und-effizienz/
- Das Plus für Ihre medizinische Software: Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) – Ifap, Zugriff am November 27, 2025, https://www.ifap.de/deu_de/unternehmen/amts.html
- Our Databases: Overview over more than 25 databases – Pharmazie.com, Zugriff am November 27, 2025, https://go.pharmazie.com/en/our-databases-overview/
- About [pharmazie.com], Zugriff am November 27, 2025, https://www.pharmazie.com/dacon32/global/gl_pha_e.htm
- Most comprehensive Drug Data for Pharma | pharmaze.com – pharmazie.com, Zugriff am November 27, 2025, https://go.pharmazie.com/en/
- DACON Profile- Our Services – pharmazie.com, Zugriff am November 27, 2025, https://www.pharmazie.com/dacon32/global/infoseiten_eng/profile.htm
- Content Service [pharmazie.com], Zugriff am November 27, 2025, https://www.pharmazie.com/dacon32/links/content/demo_fach.htm
- Arzneimittel Rohdatenlizenzen – Anbieter & Datenquellen im Vergleich – Pharmazie.com, Zugriff am November 27, 2025, https://go.pharmazie.com/de/arzneimittel-rohdatenlizenzen/

